Aufsatz 
Verzeichnus der dörffer, feuerstedt und haupter, auch frembter hern renthen und guldten, in der stat und banne Monthabaur, anno domini 1548 beschrieben und in cantzlei uberschickt
Entstehung
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Der bisherige Probekandidat Ebert) und Hilfslehrer Seifart), zuletzt am Gym⸗ naſium in Lauban, wurden zu Oberlehrern des Kaiſer Wilhelms Gymnaſiums ernannt. Kandidat Kruepper, zur Ableiſtung des Probejahres der hieſigen Anſtalt überwieſen, ver⸗ waltete gleichzeitig die etatsmäßige Hilfslehrerſtelle.

Den Profeſſoren Wurm und H. Becker wurde durch Allerhöchſte Ordre vom 10. Mai der Rang der Räte 4. Klaſſe, dem Oberlehrer Maßfeller durch Verfügung des Herrn Miniſters unter dem 27. Januar der Charakter alsProfeſſor verliehen.

Der Unterrichtsbetrieb verlief in dieſem Schuljahre leider nicht ohne große Störungen. Prof. Dr. Marx mußte zur Herſtellung ſeiner angegriffenen Geſundheit auf 6 Monate Urlaub nehmen, und Oberlehrer Eiſel konnte krankheitshalber 2 Monate ſeinen Dienſt nicht verſehen. Die Vertretung beider übernahm das Lehrerkollegium.

Am 9. Mai verſammelten ſich Freunde der Anſtalt, Lehrer und Schüler in der Aula zur Schillerfeier. Der Direktor hielt die Feſtrede und verteilte dann an eine ziemlich große Zahl beſſerer Schüler Prämienbüccher und Feſtſchriften, die teils vom Kgl. Prov.⸗Schulkollegium, teils vom Kuratorium zur Verfügung geſtellt worden waren. Nachmittags machten alle Klaſſen mit ihren Lehrern Ausflüge in die Umgegend.

Die übliche Turnfahrt fiel in den Anfang des Monats Juli. Die Primaner wan⸗ derten am 2. und 3. Juli in Begleitung des Direktors und des Oberlehrers Dr. Walters von der Station Idſtein über den Feldberg und die Saalburg nach der Station Camberg. Die Sekundaner zogen am 3. Juli nach Ems, Lahnſtein und Vallendar, die Tertianer durch das Gelbachtal nach Naſſau, die unteren Klaſſen nach der Dornburg bei Frickhofen.

Kleinere Spaziergänge und Turnfahrten brachten an ſchulfreien Nachmittagen einige Abwechſelung in das Alltagsleben. In Höhr geſtattete Herr A. Lötſchert in liebenswürdiger Weiſe die Beſichtigung der keramiſchen Fabrik des Herrn Simon Peter Gerz I. In Welſch⸗ neudorf gab Herr Rübſamen, der Beſitzer der weithin bekannten Fiſchzuchtanſtalt, lehrreiche Erläuterungen zur Forellenzucht. Auf dem Manöverfelde bei Limburg hatten die Schüler der oberen Klaſſen das ſeltene Glück, Ihre Majeſtäten nebſt Gefolge aus allernächſter Nähe zu ſehen. Der Malberg diente wiederholt als Endziel der Wanderungen, ſelbſt im Winter. Ganz beſonders anregend war der Beſuch der Antigone⸗Aufführung, zu der Herr Gymnaſialdirektor Klau in Limburg unſere Primaner und Oberſekundaner am 14. Oktober gütigſt eingeladen hatte. An demſelben Tage war es den Schülern noch vergönnt, unter der freundlichen Füh⸗ rung des Herrn Domdekans, Prälaten Hilpiſch und des Herrn Domvikars Dr. Kaſt das ſehenswerte Innere der Stadtpfarrkirche und den berühmten Domſchatz zu beſichtigen.

Die vaterländiſchen Gedenktage(15. Juni, 18. Oktober, 9. März und 22. März) gaben

*) Die Oberlehrer GEbert und Seifart haben über ihren bisherigen Lebensgang dem Berichterſtatter folgende Angaben gemacht:

Johannes Ebert, geboren zu Bieber im Kreiſe Offenbach a. M., beſuchte das Großherzogl. Gym⸗ naſium zu Mainz und ſtudierte dann die alten Sprachen, Deutſch und Geſchichte. Nach längerer Tätigkeit an Privatanſtalten legte er die Prüfung für das höhere Schulamt im Winter 1902 an der Univerſität Bonn ab. Sein Seminarjahr verbrachte er 1903/4 an Königl. Gymnaſium in Wiesbaden und ſein Probejahr 1904/5 am Kaiſer Wilhelms Gymnaſium zu Montabaur.

Martin Seifart, geboren zu Kl. Wandris im Kreiſe Liegnitz, beſuchte die Ritterakademie zu Liegnitz, ſtudierte evangel. Theologie in Breslau und wurde nach den vorgeſchriebenen Examina zum Vikar der evangel. Landeskirche ordiniert. Nach dem Ausſcheiden aus dem geiſtlichen Amte verwaltete er die Hilfslehrerſtelle an den Gymnaſien zu Liegnitz und Lauban bis zu ſeiner Berufung an das Kaiſer Wilhelms Gymnaſium zu Montabaur.