Aufsatz 
Verzeichnus der dörffer, feuerstedt und haupter, auch frembter hern renthen und guldten, in der stat und banne Monthabaur, anno domini 1548 beschrieben und in cantzlei uberschickt
Entstehung
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24 Die Zeche Dernbach, Eſchelbach und Elchendorff.

25 haben an feurſtedten zuſamen 39 geben den hern zu St. Florin iars an ſenthabern ²⁹) 6 malter.

26 Der zehenden daſelbſt felt in drei theill nemlich der frawen zu Spurckenburg, dem Kirchhern ³⁰) zu Wirges und Dietherich Meffart zu Wenigen ſampt ſeinen miterben.

27 Item haben iuncker Dietherichs vom Stein ſeligen erben ein zehenden zu

Eſchelbach und Dernbach, thut iars ungeferlich 40 malter frucht korn und haber, ſampt hawe ³¹) und klein zehenden.

28 Item iuncker Friederich Hilchin von Lorich³²) hat im dorff Dernbach ein Burgſeß ³³) ſampt einem hof dabei und etliche eigen leudt ⁵⁴) darin gehoerig, tregts zu lehen von Naſſaw Dillemberg hat darbei ein moele mit einem lauf, ertregt ime iars

III uff und ab 18 malter Korns davon gibt er meinem gnedigſten hern zu pacht 5 malter pro aquæ ductu. NB. am Rand.

29 Item hat gedachter iuncker ein altar im burgſeß guldt, Korn und gelt renten darzu ertregt iars ungeferlich etlich und dreißig gulden, ſolt ein cappellan halten. 30 Item iſt noch im dorff Dernpach ein capell, filia der Kirchen zu Wirges.

Sanctus Laurentius iſt patronus, hat iars fallen 1 fl. 10 albus. Am Rand: Anno 91 hodt alles gefell gethan 3 fl. 22 albus. Und etliche erben gelten darin ein ewige brennende ampell zu halten.

31 Die Zeche Sirßhan und Ebernhann haben an feurſtedten 33 32 Der zehenden darumb iſt zumall der hern zu St. Florin

und geben denſelben hern darzu an ſenthabern 9 malter.

33 Die Zeche zu Wirgeß Das dorff Wirges hat an feurſtedten 53.

34 Der zehenden daſelbſt felt den hern zu St. Florin zwei theill und das dritteill den iunckern von Staffell ſampt ihren miterben.

35 IIIV Item geben den hern zu St. Florin an ſenthabern 9 malter.

36 Item ſeint noch 10 malter landts, geben iars die 30te garb, fallen obgenanten iuncker Staſſeln. Donnern und Wallendorff.

37 Item die Kirche zu Wirges hat iars infallen 6 ½ fl. 3 pont olichs, ½ lb wachs.

29) Abgabe, die urſprünglich von den Sendgerichten herrührte. Darunter verſtand man die geiſtlicheu Rügegerichte des Mittelalters, zuweilen auch Gerichte der Fürſten und Grafen.

3⁰) Schutzherr der Kirche, der das Patronatsrecht beſitzt.

31¹) Heu.

32) Ein Ahnherr des Hilchin von Lorch wurde Mitte des 15. Jahrhunderts von Trier mit der Burg Dernbach belehnt. Dieſe Failie ſtarb 1745 in Dernbach aus.

³³) Burgſitz.

34) Leibeigene gehörten in älteſter Zeit zu den Gütern, glaebae adscripti; ſie gingen durch Kauf, Tauſch oder Pfändung von einer Hand in die andere über. Der Herr beſaß verſchiedene Rechte an ſeinen Leibeigenen, z. B. auf das Beſthaupt. Nach dem Tode derſelben fiel dem Herrn das beſte Haupt vom Nachlaſſe, das beſte Pferd oder die beſte Kuh oder das beſte Kleid zu.