Aufsatz 
Die Feier des 50jährigen Bestehens unserer Anstalt
Entstehung
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Herr Direktor Müller-Laubach:

Als alter Schüler der Alsselder Realschule bin ich hierher geeilt, um an der Jubelfeier der Anstalt teilzunehmen, in welche ich selbst vor langer Zeit die ersten Schritte zur Schule getan habe. Jch über- bringe die herzlichsten Glückwünsche vom Gymnasium zu Laubach. Wir wissen, daß die Gymnasien mit den Realanstalten zusammengehören und sich ergänzen müssen, wir wissen, daß wir das gleiche Ziel ver- folgen, nämlich echt deutsche Jünglinge zu erziehen, die fest auf dem Boden des modernen Lebens stehen, die sich aber nicht beherrschen lassen von den mannigfachen Zeitströmungen, sondern die selbst diese zu beherrschen vermögen. Wir freuen uns deshalb aufrichtig an den Gymnasien des Landes allcnthalben der blühenden Entwickelung, die die realistischen Anstalten genommen haben, wir freuen uns besonders, daß hier in Alsseld der realistischen Bildung eine neue Stätte bereitet worden ist. Wir wünschen der Oberrealschule herzlich Glück zu den reichen und schönen Erfolgen, die die Anstalt erzielt hat, wir wünschen, daß es ihr beschieden sein möge, noch viele Generationen von echt gebildeten Und charaktervollen Jünglingen zu erziehen und in das Leben zu entlassen. Möge die Oberrealschule zu Alsfeld allzeit blühen und gedeihen zur Freude und zum Stolz der Stadt und zum Segen unseres hessischen Heimatlandes.

Herr Rektor F o er m es-Lauterbach:

Jm Auftrage der höheren Biirgerschuleii zu Grünberg, Lauterbach und Schlitz danke ich für die an diese Schulen ergangene Einladung. Gleichzeitig möchte ich Gelegenheit nehmen, wie ich dies auch bei der Einweihung der Oberrealschule getan habe, Glück zu wünschen für ein ferneres Gedeihen der Anstalt. Möge die Oberrealschule in den kommenden Jahren sich gleich glücklich entwickeln, wie sie sich seither entwickelt hat; acl multos annosl

Herr Hauptlehrer Rudolph-Alsfeld:.

Gestatten Sie auch mir, daß ich mich der Reihe der Gratulanten anschließe. Als die freundliche Einladung seitens des Festausschusses an die Vorsteher der hiesigen Anstalten ergangen war, haben sich diese geeinigt, daß der Leiter der größten Anstalt hier der Dolmetsch sein möge und die Glückwünsche über- bringen solle namens der hiesigen Lehranstalten, der Volksschule, der landwirtschaftlichen Winterschule, der Gewerbeschule, der kaufmännischen Fortbildungsschule, sowie der höheren Bürger-(ålliädchen)-Schule.

Das Verhältnis zwischen den Leitern der hiesigen Anstalten ist immer ein gutes gewesen und so wie dies im ersten halben Jahrhundert mit der Realschule war, möge es auch in Zukunft bleiben. So manchem strebsamen, braven Volksschüler wurde durch die Realschule der Weg geebnet zu angesehener, besserer Stellung im Leben, und mancher Realschüler hat in den hier bestehenden Fachschulen die Kenntnisse zu erlangen gesucht, die er im Leben nötig hatte. Lehrkräfte der einen Anstalt unterrichteten zugleich an der anderen und so bestehen innige Wechselbeziehungen zwischen letzteren. Wir arbeiten hier an einem schönen Fleckchen Erde zusammen an dem großen Werke der Heranbildung und Erziehung eines Teiles unserer deutschen Jugend. Auch von dieser unserer Arbeit darf das Wort des Dichters gelten:»Aus der Kräfte schön vereintem Streben erhebt sich wirkend erst das wahre Leben!« Mögen die Festtage dazu bei- tragen, daß das Band der gemeinsamen Arbeit sich immer mehr festige zum Segen der Alsselder Jugend- Möge die hiesige Realschule, jetzt Oberrealschule, allezeit sein und bleiben eine ernste Pflegestätte fort- schreitender Bildung, möge sie stets beitragen zum Wohle der von uns geliebten Stadt Alsseld-

Herr Sanitätsrat Dr. S ch losse r-Alsfeld:

Als einer der ältesten Schüler habe ich den ehrenvollen Auftrag bekommen, den Dank der früheren Schüler auszusprechen. Der zahlreiche Besuch der Feier beweist, daß wir alle der Schule ein dankbares Andenken bewahrt haben. Wir ältesten unter den Schülern freuen uns, daß wir diesen Tag erlebt haben, undbich habe die Hoffnung, daß vielleicht noch der eine oder der andere von uns das 75jährige Jubiläum erle en möge.,

Zum Andenken an diesen schönen Tag überreiche ich der Schule dieses Bild, darstellend die Porträts der bis heute an der Anstalt tätig gewesenen Direktoren, gefertigt von der Künstlerhand eines ehemaligen Realschülers, des Herrn Photographen Otto Hölscher.

Zum Schlusse rufe ich der Schule aus freudigem Herzen im Sinne aller ehemaligen Schüler ein »Vivs.t, klare-t, drescat1« zu.

Herr Baurat S ch m a n d-Elberfeld:

Jch bin beauftragt, im Namen ehemaliger Schüler der Alsselder Realschule Jhnen eine Urkunde zu überreichen über eine Stiftung, welche bleiben soll eine Erinnerung an die heutige Jubelseier und welche gleichzeitig sein soll ein Ausdruck des Dankes der früheren Schüler. Mit den Waffen Fleiß, Gründlichkeit und Beharrlichkeit muß die Jugend ausgerüstet werden, hierzu hat seither die hiesige Realschule beigetragen, möge dies auch in Zukunft so bleibeni

Herr Oberrealschul-Direktor Dr. Biß-Alsseld: Tief gerührt und dankbaren Herzens trete ich hier vor Sie hin in dieser Stunde, die so viele liebe Worte der von mir geleiteten Anstalt entgegengebracht hat und ich freue mich, daß ich die Ehre habe, die