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Lydus de ostent. p. 369 der Orion zuerſt aufgeht ³2). Die den Hyakinthien gleich zu achtenden nemei⸗ ſchen Spiele wurden um die Zeit gefeiert, wenn die Sonne in das Zeichen des Löwen getreten war, vor dem Vollmonde(Böckh über die Rede gegen Meidias P. 94 f.); die zu Ehren des Melikertes, des phö⸗ niciſchen Melkarth⸗Herakles, in einem Fichtenhain gefeierten Iſthmien waren ebenfalls mitten im Sommer(Duncker IV p. 26). Vielleicht darf auch auf die Angabe, Herakles ſei beim Erlegen der Hydra(des deutſchen Lindwurms) von einem Krebs in den Fuß gekneipt, einiges Gewicht gelegt werden; ſie erinnert an Hakelbergs Verwundung, und der Krebs weiſt auf Ende Juni hin, wie die Bändigung des Löwen, die erſte That des Helden, auf den Juli.
Verlaßen wir das leicht noch weiter auszubeutende Feld der Chronologie ⁵⁴), um auf etymologiſchem Wege weiteren Spuren des großen Jägers nachzugehen. Achilles und Hektor ſind bereits zum deutſchen hak(in Hakelberg, Hakemann, Hexe, Ecke) geſtellt; aber die Üübereinſtimmung geht weiter. Wie das
würdig der Pinie, woran das Bild des Attis hieng. Dazu kommt, was Lucian de dea Syria 49 über das Feuer⸗ oder Fackelfeſt in Tyrus beim Frühlingsanfang ſagt:„Sie hauen große Bäume um und richten ſie im Tempelvorhof auf. Dann treiben ſie Ziegen, Schafe und andere Opferthiere herbei, die ſie an den Bäumen aufhängen, dazu noch Vögel, Kleider, ſilberne und goldene Bildwerke. Iſt dieſes vorbereitet, ſo tragen ſie die Götterbilder um die Bäume, der Scheiterhaufen wird angezündet, und alsbald geht alles in Rauch auf.“ S. auch n. 69. Die Uebereinſtimmung der römiſchen und deutſchen Bräuche berechtigt zu dem Schluß, daß den Römern die letzten Tage des Jahres vom 19. December an eine heilige Zeit waren, daß ſie ihre Zwölften hatten wie die Deutſchen.
52) Movers p. 480 ff. gibt ein reichhaltiges Material in trefflicher Auseinanderſetzung. Ein näheres Eingehen auf den ebenſo intereſſanten als wichtigen Gegenſtand muß hier unterbleiben. Es ſei nur bemerkt, was Movers nicht gewahrt hat, daß ſich Anklänge an das weitverbreitete Sakäenfeſt auch bei uns finden, nämlich in dem großen Freudenfeſt zu Anfang Mai, wo ſich Frouwa mit Wodan vermählt, der Teufel mit den Hexen buhlt und eine zur Königin erhebt. Sogar die bei den Sakäen weſentlichen Laubhütten zeigen ſich noch angedeutet in den ſogenannten Maibäumen, Birken, die Pfingſten vor den Häuſern in die Erde geſetzt, im Schaumburgiſchen beſonders von Liebhabern dargebracht werden. Daß das Maifeſt allmählich mit dem Pfingſtfeſt vereinigt wurde, entnehme ich auch aus der Sitte einen mit Blumen und Bändern geſchmückten Pfingſtochſen, ein urſprüngliches Opfer, durch die Gaßen zu führen. Die Sitte beſteht an der Weſer noch jetzt, ſ. auch Simrock p. 550. Die Römer hatten ihre Laubhütten am 15. März(jedoch auch im Mai, ſ. Movers p. 484); die dabei üblichen Argeenopfer(Zeiß röm. Alt. p. 87 f.) ſind von Movers bei ſeiner lehrreichen Zuſammenſtellung p. 497 überſehen. Nimmt man dazu die Zelte und grünen Zweige, die zum Hyakinthosfeſte gehör⸗ ten(Rinck II p. 191), die mit Veilchen bekränzte Pinie des Attis und die deutſchen Weihnachtsbäume, ſo iſt die Fol⸗ gerung unabweisbar, daß ein Feſt der gruͤnen Zweige den Semiten und Indogermanen von der Urzeit her gemeinſam war. Daß die Zeit der Feſte nicht überall dieſelbe war, gibt viel zu denken. Ob Verſchiedenheit des Klimas, ver⸗ änderte Jahresrechnung, oder was ſonſt der Grund war, laße ich dahingeſtellt. Der als Sakäenkönig verbrannte Selave(Herakles bei Omphale, Sardanapal) iſt Orion, das Vorbild der in der heißeſten Zeit gebrachten Menſchen⸗ opfer. Vieles, was weitere Vergleichung zuläßt, iſt bei Simrock zu leſen; ich mache beſonders aufmerkſam auf den Pfingſtkönig oder Pfingſtlümmel( 537 u. 564), der den römiſchen Binſenmännern entſpricht, und auf das Judas⸗ brennen(p. 559). Zu dem p. 563 Erwähnten:„der giftſpeiende Lindwurm war durch einen Spiegel herausgelockt“ kann ich einen ſeltſamen Gebrauch im Schaumburgiſchen anführen. Dort wird nämlich dem Pfingſtochſen ein kleiner Spiegel an den Schwanz gebunden. Darf der Spiegel, worin Perſeus die Meduſa ſieht, dazu geſtellt werden?
53) Noch viele Feſtlichkeiten gehören hierher, vor allem die Myſterien, Orgien und Agrianien. S. Preller gr. Myth. 1 p. 429, wo beſonders zu beachten:„Noch jetzt gibt es dort, am Parnaß, ähnliche Sagen wie bei uns auf dem Blocksberge.“ Der mit dem Schwert verfolgende Prieſter ſtellt den Orion dar. Den Phrygern weiſt man ziemlich allgemein nur ein Attisfeſt im Frühling zu, wo nach zweitägiger Trauer am dritten Tage die Wiedererſtehung des


