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ſchiedener Art. Auch Händler mit Schminke und ſonſtigen Toiletten⸗ und Schönheitsmitteln haben in der Sacra Via beſonders ihre Station; ſie verkaufen weiße und rothe Schninke, Schönpfläſterchen, Mittel zum Weißhalten der Hände, zur Beſeitigung der Sommerſproſſen, der Entfernung der Runzeln, zur Färbung der Haare u. ſ. w.
Wir kommen, auf der Sacra Via fortgehend, zu einer Stelle, wo uns das herrlichſte Obſt entgegen lacht und duftet. Die meiſten Sorten ſind aus den nächſten Gegenden Italiens hierher gebracht, aber ſie ſtammen urſprünglich doch aus weiter Ferne; denn die römiſche Gartenkunſt hat mit Eifer die Fruchtbäume des Auslandes nach Italien zu verpflanzen und ihre Früchte zu veredeln geſucht. Da gab es Birnen aus Griechenland, Numidien und Alexan⸗ drien, Aepfel aus Syrien und Afrika; gute Sorten von Aepfeln und Birnen tragen zum Theil die Namen der Männer, denen ſie ihre Veredlung verdanken, es gab pira Dollabelliana, mala Mattiana und Appiana. Hier ſind Pfirſiche(malum Persicum), Granatäpfel(malum Punicum), Aprikoſen(malum Armeniacum oder praecox), Kirſchen, die aus Ceraſus im Pontus, Feigen, die aus Griechenland ſtammen; da liegen Haufen von perſiſchen Wallnüſſen, pontiſchen Haſel⸗ nüſſen, thaſiſchen Mandeln. Auch vieles getrocknete und eingemachte Obſt aus allen Gegenden iſt hier zu kaufen, damasceniſche Pflaumen und cariſche Feigen, gepreßt und getrocknet, Datteln, getrocknete und in Töpfe eingelegte Trauben, eingemachte Oliven aus Picenum, aus Tarent.— In der Nähe des Obſtmarktes ſind auch die Kranzwinderinnen zu ſuchen. Sie flechten Kränze aus den grünen Blättern des Epheus, der Myrte, des Eppichs, aus mancherlei Garten⸗ blumen, beſonders aus Roſen und Veilchen. Auch aus einzelnen Blättern der Roſen ſetzen ſie Kränze zuſammen, indem ſie die Blätter auf ein Band oder einen Streifen Baſt heften. Sclaven holen ganze Trachten von Kränzen für ihre Herrn, die am Abend mit ihren Freunden ein Trinkgelage halten wollen.
In den aneinanderſtoßenden Quartieren Vicus Tuscus, Velabrum und Forum boarium iſt ein Verkaufsplatz an dem andern. Im Vicus Tuscus, dem Tuſkerviertel, deſſen Bevölker ung in üblem Rufe ſtand, verkaufte man beſonders Luxusartikel, Gewürze und Specereien, wie Zimmt, Pfeffer und Ingwer, Weihrauch und ſonſtige ausländiſche Produkte, weshalb es auch Vicus thurarius hieß, d. h. Weihrauchſtraße. Der Weihrauch und die andern Stoffe zum Räuchern und Parfümiren kamen beſonders aus Arabien, Judäa und dem inneren Aſien und wurden zu Rom in Maſſe verbraucht. Den Weihrauch verwendete man namentlich viel bei Begräbniſſen; Nero z. B. verbrauchte bei der Beſtattung der Poppäa mehr als die ganze Weihrauchernte eines Jahres. Zu den koſtbarſten Parfümerieſtoffen gehörten die wohlriechende Narde und die Blätter des Malabathrums, wahrſcheinlich der Betelpflanze, aus welchen man Oel preßte und die Malabathrumſalbe verfertigte. Ein Pfund von den Blättern des Mala⸗ bathrums koſtete 60 Denare, ein Pfund des Oels 400 Denare(etwa 100 Thlr.), das Blatt der Narde wurde zu 40— 75 Denaren, die Aehre zu 100 Denaren(c. 25 Thlr.) das Pfund verkauft; die Nardenſalbe muß alſo außerordentlich theuer geweſen ſein. Die werthvolleren Salben und Oele für die Toilette, deren auch viele aus einheimiſchen Blumen und Kräutern und Wurzeln gemacht oder aus griechiſchen und kleinaſiatiſchen Städten bezogen wurden, wie Roſen⸗, Myrten⸗, Crocusöl u. a., ſtanden in birnförmigen, glatten und henkelloſen Fläſchchen aus Alabaſter oder aus aſiatiſchem Onyx in den Läden zum Verkaufe; denn ſie hielten ſich am beſten in ſteinernen Büchſen. In den Läden, welche die Requiſiten der Toilette enthielten, ſah man auch Reihen von Büchſen mit feingeriebenem Bimsſtein. Die Damen gebrauchten ihn zum Glätten der Haut, nachdem ſie die Nacht über das Geſicht zur Erhaltung des Teints mit Teig aus Weizenmehl und Eſelsmilch überdeckt hatten.


