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Dasſelbe Wort iſt Atys*⁰), und gleich dieſem werden wir auch die ſyriſchen Götterbezeichnungen Gad, Hadad, Azael, Azazel, Aziz ſamt dem arabiſchen Aud(ſ. Movers) und vor allem Adonis (Adoneus auch Beiname des Dionyſos), den zweiten Theil der Zuſammenſetzung in Belitan, Baal⸗ iton, Baaladan, Aſſaradon(Movers p. 479) zu dem germaniſchen Gode, Wate, Wodan ſtellen dürfen. Überraſchende Ähnlichkeit mit Attes, mehr noch mit dem deutſchen Hadu(Hadubrand, auch wol der Haßjäger), einer Benennung des Wodan, und mit Adonis zeigen Hades und Aidoneus; da Tod und Beſtattung in den Sagen und Culten, die uns beſchäftigen, ſo vielfach hervortreten*²¹), ſo mag die Namensähnlichkeit keine bloß zuſällige ſein. An Odin oder Gwodan erinnern ferner der indiſche Durjodhana, der kappadociſche Apollo Kataon, der kretiſche Kydon(Sohn der Akakallis), Kod⸗ dinos**), Azan, dem die erſten feierlichen Leichenſpiele und zwar mit Wettrennen gehalten wurden ²³), ja ſogar die Amazonen*⁴). Weitere Anklänge ließen ſich finden in Autoleon*s) und Autolykos
(Jacobi p. 550). Ein thraeiſcher König Kotys wird bald als wilder grauſamer Krieger dargeſtellt, bald als ein Wollüſtling, der unter allen ſchattigen Bäumen und an allen Quellen Gaſtmähler hielt. Movers ſtellt dazu p. 488 den
Paphlagonier Kottas, den treuſten Freund des Sardanapal, und den Phryger Androkottos oder Sandro⸗ kottos, der ganz dem Sardanapal gleichſteht.
70) Movers macht p. 487 darauf aufmerkſam, daß Herodot den Urahn der lydiſchen Könige 1. 94 Atys und IV. 45 Kotys nennt, und ſetzt hinzu:„beide Namen geben auch nur verſchiedene Ausſprachen nach ſemitiſchen Sprachregeln, wonach bekanntlich d und y, in der Eigenſchaft des Ghain, wechſeln.“ Denſelben Wechſel ſehen wir auch in Gode und Odin, Kombabus und Ambubajen, 2⁴.ι und aper, Gans und anser. Mit Atys ſcheint auch αυα zu⸗ ſammen zu hängen, wie Katze mit Kotys.
71) Faſt alle betreffenden Mythen erzählen von Mord oder plötzlichem Tode, die Feſte ſind großenteils Trauerfeſte. Wo⸗ dan iſt der Gott des Todtenreichs, ebenſo Oſiris. Der Wächter der Unterwelt, Kerberos, der deutſche Höllenhund oder Hellewolf(Simrock p. 501), iſt der Sirius.— Ebenſo verdiente die auffallende Namensähnlichkeit zwiſchen dem deutſchen Atli(Atla, Attila, wovon vieles auf den bekannten Hunnenkönig ubergieng, namentlich das Kriegsſchwert) und dem Himmelsträger Atlas eine nähere Unterſuchung.
72) Nach der Sage der Magneten bei Pauſ. III, 22, 4 hatte Broteas, Sohn des Tantalus, auf dem Felſen des Koddi⸗ nos das älteſte Bild der Göttermutter gefertigt; vgl. p. 33 u. 34.
73) Ätolos tödtete bei dieſen Spielen den Apis(vgl. Pelops, Helops), indem er ihn mit dem Viergeſpann überfuhr, und mußte fliehen. Sollte ſich darin eine Andeutung an Orions Tod durch die Sonne, der ein Viergeſpann gegeben wurde, finden laßen? Von Steckenbleiben oder falſcher Lenkung des Wagens und dadurch herbeigeführtem Tode er⸗ zählen mehrere Sagen, die auf Orion gehen(Karna im Mahabharata, ſ. Duncker II p. 42, Odipus und Laios, Phaethon, Onomaus, Hippolytos), und ſo ließe ſich auch der ſteckenbleibende Wagen der deutſchen Sage als ein Überbleibſel ſolcher Vorſtellung anſehen. Bei Sigfrid iſt der Wettlauf wenigſtens geblieben(auch bei Hektor), und er fällt am Borne, d. h. am weſtlichen Meere.
74) Das Wort iſt zuſammengeſetzt mit ama, das mit Ma, dem Namen der kleinaſiatiſchen Hauptgöttin, eins ſein wird und auch in Artemis zu ſtecken ſcheint.
75) Pauſanias nennt ihn Leonymos. Die in hiſtoriſche Zeit gerückte Sage von ihm enthält manches, was auf Orion hin⸗ deutet.„Die opuntiſchen Lokrer ließen in der Schlachtordnung immer eine Stelle für ihren Nationalheros Aias offen. Autoleon wollte in einer Schlacht in die offene Stelle eindringen, allein er ward von dem Schatten des Helden ver⸗ wundet, mußte fliehen und litt ſehr an der Wunde. Das Orakel riet ihm den Schatten des Aias auf der Inſel Leuke(Lichtland) durch Opfer zu verſöhnen, er that es und wurde geheilt. Auf jener Inſel ſah er auch die Helena, die ihm angab, wie der für ſeinen Tadel der Helena erblindete Steſichoros wieder ſehend wurde.“


