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Beſchäftigen wir uns zunächſt einmal mit den Wirthshäuſern und Garküchen. Sie haben verſchiedene Namen: Cauponae, Popinae, Thermopolia. Die Caupona, im Beſitze des Caupo, iſt eigentlich ein Wirthshaus zum Logiren der Reiſenden und zugleich ein Wein⸗ und Speiſehaus, das beſonders über die Straße verkauft; die Popina des Popa iſt eine Garküche, ein Speiſehaus, in dem man gekochte Speiſen ißt und zugleich auch Wein haben kann; der Unterſchied beider iſt alſo nicht bedeutend, und ihre Namen werden vielfach verwechſelt, da beide gleiche Waare haben, die ſowohl im Hauſe als auch nach außen abgegeben wird. Auch das Thermopolium, das zunächſt ein Haus bedeutet, in welchem man warme Getränke ver⸗ kauft, iſt von jenen nicht weſentlich verſchieden. Alle dieſe öffentlichen Locale heißen oft auch einfach Tabernae, Tabernae vinariae. Sie ſind erkennbar an dem Aushängeſchild, das an dem Thürpfoſten angenagelt oder in Stein eingehauen, in Thon ausgeformt iſt und die Be⸗ ſtimmung des Locals kund thut. Es iſt, wie man in Pompeji ſehen kann, ein Bacchus, der eine Traube ausdrückt, oder zwei Männer, welche eine Weinamphore an einem Stock zwiſchen ſich auf den Schultern tragen u. dgl., oder auch, wie bei deutſchen Wirthäuſern, irgend ein Thier. Zu Pompeji gab es eine Schenke zum Elephanten; ſie hatte als Schild einen von einer Schlange umwickelten Elephanten, der von einem Zwerg gehütet wird.
Treten wir der Neugier wegen in eine ſolche Schenke, obgleich anſtändige Leute ſich ſcheuen, ein derartiges Haus, in dem gewöhnlich nur die niedrigſten Claſſen ſich verſammeln, zu beſuchen. Der Wirth, ein verſchmitzter Syrophöniker, kommt uns höflich grüßend entgegen und hört ſchmunzelnd unſere Beſtellung. Eine hochgeſchürzte Dirne bringt die beſtellte Flaſche mit einem freundlichen„Wohlbekomms“(vale). Dirne und Wirth ſind nicht beſonders rein⸗ lich und ſauber, ſie paſſen ganz zu der räucherigen, fettigen Stube. Den Wein hat der betrügeriſche Wirth arg gefälſcht. Wir haben uns an einem Tiſche auf Stühlen niedergelaſſen und ſehen uns in der Geſellſchaft um. An verſchiedenen Tiſchen ſitzen beim Wein— mehrere trinken zuſammen aus einem Glas— plaudernd und ſcherzend, lachend und fluchend, allerlei Leute, Müßiggänger und Neuigkeitskrämer, Handwerker der niedrigſten Sorte, Sackträger und Kärner und Mallthiertreiber, entlaufene Sclaven; hinter manchem verdächtigen Geſicht ahnt man den Dieb und Banditen. Doch beim lichten Tag brauchen wir uns nicht zu fürchten; des Abends oder des Nachts— denn dieſe Häuſer ſind bei Tag und Nacht geöffnet— möchte ich nicht hier ſitzen. Da geht es oft ſehr wild und tumultuariſch zu. Dann kommen mit ihrem Brotherrn, der ſie gemiethet, Flötenſpielerinnen und Tänzerinnen aus Aegypten oder aus Spanien, die ſich ſchaarenweiſe in Rom herumtreiben, und produciren ihre Künſte. Sie tanzen, mit den Caſtagnetten klappernd, wollüſtige Tänze, und die rohen Geſellen tanzen, den Boden ſtampfend, mit. Auch junge vornehme Wüſtlinge finden dann ſich ein und treiben in dieſen Orten geheimer Lüderlichkeit ihren Unfug, trinken vertraulich mit dem Geſindel, das zu jedem ſchlimmen Dienſt ihnen bereit iſt. Man ſpielt mit Würfeln, und zwar, was ver⸗ boten iſt, um Geld. Oft gebraucht Einer falſche Würfel, und wenn es entdeckt wird, gibt es Streit und Schlägerei, in der man des Lebens nicht ſicher iſt. Wahrlich es iſt nöthig, daß ſolche Locale unter der Aufſicht der Polizei, der Aedilen, ſtehen. Manche von dieſen Cau⸗ ponen ſind allerdings auch von noblerer Art und bieten Genüſſe, in denen man ein Vermögen durchbringen kann; doch immer iſt ihr Beſuch für einen freien Bürgersmann anſtößig.
Wollen wir uns von der Einrichtung einer Fuhrmannskneipe, deren es vor den Thoren in den Vorſtädten viele gab, einen Begriff machen, ſo finden wir ein Vorbild in Pompeii, das von Overbeck(Pompeji Bd. I. S. 44 f.) beſchrieben wird:„Ein ausgedehntes Gebäude,
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