3⁵
Mit Aktäon eins iſt offenbar der Zeus Aktaios, der oben am Pelion ein Heiligtum hatte. Beim Aufgange des Hundsſterns pflegte eine Proceſſion zu ihm hinauf zu gehen, wobei die vornehmſten Jüng⸗ linge Felle von Widdern trugen, die dem Zeus geopfert waren(Preller I p. 93). Es genügt zu wißen, daß der Widder Symbol der Wolke war 4¹).
Eine zweite Benennung des wilden Jägers war der Helljäger. Zu den bereits angereihten Na⸗ men Hylas u. a. kommen noch folgende: die indiſche Todesgöttin Kali, die phrygiſchen Gallen(Prie⸗ ſter der Kybele), Kalaos, der Vater des Atys, Kyllenos, ein mit Rhea verbundener Heros der Mileſier, die in eine Katze(αν) verwandelte Dienerin Hekates Galinthias, der die Thebaner am Feſte des Herakles zuerſt opferten, Chalis, ein Name des Dionyſos, die Athene Chalinitis oder Hellotis in Korinth ⁵⁵), Helara oder Elara, die Mutter des Rieſen Tityos, die mit Herakles eng
drangen die Räuber Laios, Keleos, Kerberos, AÄgolios, ganz mit Erz zum Schutz gegen die Bienen umpanzert, in die heilige Grotte ein, um Honig zu rauben, aber die ehernen Panzer zerſprangen, und Zeus verwandelte ſie in Vögel.“ Agolios ſtimmt zu Hakel, Keleos zu Hel; der dreiköpfige Höllenhund Kerberos iſt der Hundsſtern, auf den die Dreizahl vom Orion übergieng; Laios gehört als Vater des Odipus in die Orionſagen. Milch und Honig wurde dem babyloniſchen Saturn geopfert(Movers p. 306 u. 391), Honigmeth dem italiſchen Sancus dargebracht (Macrob. III, 11). Honig war bei Todtenopfern weſentlich(Hom. Od. XI. 26). Bei Virgil Aen. VI, 420 wird Cerberus mit einem Honigkuchen beſchwichtigt, und Heyne bemerkt dazu ohne Quellenangabe: Meltτοπα Cerbero obiici solita. Honigkuchen erhielten auch die in Tempeln gehaltenen Schlangen(vgl. Virgil Aen. 1V, 486). S. au⸗ ßerdem n. 36 und Hermann gott. Alt.§. 25 u. 18. Auch hier weiſt Deutſchland, vielleicht nur zufällig, etwas ähn⸗ liches auf. In meiner Heimat, an der oberen Weſer, heißt ein Gebäck, das nur zu Weihnachten gebacken wird und allerlei Geſtalt, auch Thiergeſtalt, erhält, noch immer Honigkuchen, obgleich man allgemein Syrup dazu nimmt.
64) Der Stamm hak wird vorn ein Digamma gehabt haben, das ſich bald zu k oder g verhärtete(vgl. vivo vixi, flu- vius fluxus), bald als bloßer Hauch erhielt, bald ganz wegfiel, wie das Wort Wodan(Gwodan) deutlich zeigt in: Gode Gott, nordiſch Hödr, Odin, Odhr. Übergang in die labialis(vgl. quinque fünf, νπε, ſskr. pautscha; quatuor lith. keturi, goth. fidvor, 16ν1 ãol ließe ſich annehmen bei Picus(vgl. picken und hacken), Phokos, dem gemordeten Bruder des Peleus, Bakchos, Pygmalion, dem phrygiſchen Zeus Bagaios, dem ſlaviſchen Bog(deus), dem ägyptiſchen Pachis und Pacht. Das Digamma wurde aber auch häufig zu s(d*πειο über super; Gνε 60 Gα famulus cum simul ſamt), und ſo ließen ſich noch anreihen: Sichäus oder Sicharbaal(bei Juſtin Acerbas), die phöniciſche Athene Siga(Movers p. 642), das Sakäenfeſt, Sokles, Sohn des Lykaon, die römiſchen Saatgöttinnen Seja und Segetia oder Segeſta, die deutſchen Sachsnot, Sigi, Sigmund, Sigfrid, Sigurd(vgl. Eckart), vielleicht ſogar Segeſtes, Hermanns d. i. Irmins Feind. Hieraus läßt ſich nun ein Schluß ziehen auf die urſprüngliche Bedeutung. Axt, Sivn, dxteναἀeν, Hacke(fränkiſch Pickel, franz. pioche), Sachs, Sech, Säge, Sägeſe(= Senſe), sagitta, secula, securis, sica gehören zuſammen als einſchneidende Geräte. Dazu kommt Sieg, was wieder mit dem alten wig(noch in fechten, Fehde, aufwiegeln, weigern), das Streit und Kampf bedeutet, zuſammenhängt: ſskr. sigia ſiegend vigen Sieg und vaje Krieg, lat. pugua victoria. Es ſcheint alſo, daß die auf ak zurückgehenden Benennungen den Gott mit der ſiegreichen Waffe bezeichneten(vgl. die Volksnamen Saken, Sachſen, Sogdiana, Siculer, Agathyrſen, Akarnanen, Achäer, Aquer), was dem Orion ganz entſpricht. Man gab ihm bald eine Kriegswaffe, bald ein Ackergerät, eine Sichel oder Senſe, und ſo erklärt die Sprache ſelbſt im Verein mit dem Ausſehen des Sternbildes, wie es kommen konnte, daß Orion ſowol Jäger und Krieger(dann auch der Tod mit der Hippe oder Senſe) als Saatengott war, wie auch segetes und sagitta Eines Stammes ſind.
65) Von ihr wird erzählt:„Als Korinth von den Doriern erobert und in Brand geſteckt wurde, flohen mehrere Frauen in den Tempel der Athene. Da auch dieſer angezündet wurde, flohen die übrigen, nur Hellotia und Euthtione blie⸗


