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tiſche Phönix, der Sirius, im griechiſchen Epos Achilles Gefährte, ebenſo Sardanapal, ver mit Sandon, dem kleinaſiatiſchen Herakles, eins iſt, und Kröſus auf dem Scheiterhaufen ſcheint ebenfalls hierher zu gehören. Phineus, eines Stamms mit Phönix, wird in Stein verwandelt(vgl. n. 60). Das Verſchwinden des Orion vor der Sonne und die Hundstagshitze zugleich ergab den Mythus von Phaethon. Eteokles und Polyneikes erſchlagen ſich gegenſeitig. In manchen Sagen iſt Blind⸗ heit an die Stelle des Todes getreten, ſo bei Orion ſelbſt, Odipus, Phineus, Lykurgos, Ilos(n. 66); auch Wodan erſcheint als blinder Greis(Simrock p. 211). Noch⸗andere Wendung zeigen die Mythen von Kyros, deſſen Kopf in Blut d. i die untergehende Sonne getaucht wird(ſ. Mo⸗ vers p- 233), Kronos, Tityus, Käneus, Romulus, vom deutſchen Tils.
Wo der eigentliche Charakter der Sage verwiſcht wurde, wirkte doch öfter der alte Zug, daß der Tod des Feindes den des Siegers zur Folge hatte, nach. Der Tod des Herakles iſt eng mit dem des Neſſus verknüpft, Meleager ſtirbt, weil er die Brüder ſeiner Mutter, Hektor, weil er den Patroklos, Hagen, weil er den Sigfrid erſchlagen hat, Odipus kommt ins Elend durch ſeinen Vatermord. Ob viel⸗ leicht der Gedanke hinzu kam, daß Orion im Winter Sieger iſt, im Sommer erliegt? In anderen Sa⸗ gen iſt der Mord geblieben ohne die Vergeltung.
Eine Beſtätigung erhält die oben verſuchte Deutung durch die Zeitangaben. Der ſyriſche Schwein⸗ monat Cheziron iſt ⸗der Juni, alſo grade die Zeit, wo Orion unſichtbar, vom Eber getödtet iſt. Das Feſt der Trauer um den Adonis oder Tammuz(Movers p. 200 ff.), wobei die Leiche des Adonis aus⸗ geſtellt und beſtattet wurde und der Eber, ſein Mörder, neben der Bahre ſtand(Movers p. 204), war ebenfalls im Juni. Hieronymus ſagt zu Ezechiel 8, 14: in mense Junio amasius Veneris occisus et deinceps revixisse narratur, eundem Junium mensem eodem appellant nomine et anniversariam ei celebrant solemnitatem. Der nach dem beklagten Jüngling benannte Monat Tammuz wechſelt zwi⸗ ſchen Juni und Juli ⁴⁶). In Athen wurde das Adonisfeſt nach Plato Phaedr. p. 276 B zur Sommer⸗ zeit begangen. Darauf weiſt auch die Deutung der Alten, Adonis Tod ſei die gereifte mit der Sichel gemähte Feldfrucht ¹*⁷), ſowie die Sitte der Adonisgärten,„irdene mit Erde angefüllte Gefäße, in die man Weizen, Gerſte, Lattich und Fenchel geſäet hatte; die Frauen ſtellten ſie der Sonnenhitze aus, und das Hinwelken der, vielleicht durch ſtarke Düngung ſchnell aufgeſchoſſenen zarten Pflanzen war ein Symbol des vom Feuergotte Mars getödteten Jünglings“(Movers p. 200)**). Der kalydoniſche Eber
46) Ich finde im israelitiſchen Kalender für 1858 den erſten Tammuz auf den 13. Juni angeſetzt, in dem für 1859 auf den 3. Juli. Die Juden haben noch jetzt die alte ſemitiſche auch in Griechenland eingeführte Zeitrechnung, Mond⸗ jahre mit einem Schaltmonat im dritten Jahre.
47) Inſofern richtig, als der Volksglaube gern gleichzeitiges und ähnliches in der Natur auf einander bezieht und dann weiter vermengt. Orion wurde im Süden zum Gott des Wachstums, weil das Gedeihen der Feldfräüchte an ſeinen Beſtand geknüpft zu ſein ſchien und ſein Verſchwinden die Erntezeit anzeigt. Die Beziehung des Getreides zum Orion zeigt ſich auch in den deutſchen Ausdrücken, der Eber gehe durch das wogende Getreide, oder der Wolf(der Reife bringende Hundsſtern) gehe darin; ſ. Simrock p. 466.
48) In und bei Nürnberg ſoll, wie ich von einem Nürnberger höre, die Sitte beſtehen, daß ganze ſtubenhohe Bäume, Kaſtanien, Kirſchen, Syringen, in Waßer geſtellt, bis Weihnachten mit Hilfe von Kalk und Hornſpänen, die man ins Waßer thut, zum Blühen gebracht und dann in der Chriſtnacht mit Lichtern, Zuckerwerk, Engeln von Rauſchgold, vergoldeten Nüßen und Äpfeln behängt werden. Ob die Sitte alt iſt?— Sollte Movers Annahme, daß das Ado⸗ nisfeſt auch im Herbſt, Ende September und Anfang Oktober, gefeiert ſei, richtig ſein, ſo müßte dieſes das eigent⸗


