Aufsatz 
Orion der Jäger : ein Beitrag zur semitisch-indogermanischen, besonders zur deutschen Mythenforschung / von ... Suchier
Entstehung
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meiſter Blohm, ſo beruht dieß auf der alten Vorſtellung, daß im Kampf gefallene Krieger zu Odin nach Walhalla konnen und als einherjar, vergötterte Helden, mit ihm jagen.

Oft iſt der Name des Jägers verloren gegangen.Die Mittelmark kennt die Erſcheinung nur unter dem Namen der wilden Jagd oder des wilden Jägers. Bald iſt es ein großer Geiſterzug, an deſſen Spitze nur einer hervorragt, bald ein einzelner gewaltiger Jäger, der im Geheul des Windes mit ſeinen Hunden durch die Luft zieht, und dem der nächtliche Wanderer ſich wohl hüten muß, irgendwie zu nahe zu kommen, wenn er nicht übel fahren will(Schwartz p. 9). In Baiern ſagt man das Nachtge⸗ jaid oder das Nachtgelait. Zuweilen heißt die Geſtalt der wilde Mann, der Schimmelreiter, der Haßjäger, was Simrock für Hetzjäger nimmt, der ewige Jäger, der Nachtgeiſt oder Nachtjäger (in Schleſien), in däniſchen Gegenden der fliegende Jäger, in Frankreich le grand veneur, oder er wird gradezu der Teufel genannt(J. Grimm p. 872). Daß der ewige Jude derſelbe iſt, zeigt Simrock p. 250 f. 1

Merkwürdiger Weiſe iſt in manchen Gegenden an die Stelle des Jägers eine Frau getreten. In der Ukermark heißt es, die olle Frick jage mit ihren Hunden(Schwartz p. S u. 13). In Meklenburg, in der Priegnitz und der nördlichen Altmark hält Frau Gaue, Gode, Gauden Nachts ihren Umzug. Eine meklenburgiſche Sage erzählt: Frau Gauden liebte die Jagd ſo, daß ſie das ſündliche Wort ſprach, dürfe ſie immerfort jagen, ſo wolle ſie nie zum Himmel ein. Sie hatte 24 gleichgeſinnte Töchter. Als nun einmal Mutter und Töchter jagten und wieder das ruchloſe Wort ſprachen:Die Jagd iſt beßer als der Himmel! wurden plötzlich die 24 Töchter in Hündinnen verwandelt, vier übernahmen den Dienſt der Roſſe, die übrigen umklafften den Jagdwagen der Mutter, und ſo gieng der wilde Zug zu den Wolken hinauf, wo ſie nun unaufhörlich jagen. In den Zwölften, den zwölf Nächten von Weihnachten bis Drei⸗ königstag, hält Frau Gauden ihren Jagdzug. Ebenſo hält Frau Holle auf Weihnachten in den Zwölf⸗ ten ihren jährlichen Umzug.Gleich Wuotan fährt Holda ſchreckenhaft durch die Lüfte und gehört, wie der Gott, zu dem wütenden Heer. Daraus folgt die Einbildung, daß Hexen in Hollas Geſellſchaft fahren, und noch iſt Hollefahren, mit der Holle fahren in Oberheſſen und im Weſterwald gleichbe⸗ deutig mit Hexenfahrt. In einem Mährchen wird ſie als alte Hexe geſchildert(J. Grimm p. 246 f.). Berchta und Frau Herke(auch Harke, Hirke, Hurke, Erka, ſ. Simrock Myth. p. 412) ſind wieder nur dem Namen nach davon verſchieden; beide fahren oder fliegen ebenfalls in den Zwölften durchs Land. In Norwegen fährt an der Spitze des Zugs Guroryſſe oder Reiſarova, ein Weib mit langem Schwanze.Nach ihr folgt eine ganze Menge beiderlei Geſchlechts. Von vornen angeſehen haben Reiter und Pferde ſtattliche Geſtalt, von hinten ſieht man nichts als Guros langen Schwanz. Die Roſſe ſind kolſchwarz, mit glühenden Augen, ſie werden mit feurigen Stangen und eiſernen Zäumen gelenkt, von ferne vernimmt man den Lärm des Haufens. Sie reiten über Waſſer wie über Land, kaum berühren ihre Hufe die Oberfläche des Waſſers. Hört man den Zug nahen, ſo muß man aus dem Weg weichen oder ſich platt auf den Boden werfen und ſchlafend anſtellen, denn es gibt Beiſpiele, daß der Zug le⸗ bende Menſchen mit ſich ſchleppt(J. Grimm p. 897). Der däniſche Waldemar jagt im Gurrewald Nacht und Tag. Der Woor und die Goor werden als Namen des wilden Jägers angeführt J. Grimm p. 898. Dasſelbe Wort findet ſich in Walkyren.Freyja ſagt Simrock p. 495 heißt in Deutſchland gewöhnlich Holda, und in Frau Hollas Geleit fahren die Hexen aus wie die Walkyren in