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fenſter, damit die ausgeſtellten Waaren den Vorübergehenden möglichſt ſichtbar wären. Sie waren faſt ganz offen; aber ein gemauerter Ladentiſch ſperrte in der Regel dieſe Oeffnung, ſo daß zum Eintritt nur ein ſchmaler Durchgang blieb. Ueberdeckt war der Ladentiſch mit einer Stein⸗ oder Marmorplatte oder mit Steinmoſaik. In demſelben waren, je nachdem das Geſchäft es verlangte, Gefäße eingelaſſen. So ſieht man in Pompeji den Laden eines Oel⸗ händlers, in deſſen Tiſch acht Thongefäße ſtanden.„In mehreren derſelben fand man Oliven⸗ und verdicktes Oel; eine neunte große Vaſe ſtand in der Ecke des Ladens, wo auch ein Herd gefunden ward, ſowie eine kleine Ciſterne ebenfalls für Oel. Auf dem gemauerten Repoſi⸗ torium fand man den angeklebten Fuß eines Bronzgefäßes und in dem Laden einige Gold⸗ und Silbermünzen.“(Overbeck II. S. 10). In der Regel hatten die Läden im Innern gemauerte Repoſitorien oder auch Schäfte aus Holz, auf denen ſich die Waaren befanden. Rechts und links neben dem Eingang ſtanden Pfeiler, an welchen man gewöhnlich, wie an den Wirthshäuſern, Ladenzeichen und Aushängeſchilde ſah, die auf das Geſchäft hinwieſen. In Pompeji hatte ein Milchhändler als Ladenzeichen das Bild einer Ziege, ein Bäcker eine von einem Maulthier getriebene Mühle. Auf dieſen Pfeilern waren auch oft noch ſymboliſche Schlangen als Talisman zur Abwehr von Unheil, Schutzgenien u. dgl. angebracht, und in der Schwelle des Ladens fand man wohl auch eine Inſchrift in Moſaik, wie z. B. in einer Schwelle die Worte ſtehen: Salve lucrum,„ſei gegrüßt, Gewinn.“ Für die Nacht ſicherte man das weite Ladenfenſter durch vor⸗ und ineinander geſchobene, feſtgeſchloſſene Bretter. Handwerker und Händler waren faſt durchgehends Fremde und Freigelaſſene, oder es waren Sclaven, welche für römiſche Herrn arbeiteten oder verkauften. Solche Geſchäfte galten aber als gemein und eines freien Römers unwürdig; der Römer, auch wenn er nichts hatte, ließ ſich lieber vom Staate und von ſeinen Patronen füttern.
In der Kaiſerzeit kamen die Erzeugniſſe aller Länder und Zonen in Rom zum Verkaufe; die aus ausländiſchen Stoffen hergeſtellten Produkte der Induſtrie waren zum Theil ſchon in der Fremde gefertigt, andre in Rom ſelbſt gearbeitet. Wir wollen einige der lebhafteſten Verkaufsplätze der Stadt beſuchen, und zwar zunächſt die Höhe der Sacra Via auf der Velia. Dort hatten vorzugsweiſe die Juwelire, die Gold⸗ und Silberarbeiter, die Ciſeleurs, die Elfen⸗ beinſchnitzer und Gemmenſchneider, die Perlenhändler ihre glänzenden Läden. Da ſieht man in Menge goldene Ringe und Becher mit funkelnden Diamanten, mit geſchliffenen, durch ein⸗ geſchnittene oder erhabene Bilder gezierten Amethyſten und Hyacinthen, Carneolen und andern Edelſteinen aus Indien und Arabien, aus Perſien und Baktrien, prächtige Ohrgehänge, Hals⸗ ketten und Armbänder aus Gold, Perlen und Cdelſtein; die ſchönſten Perlen kommen aus dem perſiſchen Meerbuſen, die trüben und bleifarbigen von der britanniſchen Küſte. In dieſe Läden wanderte für den Schmuck von Frauen und auch von Männern ein ungeheures Geld; trug doch Lollia Paulina, die Frau des Caligula, bei gewöhnlichen Gelegenheiten an Kopf und Hals, Armen und Fingern einen Schmuck im Werth von 40 Mill. Seſterzen(bei⸗ nahe 3 Mill. Thlr.). Hier ſind allerlei ſchöne Sachen aus Elfenbein, welches Aſien, aber zumeiſt Afrika liefert, Statuetten und ſonſtige Figürchen, Lyren aus Elfenbein und Gold, Kränze aus Elfenbein, Gold und Korallen, Marken und Würfel, Schreibtafeln mit zierlichen Reliefs an der äußeren Seite, Fächer von Pfauenfedern mit elfenbeinernem Griff; dort ſieht man Gefäße und Statuetten aus Bernſtein, Kugeln aus Bernſtein oder auch aus Kryſtall, wie die Frauen ſie in der Hand tragen zur Kühlung, allerlei kunſtvolle Geräthe aus Bronze, Töpfe und Kannen, Fibeln und Schnallen, Lampen und Candelaber und Waffenſtücke ver⸗
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