Aufsatz 
a) Schule und Schulhygiene. b) Neuere Ermüdungsmessungen mit dem Aesthesiometer
Entstehung
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Falles ärztliche Untersuchung aller Schüler und Entfernung aller an Halsentzündung Erkrankten aus der Schule, nach der Genesung ärztliches Zulassungszeugnis. Auf Erkrankung der Schüler an Halsleiden soll man besonders achtgeben und die Schüler veranlassen, derartige Beschwerden sofort zu melden. Bei schweren oder rasch folgenden Erkrankungen Schliessung der Klasse usw., sowie tägliche gründliche Reinigung der Schule und Aborträume.

e. Keuchhusten. Im Anfang Schnupfen, Rötung der Augen, nach 8 bis 10 Tagen Beginn der Hustenanfälle; ganze Krankheitsdauer 10 15 Wochen; Sterblich- keit 4 6%; Ansteckung wahrscheinlich durch verstäubten Auswurf. Indirekte Ueber- tragung durch Gesunde scheint vorzukommen. Die beliebte Luftveränderung ist ohne Einfluss auf die Krankheit.

f. Tuberküulose(Schwindsucht) ist die häufigste aller Infektionskrankheiten. Ursache der Tuberkelbacillus, auf Nahrungsmitteln lange lebensfähig, durch Sonnenlicht in wenigen Minuten, durch 5% ige Carbolsäure in 1 Minute getötet. Uebertragung durch ungekochte Milch oder Butter von kranken Kühen, hauptsächlich aber durch den eingetrockneten und verstäubten Auswurf erkrankter Menschen, ferner durch Ein- atmung der feinen staubförmigen Wassertröpfchen, die beim Niesen und usten von Kranken entstehen, lange in der Luft schweben und häuſig Bacillen enthalten. Wohnungs- staub ist gefährlicher als Strassenstaub, weil die Bacillen auf der Strasse durch das Sonnenlicht getötet oder vom Regen weggeschwemmt werden. Uebertragung durch Fliegen ist nicht ausgeschlossen, da man in Fliegen und Fliegenkot Tuberkelbacillen nachgewiesen hat. Ein Schüler, der häufig hustet und blass ist, sollte ärztlich unter- sucht werden. Die Ansteckung von Schülern wird begünstigt durch schlechte Sitz- haltung, unreine und staubige Luft, Nägelkauen, da der Nagelschmut⸗ oft Bakterien enthält, durch Wälzen auf der Erde und Bohren in der Nase.

Erkrankte Schüler, deren Auswurf Tuberkelbacillen enthält, dürfen die Schule nicht besuchen. Man soll streng darauf halten, dass überhaupt nicht auf den Fussboden oder in Taschentücher, sondern nur in Spucknäpfe(mit 5% Carbol) ausgeworfen wird. Zum Schulbesuch zugelassene tuberkulöse Schüler sollen einen besonderen Sitzplatz erhalten. Am Gesang dürfen sie nicht teilnehmen, weil der Kehlkopf dadurch in nachteiliger Weise gereizt werden kann.

g. Typhus. Die Ursache des Unterleibstyphus, der Typhusbacillus, kann durch Milch, Butter, Fleisch, Brot und andere pflanzliche Nahrungsmittel wie 2. B. Obst, ferner durch Wäsche übertragen werden. Er wird durch Sonnenlicht rasch, durch Kälte, Austrocknung, Fäulnis langsam getötet. Häufigste Ansteckung durch Getränke, besonders Wasser oder Milch; gutes Trinkwasser ist erfahrungsgemäss der beste Schutz gegen die Krankheit. Schüler aus erkrankten Familien dürfen die Schule nicht besuchen. 1

h. Ansteckende Augenkrankheiten. Vorsichtshalber empfiehlt es sich, jede mit einer Absonderung verbundene Augenkrankheit als ansteckend anzusehen, bis die Sache ärztlich klargestellt ist

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11. Sonstige Krankheiten. Für die Schule haben besonderes Interesse die Erkrankungen von Auge, Ohr, Nase, Zähnen, Wirbelsäule und Nervensystem. a. Die Kurzsichtigkeit ist ein krankhafter Zustand des Auges und nicht nur eine Anpassung des Auges für Naharbeit; Kurzsichtigkeit kann sogar zu Erblindung