Aufsatz 
Orion der Jäger : ein Beitrag zur semitisch-indogermanischen, besonders zur deutschen Mythenforschung / von ... Suchier
Entstehung
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erzählt dann, er ſei, weil er die Artemis nackt erblickte**), in einen Hirſch verwandelt und von ſeinen eigenen Hunden zerrißen ⁵³*). Daß die Sage auf die Hundstage zu deuten iſt, ergibt ſich leicht. Die Hunde ſind die zu dieſer Zeit wehenden Glutwinde(in der Danaidenſage 50 zudringliche Freier aus Agypten); ſie ſind raſend, weil die Hitze die Hunde toll macht, 50 an der Zahl, weil die Griechen 50 Hundstage zählten(wie Duncker III p. 121 behauptet); der verfolgte Hirſch ſind die Eteſien, mit Orion vereinigt, weil ſie mit ſeinem Wiedererſcheinen gleichzeitig ſind. Viele Münzen zeigen einen Hirſch, der von einem Löwen zerfleiſcht wird(Preller I p. 308). Was hinzugeſetzt wird, die Hunde hätten heulend den Herrn geſucht und ſich erſt beruhigt, als ſie ſein Bild ſahen, erklärt ſich ſo: die heißen Südwinde hören auf, wenn Orions ganze Geſtalt wieder ſichtbar iſt. Polygnot bildete nach Pauſanias den Aktäon mit der Mära ab, die im Ikariosmythus gradezu der Hundsſtern genannt wird. Wichtig iſt auch der böotiſche Felſen, wo Aktäon müde von der Jagd zu ſchlummern pflegte, und wo nach dem Volksglauben ſein Geſpenſt ſpukte, bis man die Überreſte des Heros mit Erde bedeckte und ſein ehernes Bild an den Felſen heftete(Pauſanias IX. 38, 4). In dem Spuken verrät ſich der wilde Jäger, Felſen oder Steine gehörten demſelben auch in Deutſchland*°), und Gräber der ihm verwandten Weſen werden vielfach

58) Erymanthos wird von Aphrodite mit Blindheit geſtraft, weil er ſie im Bade geſehen. Artemis(der Mond) bringt auch dem Orion den Tod.

59) Auch Linos, der perſonificirte Klagegeſang(vom ſemit. ailanu wehe), der in Phrygien Lityerſes, in Agypten Mane⸗ ros hieß, wird von Hunden zerrißen, und Apollo ſchictt nach ſeinem Tode eine Kinder entraffende Plage(Toανν), was Preller 1 p. 310 gewis mit Recht darauf bezieht, daß in der Zeit der Gluthitze einſt Kinder geopfert wurden.

60) Auf dem Harz am Bodekeßel ſteht der wilde Jäger verſteinert(J. Grimm p. 889); Steine hebt die Sage bei ſeinem Grabe hervor(derſ. p. 875, oben p. 10); wo bei Schlüchtern im Walde große Baſaltklippen ſtehen, da ſoll des wilden Mannes Haus geweſen ſein(derſ. p. 881); ein Stein auf dem hohen Berge in der Wetterau, worin ſich die Glieder ſitzender Menſchen abgedrückt zeigen, heißt der wilden Frau Geſtühl, und das Volk meint, die wilden Leute hätten da gehauſt, als die Steine noch weich waren(derſ. p. 403).Der Teufel ſagt Simrock p. 503 wirft Felſenſteine nach chriſtlichen Kirchen; uralte Bauten, den eylopiſchen Mauern entſprechend, werden bald Rieſen, bald dem Teufel zugeſchrieben, Fußſpuren u. ſ. w. in Felſen bezieht das Volk auf beide. Teufelsſteine, die davon, daß ſie der Teufel trug, oder daß er darauf ausruhte(wie Aktäon), den Eindruck ſeiner Finger, des Ohrs, der Schulter oder der ganzen Geſtalt behielten, werden an vielen Orten gezeigt(J. Grimm p. 974 f., vgl. Simrock p. 418); ſie heißen auch Teufelskanzeln, wie eine ſolche auch an dem wichtigen Hohenſteine im Süntel iſt, in der Mark Harken⸗ ſteine(Schwartz p. 28, Simrock p. 411 f.). Daß die Eigelſteine und die Eggeſter Steine hierher zu ziehen ſind, iſt bereits bemerkt. Auch der Pferdehuf an der Rostrappe gehört dahin als eine Spur des wilden Jägers, des Teufels mit dem Pferdefuß. Wie wichtig den Semiten die Steine waren, iſt bekannt. Über die Araber ſ. Duncker 1 p. 138 f.(außerdem p. 153), über die ſyriſchen Bätylien Schwenck Myth. der Sem. p. 8 ff. Felſen und Steine gehör⸗ ten der Kybele oder Ma wie der ſyriſchen Göttin(Duncker 1 p. 245, 253, 255). Der Niobefelſen am Sipylus entſpricht ganz den deutſchen Teufelsſteinen, ebenſo der Battusfelſen in Arkadien, der euböiſche Lichasfelſen, der Ungenannte, der beim Anblick des Herakles zu Stein wird(Ovid Met. X. 65, auch die gleich danach erwähnten Steine am Ida), vor allem der auf Sicilien gezeigte Felſen des geblendeten Daphnis, der nichts anderes iſt als der zum Hirten gewordene Jäger Orion. Auf die lernäiſche Schlange wälzt Herakles ein Felsſtück(vgl. die verſteinerte Schlange bei Homer Il. 11, 303 ff. und die auf Lesbos bei Ovid Met. XI, 60); der wahnſinnige Herakles, der ſeine Kinder tödtet, wird durch einen Stein, den Athene auf ſeine Bruſt wirft, in heilenden Schlummer verſenkt(Jacobi p. 401). Sphinx war auf einem Felſen gelagert Phineus, der Wolf, der in Peleus Heerde einbricht und zu Stein wird (Ovid Met. Al, 404, ſ. auch Pauſ. I1, 19, 7), der verſteinerte teumeſſiſche Fuchs, Argos, den Hernes mit einem