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Freyjas.“ Kara iſt eine der Walkyren, und dazu ſtimmt wieder Geri, der eine von Odins zwei Wölfen, wie Freki, der andere, zu Freyja, Frigga. Cawy heißt welſch Rieſe(J. Grimm p. 416).
Auf die Vermutung:„Ob unſere Vorfahren das Geſtirn des Orion mit dem Mythus von der wilden Jagd in Beziehung brachten?“ kam ſchon der große Forſcher J. Grimm p. 901. Er führt fol⸗ gende gewichtige Gründe dafür an. Orion war den Griechen ein rieſenhafter Jäger; Homer nennt be⸗ reits ſeinen Jagdhund; er jagt noch in der Unterwelt, wie der wilde Jäger infernalis venator, auch der Teufel ſelbſt, heißt und mit dem Todtenreiche vielfache Berührung hat. Angelſächſiſche Gloſſen überſetzen Orion mit Eburdring, worin das Wort Eber unverkennbar iſt, wenn auch Grimms Erklärung „Eberhaufen“ nicht das Rechte treffen ſollte. Die drei den Gürtel des Orion bildenden Sterne heißen in Skandinavien„Spinnrocken der Fricka“ ¹⁴), die als Holda dem wütenden Heere vorangeht, und gerade bei ſeiner Erſcheinung auf Weihnachten der Spinnerinnen wahrnimmt ¹⁵). Orion wird durch den Stich eines Scorpions in den Knöchel getödtet; Hakelberg ſtirbt, weil ihn der Hauer des Ebers in den Fuß ſticht*). Orion ſtrahlt in den Winternächten, wo auch das wütende Heer erſcheint ¹*). Windſturm be⸗
14) Sollte dieß nicht einiges Licht auf die drei ſchickſalſpinnenden Nornen(Simrock Edda p. 288 u. Myth. p. 383) und
damit zugleich auf die drei Parcen werfen?
15)„Den Mägden, die bis zum Weihnachtsabend nicht abgeſponnen hatten, zerkratzte oder beſudelte Frau Herke den Rocken“(Simrock Myth. p. 412).„Wenn Holla Weihnachten im Land einzieht, werden alle Spinnrocken reichlich angelegt und für ſie ſtehen gelaſſen; Faſtnachts aber, wenn ſie heimkehrt, muß alles abgeſponnen ſein“(J. Grimm p. 247).„Was Berchta am letzten Tag des Jahrs unabgeſponnen findet, verdirbt ſie“(derſ. p. 250).„Jedesmal Nachts vor dem h. Dreikönigstag unterſucht Perchtha die Rockenſtuben, bringt den Spinnerinnen leere Spulen unter der Weiſung, daß dieſelben in einer beſtimmten ſehr kurzen Friſt vollgeſponnen ſein müſſen, und beſtraft, wenn das Geforderte nicht geliefert werden kann, mit Verwirrung und Verunreinigung des Flachſes“(derſ. p. 252).„In der Schweiz ſpukt in der Fronfaſtnacht Mittwoch vor Weihnachten die Sträggele und plagt die Mädchen, wenn ſie ihr Tag⸗ werk nicht geſponnen haben“(derſ. p. 886). In den Zwölften nämlich, der heiligen Zeit, mußte das Spinnen wie andere Geſchäfte unterbleiben(das Nähere bei Schwartz p. 28 f.); daher ſind es in einer Sage bei Grimm p. 252 zwölf leere Spindeln, die Perchtha durch das Fenſter reicht. Spindel und Rocken gaben die Griechen mehreren Göt⸗ tinnen, der Artemis, Leto, Athene, der Amphitrite und den Nereiden. Man wird zunächſt verſucht an eine bildliche Bezeichnung der abrollenden Zeit und des gewebten Schickſals zu denken. Aber wie paſſen dazu die Meergöttinnen, abgeſehen davon, daß der Gedanke zu abſtract iſt? Ob das Gewebe oder Geſpinnſt Wolken ſein ſollen, die ja oft mit Schafen und ſo auch wol mit Wolle verglichen wurden und den Deutſchen als Flachs erſcheinen konnten? Orions Töchter weben, und wir ſahen darin die regenbringenden Hyaden. Bei Frau Holle kommt hinzu, daß ſie im Winter, der eigentlichen Spiunzeit, waltet und den Schnee ſchickt. Noch weiter gehende Vermutung könnte ſogar ahnen, daß bei dem Spinnrocken wie beim Schnee die Milchſtraße der dichtenden Phantaſie vorſchwebte; vgl. unten n. 66.
16) Die oben gegebene Erklärung(p. 5) ſchließt nicht aus, daß der ſtechende Scorpion für den Eberzahn eintrat, wie in dem italiſchen Mythus(n. 11). Der weite Abſtand des Scorpions vom Orion macht dieß wahrſcheinlich.
17) Die wilde Jagd erſcheint nur des Nachts. Damit fällt die öfter verſuchte Deutung des Wodan als Sonnengottes, und die Annahme, er ſei ein bloßes Sturmweſen, erweiſt ſich mindeſtens als unzureichend. Daß der Umzug grade in die Zwölften oder die Julzeit geſetzt wird, ſteht ohne Zweifel mit der Winterſonnenwende und dem Jahreswechſel in Verbindung. Es ſcheint faſt, daß man in alter Zeit ein Jahr von 12 Mondmonaten zu 29 und 30 Tagen hatte und zu den ſo herauskommenden 354 Tagen am Schluß eine Schaltzeit von 11 oder 12 Tagen fügte. Der Schluß des Jahres wäre dann in die Zeit der kürzeſten Tage gefallen. Schwartz p. 28 nennt die Zwölften„nach dem jetzi⸗ gen Kalender die zwölf Tage von Weihnachten bis Großneujahr“ und ſetzt hinzu:„Wie das chriſtliche Weih⸗ nachtsfeſt dazu beigetragen, daß auch die damit zuſammenfallende alte heidniſche Feierzeit mit ihren Gebräuchen und


