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Leitung des Profeſſors Wurm, Lieder des Geſangchors unter Leitung des Zeichenlehrers Kirſtein und Deklamationen mehrerer Schüler mit einander wechſelten. Der Direktor überreichte das Bohrdt'ſche Werk:„Deutſche Schiffahrt in Wort und Bild“, das Se. Majeſtät der Kaiſer und König als Prämie für einen beſonders wackeren Schüler geſchenkt hatte, dem Untertertianer Karl Roth aus Hellenhahn. Die Feſtrede hielt Oberlehrer Dr. Walters. Auch in dieſem Jahre war die Schulfeier von Ange⸗ hörigen der Schüler und Gönnern der Anſtalt zahlreich beſucht.
An den Geburts⸗ und Todestagen der in Gott ruhenden Kaiſer Wilhelm I. und Friedrich III. wurden die Schüler in herkömmlicher Weiſe auf die Bedeutung dieſer Tage als vaterländiſcher Ge⸗ denktage hingewieſen. 3
Am 28. September wohnte der Direktor des Königlichen Provinzial⸗Schulkollegiums, Herr Oberregierungsrat Dr. Pähler, dem Unterricht in einigen Klaſſen bei.
Zwei Reifeprüfungen fanden in dieſem Schuljahr ſtatt. Am 28. September unterzogen ſich drei Oberprimaner, und zwar zwei mit Erfolg, der Prüfung unter dem Vorſitze des genannten Herrn Dezernenten. Die Hauptprüfung wurde am 1., 2. und 3. März abgehalten. Es erhielten 23 Prüf⸗ linge das Reifezeugnis, 6 wurden von der mündlichen Prüfung befreit. Den Vorſitz führte an den erſten beiden Tagen der genannte Königliche Kommiſſarius, am dritten Tage der Direktor als deſſen Stellvertreter.
Den Oberlehrern Wurm und H. Becker wurde durch Verfügung des Herrn Miniſters unter dem 16. Februar der Charakter als„Profeſſor“ verliehen.
Se. Excellenz der Oberpräſident unſerer Provinz, Herr v. Windheim, beehrte am 16. März das Kaiſer Wilhelms Gymnaſium mit ſeinem Beſuche. Er ließ ſich das Lehrerkollegium durch den Berichterſtatter vorſtellen, ſchritt die Front der auf dem Schulplatze aufgeſtellten Schüler ab und be⸗ ſichtigte zuletzt einige Räume des Schulgebäudes.
Der Geſundheitszuſtand blieb bei Lehrern und Schülern im allgemeinen günſtig. Vertretungs⸗ ſtunden waren für erkrankte Lehrer nur in den Wintermonaten nötig.
Leider mußte die Anſtalt den Tod eines Schülers beklagen. Am 12. Juli ſtarb nämlich in ſeiner Heimat Waldernbach der Obertertianer Adolf Wagner, der während der Oſterferien ange⸗ meldet, aber wegen einer ſchweren Krankheit dem Unterrichte fern geblieben war.


