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ganz den alten heidniſchen Gott. Ein trunkener Meklenburgiſcher Bauer achtete nicht auf den Ruf des Jägers: Midden in den Weg! Wod, ein langer Mann auf einem Schimmel, wollte ihn nun an einer Kette in die Wolken ziehen, der Bauer aber ſchlang die Kette um eine Eiche, und dieſe hielt drei⸗ mal Stand, als ſich Wod emporhob. Ein Reſt der alten Vorſtellung, daß der Gott die Helden in ſeinen Himmel aufnimmt.„Völlige Sicherheit— ſagt J. Grimm p. 871— über die Identität dieſes jagen⸗ den Wode mit dem heidniſchen Gott empfängt man durch einſtimmige ſcandinaviſche Volksſagen und Re⸗ densarten. Die Naturerſcheinung des heulenden Windes wird Odins, wie die des Donners Thors Wagen beigelegt. Bei nächtlichem Lärm, wie von Pferden und Wagen, heißt es in Schweden Oden far förbi. In Schonen wird ein vielleicht von Seevögeln an November und Decemberabenden verurſach tes Geräuſch Odens jagt' genannt.“ Wie Hakelberg ſoll auch Odin durch einen Eber verwundet ſein. „Als der Eber dem ſchlafenden Gott das Blut ausſog, fielen Tropfen auf die Erde, aus denen im fol⸗ genden Frühjahr Blumen wurden.“ J. Grimm p. 899 nennt dieß eine unbeglaubigte nordiſche Überlie⸗ ferung, wir werden aber dieſelbe Sage im Süden wiederfinden. 1
In der Schweiz heißt der wilde Jäger Dürſt. Elbendrötſch(vgl. die ſchottiſche Elbkönigin J. Grimm p. 886), wie er in Schwaben heißt, enthält wahrſcheinlich denſelben Namen, der weiter auf den Donnergott Thor führen könnte. Duſel iſt ein Nachtgeiſt auf der ſalzburgiſchen Alp; in Nieder⸗ deutſchland iſt Dros oder Droſt ſo viel als Rieſe, Teufel(J. Grimm p. 488), und in letzterem Sinne gibt eine alte Gloſſe den römiſchen Dis mit Duris wieder.
Eine niederſächſiſche Sage von dem Tilsgraben oder Teufelsloch zwiſchen Dahlum und Bokenem gibt den Namen Tils.„Der wilde Ritter Tils hing ſo am Waidwerk, daß er auch der Feiertage nicht achtete und eines Chriſtſonntages ſich vermaß: heute müſſe er ein Wild erlegen und ſolle ſeine Burg darüber untergehn. Abends aber krähte der Hahn, daß die Burg noch heute verſinken werde und bald darauf verſank ſie mit allem was darin war. Ein Taucher, der in die Tiefe des Sees gelangte, ſah vor einem Steintiſche den Ritter Tils ſitzen, alt und grau, ſein weißer Bart war durch den Tiſch gewachſen“(J. Grimm p. 881). Der zuletzt erwähnte Zug weiſt deutlich auf Wodan hin. Tils ſcheint dasſelbe Wort zu ſein, das ſich auch in dem die Hölle deckenden Dilleſtein findet(J. Grimm p. 766), ſowie in Heimdal und Orentel oder Orvandill*³). Der mythiſche Tell ließe ſich zu Tils ſtellen wie Eigil, Tells nordiſches Vorbild, zu Hakel(J. Grimm p. 354 f.).
Noch andere Namen des wilden Jägers ſind Mansberg, in Baden Junker Marten, in Schwa⸗ ben Berchtold(vgl. J. Grimm p. 257), der zu Bertha ſtimmt wie der Helljäger zu Hel, Bern⸗ dietrich, eine Erweiterung des zweiten Wortes in Hakelbernd(J. Grimm p. 889), der Jäger Rods oder Herodis(Simrock p. 249), woraus eine irrende Herodias wurde. Auf Fühnen jagt der Pal⸗ nejäger, auf der Inſel Möen der Grönjette. Grani iſt ein Beiname Odins und jöde däniſche Form für Odin(J. Grimm p. 818 u. 896). Wenn ſogar hiſtoriſche Perſonen mit der wilden Jagd ziehen, wie der General Sparr aus der Zeit des großen Kurfürſten, ein Graf Schlippenbach in der Ukermark, in Dänemark König Waldemar oder Chriſtian II, in Schleswig König Abel oder ein Jagd⸗
13) J. Grimm P. 348. Beſonders beachtenswert iſt das dort vom Stern Oerfandilsta Geſagte. Die angelſächſiſchen Worte paſſen ganz auf den Sirius, und der erſte Theil von Earendel ſtimmt zu Orion. Heimdal, Odins Sohn, wird nur eine andere Benennung desſelben ſein.


