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Nach Beseitigung der Krankheit nimmt bisweilen die Leistungsfähigkeit zu. Die normale Atmung durch die Nase schützt die Lungen vor Schädigung durch Staub und kalte Luft.
d. Haarkrankheiten. Das Ausfallen der Haare durch Haargrind, wobei sich gelbe, linsengrosse Borken bilden, wird durch einen Pilz verursacht, der auch bei Hunden und Katzen auftritt. Die Schüler sollten vor dem Spielen mit solchen Tieren gewarnt werden, zumal da noch andere Krankheiten von diesen Tieren über- tragen werden. Bei Läusen hilft eine vorsichtige Einreibung des Kopfes mit Petroleum.
e. Zahnpflege. Die Luft in den Schulzimmern kann durch übelriechenden Atem sehr rasch verdorben werden. Dieser ist häufig die Folge von Zahnleiden und mangelhafter Mundpflege, indem Speisereste in den Höhlen und Lücken der Zähne verfaulen. Am leichtesten werden bläuliche Zähne hohl, am schwersten gelb- liche. Durch kräftiges Kauen werden die Zähne bezw. Zahnwurzeln gereizt, stärker mit Blut versorgt und dadurch gekräftigt. Ungünstig wirken weiche Speisen, günstig hartes Brot; besonders nachteilig wirken durch Säurebildung Zucker, Schokolade und ähnliche Speisen. Die Zähne müssen also sorgfältig gereinigt werden(Bürste, warmes Salzwasser). Aerztliche Untersuchung von Schülern ergab wiederholt bei der Mehrzahl schlechte Zähne. Solche Zähne schädigen aber die gesammte Ernährung und können eine schwere chronische Verdauungsstörung bedingen.
f. Krankheiten der Wirbelsäule. Für die Schule kommt wesentlich die seitliche Verbiegung der Wirbelsäule(Skoliose) in Betracht. Gerades Sitzen ist auch eine Arbeit, denn der Rumpf muss durch die Muskeln gehalten werden; bald tritt Ermüdung ein, und die Wirbelsäule verbiegt sich. Durch das Sitzen in der Schule kann also eine Skoliose entstehen und eine schon vorhandene zunehmen. Ungünstig wirkt auch das einseitige Tragen einer schweren Schultasche; am besten ist ein Schul- ranzen, der auf dem Rücken getragen wird. Natürlich muss auf gutes Sitzen geachtet werden; in zweisitzigen Bänken sollen die Schüler wöchentlich ihre Plätze wechseln. Das Gewicht der Schulmappen ist nicht selten durch unnötig mitgenommene Bücher viel zu gross; es ist daher zweckmässig, die Schulmappen von Zeit zu Zeit nach- zusehen. Eine gefüllte Mappe solt höchstens— ½ des Körpergewichtes wiegen. Man hat aber schon Lasten bis vorgefunden. Ein Schrank zum Aufheben von Büchern in der Schule kann nützlich sein.
12. Nervenkrankheiten. a. Ursachen.
1. Musik greift erfahrungsgemäss die Nerven stark an. Ausserdem wird durch den Musikunterricht die Zeit für Erholung oft zu sehr gekürzt. Bei schwachen Schülern sollte daher Musikunterricht ganz unterbleiben.
2. Mangelhafte Schlafzeit. Dass diese wichtige Ursache von Nerven- leiden auch bei Schülern nicht selten ist, wurde schon erwähnt.
3. Alkohol in Form von Wein, Bier und Likören ist als eine Hauptursache für Nervenkrankheiten erkannt worden, sowohl direkt für den, der ihn geniesst, als indirekt durch erbliche Belastung, die er erzeugt. Der jugendliche Organismus wird besonders stark durch den Alkohol geschädigt, auch schon nach Genuss von Wein oder Bier in mässigen Quantitäten. Die Verdauung wird nicht gefördert, sondern gestört. Auch kräftigende Wirkung hat der Alkohol nicht, sondern erzeugt vielmehr nach sehr kurzer Erregung eine lang, oft tagelang, nachweisbare Schwächung der


