Aufsatz 
Orion der Jäger : ein Beitrag zur semitisch-indogermanischen, besonders zur deutschen Mythenforschung / von ... Suchier
Entstehung
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erwähnt**). Das eherne Bild am Felſen deutet das am Himmel unverrückt ſtehende Geſtirn an ⁶²), das Grab ſteht in Verbindung mit den jährlich gebrachten Todtenopfern.

Von einem anderen korinthiſchen Aktäon wird erzählt:Archias wollte den ſchönen Aktäon mit Ge⸗ walt ſeinem Vater Meliſſos entreißen, und im Streite kam Aktäon um. Meliſſos rief bei den Iſthmien die Götter um Rache und ſtürzte ſich vom Felſen ins Meer. Korinth wurde nun von Peſt und Dürre heimgeſucht. Das Orakel befahl den Tod des Aktäon zu ſühnen; Archias verließ das Land und gründete Syrakus Mag dieſer Aktäon hiſtoriſch ſein(wofür ihn Duncker nimmt III p. 446) oder nicht, jeden⸗ falls haften an ihm mythiſche Züge. Sein Tod bringt Unheil über das Land, die Dürre der Hundstage; die Iſthmien waren ein Trauerfeſt, das dem Orion galt; Meliſſos iſt von 64¼⁶ Biene gebildet, Biene und Honig aber ſtehen in enger Beziehung zu den Orionsculten, weil die Bienen zur Zeit des Sirius den beſten Honig lieferten**).

Stein tödtet(Apollodor II, 1, 3), ſind der Sirius. Man beachte ferner die Verſteinerung der Aglauros, der Pro⸗ pötiden, der Töchter des Kinyras, der Anaxarete, den Stein, den Kronos verſchlingt, den heiligen Stein in Delphi (Duncker III p. 327), den von Theſeus gehobenen Stein, den Stein des Siſyphus, die Steinigung des Palamedes, den in n. 11 erwähnten ſteinernen Löwen, den von Brunhilde und Sigfrid geworfenen Stein, den tarpejiſchen, leu⸗ kadiſchen, moluriſchen, ſkironiſchen u. a. Felſen mit ihren Sagen und Menſchenopfern.

61) Odins und Hakelbergs Grab, bei letzterem ein Grabſtein, wird an verſchiedenen Orten gezeigt; zuweilen heißt es, das Grab könne niemand finden(Simrock p. 245, J. Grimm p. 875 u. 883, oben n. 9). Attes war nach Pauſ. 1, 4, 5 am Berge Ahndiſtis begraben. Hyakinthos hatte ein Grabmal unter dem Bildnis des amykläiſchen Apollo im Tempel(Pauſ. IlI. 1, 3). In Delphi zeigte man im Allerheiligſten des Tempels neben einem goldenen Bilde des Apollo das Grab des Dionyſos, an welchem die Vorſteher der Prieſterſchaft um die Zeit des kuͤrzeſten Tages geheime Opfer brachten(Preller 1 p. 427), auf Kreta ſogar ein Grab des(phönieiſchen) Zeus. Das Aakeion auf Agina enthielt nach einer Geheimſage ſein Grabmal(Pauſ. II, 29, 6). Dazu kommen die Gräber des Oſiris, Memnon, Ninus, Linos Rinck 1 p. 342 u. II p. 312), die Amazonengräber, die wol mit den Semiramiswällen eins ſind (vgl. die Hünengräber). In Byblos wurde Adonis beſtattet; die Gebräuche bei der Oſirisfeier waren Leichenge⸗ bräuche; eine Leichenfeier waren die bakchiſchen Orgien und die Hyakinthien, und ſo erklären ſich die Grabmäler als Cultusſtätten, wo ſolche Todtenfeier ſtattfand. Bemerkenswert iſt beſonders, was Pauſ. 1X. 29, 3 ſagt: Am Heli⸗ kon in einem kleinen in Form einer Grotte ausgehöhlten Felſen ſtand das Bild des Linos; daſelbſt wurde ihm ein jährliches Todtenopfer, vor dem Muſenopfer, gebracht. Die Muſen ſind urſprünglich Quellmächte.

62) Auf dieſe Deutung führt folgendes. Pirithous iſt an einen Felſen angewachſen, und als Herakles ihn losreißen wollte, bebte die Erde(Jacobi p. 415). Mit geringer Veränderung kehrt derſelbe Mythus wieder in dem Rade, woran Ixion, Pirithous Vater, gebunden iſt. Dazu läßt ſich Prometheus ſtellen, der von Hephäſtos an einen Fel⸗ ſen geſchmiedet iſt, mit dem Felſen in die Unterwelt ſinkt und wieder herauf kommt, um nun an den Kaukaſus ge⸗ bannt zu bleiben(Jacobi p. 868). Der Hund des Kephalos, der den nie einzuholenden teumeſſiſchen Fuchs dicht verfolgt, wird ſamt dieſem in Stein verwandelt(Jacobi p. 92); der immer gleiche Stand des Prokyon und Sirius zu einander erklärt die Sage.

63) So ſagt Preller 1 p. 306. Ariſtaios iſt Lehrer und Vorſteher der Bienenzucht, und Münzen von Keos zeigen ihn mit dem Hundsſtern, der Biene, Traube und Ziege. Deutliche Winke gibt der von Servius erzählte Mythus(Ja⸗ cobi p. 609):Meliſſa, von Demeter in ihre Myſterien eingeweiht, lebte am Iſthmus; benachbarte Weiber, denen ſie dieſelben nicht ausplaudern wollte, zerrißen ſie; Demeter aber ſendete über die Weiber eine Peſt und ließ aus dem Leibe ihrer Prieſterin die Bienen entſtehen. Bienen, woraus dann honigreichende Nymphen, Töchter des Meliſ⸗ ſeus, wurden, ernährten den kleinen Zeus auf Kreta. Erwähnung verdient der daran geknuͤpfte Mythus:Einmal