— 2— 2. Ventilation.
Unreine Luft beeinträchtigt die Gesundheit und geistige Leistungsfähigkeit. Man hat festgestellt, dass die Schüler bis zur letzten Schulstunde geistig regsamer waren, wenn regelmässig in den Pausen gelüftet wird. Nicht ganz selten ist die Schulzimmerluft schon vor dem Unterrichtsbeginn schlecht, weil vorher mangelhaft oder gar nicht gelüftet wurde. Ventilationsvorrichtungen allein vermögen im all- gemeinen die Luft eines besetzten Schulzimmers nicht rein zu erhalten; auch bei Vor- handensein von Ventilationsklappen ist es also erforderlich, die Fenster in den Pausen zu öffnen. Letzteres ermöglicht ausreichende Lüftung jedoch nur bei starkem Temperatur- unterschied der Innen- und Aussenluft oder bei heftigem Wind; anderenfalls empfiehlt sich Zuglüftung durch Oeffnen von Fenster und Tür, besonders im Sommer. In Dresden hat man mit der Zuglüftung sehr günstige Erfahrungen gemacht. Die Ventilations- klappen leisten bei grosser Kälte nicht viel, da man sie wegen der zu kalten Luft absperrt, im Sommer aber gar nichts, weil dann die bewegende Kraft fehlt.
3. Der Schulstaub
ist bekanntlich eine der Hauptschädlichkeiten der Schulhäuser, da er die Sprech- und Atmungsorgane reizt und auch schwere Erkrankungen derselben hervorrufen kann. (Tuberkulose.) Erfahrungsgemäss wird der meiste Staub von aussen eingeschleppt. Die Schüler sollen daher beim Eintritt in das Schulhaus ihre Fussbekleidung so gründ- lich wie nur möglich reinigen. Bei schlechtem Wetter wäre Wechsel der schmutzigen und nassen Schuhe gegen trockene sehr nützlich. Die Entwickelung von Staub durch Kreide im Schulzimmer kann etwas verringert werden, wenn die Kreide in Papier gewickelt oder geklebt ist, oder wenn alter aus Blech benutzt werden. Tafein sollen niemals trocken abgewischt und die Schwämme nach Schluss des Unterrichts regel- mässig ausgewaschen werden. Farbige Kreide ist bisweilen giftig. Papiere, Brot usw. werden natürlich nicht auf den Boden, sondern in einen besonderen Kasten geworfen. Ebenso darf der Boden nicht durch Spucken verunreinigt werden. Staub wird in grosser Menge im Schulzimmer aufgewirbelt, wenn die Schüler ohne Aufsicht sich darin befinden. Die Schüler sollen daher in den Pausen das Zimmer sogleich ver- lassen und es erst kurz vor Beginn des Unterrichts wieder betreten. Der Bakterien- gehalt des Schulstaubes ist sehr hoch, krancheitsertegende Keime sind darin wieder- holt festgestellt worden.
4. Heizung.
In jedem Schulzimmer soll sich ein Thermometer befinden, in ca. 1,5 m Höhe angebracht, natürlich weder neben dem Fenster noch neben der Heizung. Als normale Temperatur im Winter kann 18— 20 Celsius gelten. In der warmen Jahreszeit lässt sich die Temperatur des Schulzimmers beträchtlich verringern, wenn die Fenster während der Nacht oder wenigstens am Abend und Morgen offen sind.
5. Beleuchtung.
Der schlechteste Sitzplatz soll immer noch soviel Licht haben, dass die übliche Schulschrift auch an trüben Tagen in 30 cm Entfernung fliessend gelesen werden kann. Die Beleuchtungsverhältnisse eines Schulzimmers lassen sich annähernd durch die Zahl der Schüler kennzeichnen, die von ihrem Platze aus keinen Teil des Himmels sehen. Gasleitungen sind oft undicht, auch wenn Gasgeruch nicht wahrgenommen


