Aufsatz 
Verzeichnus der dörffer, feuerstedt und haupter, auch frembter hern renthen und guldten, in der stat und banne Monthabaur, anno domini 1548 beschrieben und in cantzlei uberschickt
Entstehung
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VII

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Obernelbort Feuerſtede. 27 Der zehenden daſelbſt iſt halb der von Spurckenburg und das ander halb theill Steinbachs und iren miterben. Item geben den hern zu St. Florin ſenthaber 4 malter.

Hollender

Hat an feurſtedenn. 22

Der zehenden daſelbſt felt zwei theill den hern zu St. Florin, und das dritteill der witwen zum Steine bei Naſſaw diß iar gethan an korn 24 malter, an habern 12 malter.

Item die muele under dem dorff thut iars den hern Naſſaw und Kunig⸗ ſtein 2 malter korns, iſt ſunſt eigentumb etlicher erben.

Item geben iars den Floriner hern ſenthabern 4 ½ malter.

Item die capell[Sanctæ Margarete](am Rand) under dem dorff, filia der

pfarkirchen zu Monthabur hat iars infallen an gelde 5 fl. 9 albus.

Das Kirßpell Kirch aire.*)

Nemlich Jackenbach, Hübingen, Horbach und Nentzingen ⁵⁵)[Dieß!(am Rand nachgetragen) genant Anre Krißpell hat an feurſtedten 48

Der zehenden fält den hern zu St. Florin zu Coblentz gantz, ohne das der Kirchher daruß bekompt 9 malter Korns, hat diß iar getan, ſonder des Kirchhern theill an Korn 18 malter, an habern 30 malter.

Item geben etliche erben zu Jackenbach der preſentzen 5) zu Monthabur iars 4 malter habern.

Item den hern zu St. Florin ſenthaber 7 malter.

Item ligt ein muele under Hübingen bei Dieß hat einer vor eigentumb gibt kein pacht.(NB. am Rand).

Item hat die kirch iars infallen mit weißem wachs und gelt renthen zu⸗ ſammen 12 fl.

Daruß felt dem Kirchhern 7 fl. das er zwo wochen meßen lieſt über iare, das ander iſt neilich¹ꝛ¹) gnug die Kirche damit zu underhalten.

Item Wied und Iſemburg haben auch daſelbſt iarlich fallen an habern 3 malter.

54) Kirchähr, ſchon im 14. Jahrhundert Ober⸗Aure genannt nach dem Fluſſe, an dem es liegt. ⁵³) Dieſer Ort iſt verſchwunden. Die mündliche Überlieferung ſagt, daß zwiſchen Horbach und Hübingen

ein Dorf beſtanden habe auf dem jetzigen Lingſinger Wieſengrund. Das benachbarte Feld heißt Lingſingen, ebenſo der bei Dies in die Gelbach mündende Bach Lingſinger Bach. Möglicherweiſe weiſt der Name Lingſingen auf Nenzingen hin.

*6) Präſenz iſt 1) die Reſidenzpflicht der ſtändig bepfründeten Geiſtlichen, 2) die perſönliche Teilnahme

am gemeinſamen öſſentlichen Chorgebet. Um die Stkftsgeiſtlichen nach Auflöſung des gemeinſamen Lebens zur ſtrengen Beobachtung ihrer Pflichten zu ermuntern, beſtimmte man einen Teil der ehemaligen Geſamteinkünfte des Kapitels im Gegeuſatz zu den Präbenden für Präſenzgelder d. h. Spenden an Stiftsherrn, die im Chor oder beim Gottesdienſt mitwirkten.

57, Es ſoll wohl heißen nerlich(nahrlich) genug d. h. kaum genug.