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In Weſtfalen heißt der wilde Jäger Hackelblock, ein Name, der gewis mit Blocksberg zuſammen⸗ hängt. Ein Burſch erdreiſtete ſich die in der Luft gehörte Stimme hoto hoto nachzuſprechen; da nahte Hackelblock mit ſeinen Hunden und hetzte ſie über den Verwegenen, von dem nachher keine Spur mehr gefunden wurde.„Hackelnberg— beißt es bei J. Grimm— fatſcht in Sturm und Regen, mit Wagen, Pferden und Hunden durch den Thüringer Wald, den Harz, am liebſten durch den Hackel (einen Wald bei Halberſtadt). Hundegebell kündigt ihn in der Luft an, eine Nachteule fliegt ihm voraus, vom Volk die Tutoſel genannt. Wanderer, denen er aufſtößt, werfen ſich ſtill auf den Bauch und laſſen ihn vorüber ziehen. Die Altmärker verſetzen einen wilden Jäger Namens Hakkeberg in den Drömling, und laſſen ihn Nachts mit Pferden und Hunden vom Harze herab in den Drömling jagen.“ Der wilde Jäger wurde mit der Zeit zum Teufel, der die Menſchen holt, darum ſagt man in Nieder⸗ ſachſen„na Hekelvelde varen“(zum Teufel gehen) und in Dänemark gaa du dig til Häkken- feldt(ſcher dich zum Teufel), worin veld nicht unſer Feld iſt, ſondern das alte fiall Berg, alſo ganz wie Hackelberg. Hekla, wofür auch Heklufiall geſagt wird, iſt ein Sammelort der ebenfalls hierher gehörenden Hexen; Fiſchart ſagt dafür Heckelberg ¹²).
Eine andere Benennung des wilden Jägers, die beſonders im Hannöverſchen vorkommt, iſt der Helljäger.„So jagt er z. B. unweit Klötze im Hellgrund, oder wie der Ausdruck iſt: da tüüt hee. Einem Paar Pferdejungen, die ihm im Übermuth nachgebölkt, hat er eine Pferdekeule heruntergeworfen. Ebenſo erging es den Knechten in einem Hildesheimſchen Dorfe, denen warf der Helljäger auch etwas herunter und rief:„Wil ji mit jagen, ſo könn ji ok mit gnagen,“ und den andern Tag, als ſie zuſahen, war es ein Pferdeſchinken“(Schwartz p. 21; ſ. auch Simrock Myth. p. 248 u. 249). Der Name iſt offenbar eins mit dem der gefürchteten Göttin Hella(woraus Hölle), die keine andere iſt als Holda oder Frau Holle. Ferner gehört dazu Brunhilde, der franzöſiſche Führer des wilden Heeres Hel- lequin(J. Grimm p. 893), der däniſche Ellekönig(J. Grimm p. 892), wahrſcheinlich auch der Joljäger.
Von höchſter Wichtigkeit iſt die in Pommern, Meklenburg und Holſtein übliche Bezeichnung„de Wode tüt“ oder„Wod jaget.“ Schon der Name beweiſt außer vielem Anderen, daß der wilde Jäger der bekannte germaniſche Wodan iſt. Im Osnabrückſchen und im Saterlande heißt es, der Woëjä⸗ ger, der Wolinjäger jage(Schwartz p. 9). Eine von J. Grimm p. 876 erzählte Sage zeigt noch
lich als die ſpäteſte erweiſt, ſo läßt ſich aus der Übereinſtimmung der anderen auch der Stich in den Fuß als ein Grundzug erkennen.
12) J. Grimm p. 953. Derſelbe erwähnt p. 1044 einen Hexenmann. Hakemann iſt an der oberen Weſer eine Schreckgeſtalt, die ich in meiner Kindheit zuweilen nennen hörte. Er ſollte in der Weſer ſitzen und die, welche ihm nahkamen, hinabziehen. Im Schaumburgiſchen wird ebenſo Hakemann im Waßer gedacht. Das Hinwegraffen in die Luft iſt alſo allmählich durch andere Vorſtellung erſetzt. Simrock Myth. p. 244 führt als Namen des wilden Jägers auch Hackelmann an. Die Benennung Junker Jäckele(Simrock p. 243) wird von hakel nicht verſchieden ſein. Eine meißniſche Volksſage nennt das Geſpenſt Hans Jagenteufel(J. Grimm p. 883). Auch der Rieſe Ecke in Ecken Ausfahrt gehört hierher, ſowie Eckhart, der mit weißem Stabe warnend dem wütenden Heere vorausgeht. Der Eichelberg am Harz, an dem die wilde Jagd vorüberbrauſt(J. Grimm p. 881, vgl. p. 876 n.), wird wol ein urſprünglicher Hakelberg ſein; ebenſo ließen ſich die Eigelſteine(J. Grimm p. 349) in der Rhein⸗ und Mo⸗ ſelgegend hierher ziehen, wie auch die noch unerklärten Eggeſter Steine unweit Detmold. Letzterer Name ſcheint ſo viel zu beſagen wie Hexenſteine, denn Hexe hieß vormals Hagetiſſe. 2⸗


