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in die Ferne gesehen werden; auch sind einige gymnastische Uebungen bei dieser Gelegenheit zweckmässig. Zu lange Diktate sollten aus hygienischen Gründen unterbleiben.
Bei Steilschrift laufen die Zeilen parallel zum Tischrand, bei Schräg- schrift nach rechts aufwärts. Ob die Hialtung bei diesen Schriftarten gut oder schlecht ist, hängt sicherlich sehr davon ab, ob in der Schule mehr oder weniger Nachdruck auf die Schreibhaltung gelegt wird. Gleich bei Beginn des Schreibunterrichtes auf eine gute Schreibhaltung zu sehen, ist zweifellos von der grössten Wichtigkeit. Eine kleine Handschrift muss während der ganzen Schulzeit bekämpft werden. Hefte mit Ouadrat-Lineatur oder mit schrägen Richtungslinien sind jetzt wohl allgemein ver- boten. Schwarze Linien treten schärfer hervor als blaue. Linienblätter geben nur undeutliche Linien und schädigen daher die Augen. Feftung mit Metalldraht bewirkt leicht Fingerverletzungen und gelegentlich Blutvergiftung. Tinte ist oft reich an Bakterien, auch Anilintinte; kleine Federstiche haben daher schon wiederholt zu sogar tötlichen Blutvergiftungen geführt; die Tinte soll tiefschwarz sein, nicht nachdunkeln. Federhalter dürfen nicht zu dünn und glatt sein, polierte Metallhalter sind daher zu verwerfen.
8. Schlafzeit für Schüler.
Als durchschnittliche normale Schlafzeit für Erwachsene, die angestrengt geistig arbeiten, hat man ungefähr 8 Stunden festgestellt; für Unerwachsene ist jedoch das Schlaf- bedürfnis viel grösser. Vielfach scheinen Schüler zu wenig zu schlafen. An Schlafzeit ist erforderlich 11 Stunden bei 7—9 Jahren, 10—11 Stunden im 10.— 13. Jahre, 9— 10 Stunden im 14.— 16. Jahre, und ca. 8 ½ Stunden im 17.—18. Jahre.
9. Ansteckende Krankheiten im allgemeinen.
In den Schulen ist die Gelegenheit zur Krankheitsübertragung sehr günstig; besonders wenn der Staub, der an krankheitserregenden Keimen oft reich ist, nicht genügend entfernt wird. Gemeinsame Trinkgefässe sollen die Schüler vor dem Gebrauch jedesmal sorgfältig abspülen. Am besten ist es, wenn jeder Schüler einen eigenen Trinkbecher besitzt. Die Nützlichkeit einer solchen Massregel ergibt sich schon daraus, dass viele Infektionskrankheiten bereits vor ihrem Ausbruch, im sogen. Incubationsstadium, ansteckend sind, und dass der Speichel vielfach infectiös ist. Ferner ist beachtenswert, dass im Mundspeichel von Diphteriekranken noch nach Monaten Diphteriebacillen nachgewiesen wurden. Die Nützlichkeit von Spuck- näpfen, gefüllt mit einer desinfizierenden Flüssigkeit, ist ohne weiteres klar. Leih- bücher enthalten nicht ganz selten Krankheitsstoffe(Diphterie, Scharlach, Tuberkulose). Besonders das Befeuchten der Fingerspitzen beim UImblättern kann Krankheitsüber- tragungen bewirken. An erkrankte Schüler dürfen Bücher nicht ausgeliehen und bereits ausgeliehene müssen desinfiziert oder verbrannt werden. Zu Verweichlichung führt es, Gummischuhe und Halstücher im Schulzimmer anzubehalten. Auf die Wichtigkeit der Schuhreinigung ist schon hingewiesen. Handschuhe zu tragen ist bei strenger Kälte empfehlenswert, da hierdurch auch die Neigung, die Hände in die Tasche zu stecken, verringert wird.
10. Ansteckende Krankheiten im besonderen.
Praktisch kommen hauptsächlich in Betracht Masern, Röteln, Scharlach, Diph- terie, Keuchhusten, Tuberkulose und Typhus.§ 6 der Schulordnung für die höheren Lehranstalten im Grossherzogtum Hessen bestimmt:


