Aufsatz 
Ueber die ursprüngliche Bedeutung des Ares / Stoll
Entstehung
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Nahrung spendet, ist zugleich eine zürnende Gottheit, die Misswachs und Hungersnoth, Pest und Tod bringt.

Ob diese beiden Seiten auch bei Ares, den wir als einen unterirdischen Gott erkannt haben, zu finden sind?

Von der einen Seite, der segnenden und beglückenden, finden sich nur wenige Spuren, und diese sind noch angezweifelt. Als unzweifelhaft auf den Reichthum des Natursegens

bezüglich scheint mir der Ares Aqoνεεοςσ, der auf dem Berge Kresion von den Tegeaten

verehrt ward. 66) Man hat allerdings dieses Beiwort auch von der reichen Beute erklären wollen, welche Ares als Kriegsgott verschaffe; allein die Legende, welche die Tegeaten zur Erklärung des Beinamens erzählen, weist denn doch auf etwas anderes hin. Es heisst, Ares habe mit Atrope(der dunkelen, ähnlich wie Eooαν, der Tochter des Kepheus, einen Sohn Namens Aëropos gezeugt; da aber die Mutter bei der Geburt des Knaben starb, veranlasste Ares, dass derselbe an der Brust der Mutter dennoch reiche Nahrung fand. Aus diesem Grunde sei dem Gotte der erwähnte Beiname gegeben worden. Der Mythus scheint uns ein Symbol des reichen Natursegens zu enthalten in dem Umstande, dass der Gott aus der Brust der dunkelen Mutter, welche wir für eine besondere Form der Erdgöttin halten dürfen, reiche Nahrung strömen lässt. Diese ganze Gegend wor das fruchtbare Land der Apheidanten, wo einst Apheidas, ein Heros des Fruchtsegens, wie ihn Curtius, Peloponnes I. p. 251. erklärt, ein Ahne der Aërope, herrschte. Auf dem Markte von Tegea selbst stand eine Bildsäule des Ares Turααο˙ενας, des Fraueno bewirthers,s*) welchem die Frauen ohne Zuziehung der Männer opferten und Opfer- schmäuse hielten. Man leitete Namen und Brauch von einem Siege ab, den die Frauen einst über, ein lakonisches Heer davon getragen hätten; wahrscheinlicher aber ist, dass dieses Frauenfest, wo Ares die Frauen speist und nährt, eine Beziehung auf die fruchtbare, gebährende Natur enthielt und aus uralter Zeit stammte.

Weniger sicher ist das Epitheton OyOeurdg. Unter diesem Namen hatte Ares zwischen Sparta und Therapne einen Tempel, der für sehr alt galt, und ein Bildniss, das die Dioskuren aus Kolchis gebracht haben sollten. ss) Das Epitheton führten die Ein- wohner dortiger Gegend auf Oyod zurück, welche die Amme des Ares gewesen sei. Pausanias aber bezweifelt die Richtigkeit dieser Angabe, weil die Hellenen keine Amme des Ares dieses Namens kennen, und möchte das Wort auf kriegerische Wildheit beziehen. Bei den Neueren hat der Name Oneuds verschiedene Deutungen erfahren. Welecker ³³⁹) fand früher darin das Verbum dεαιιν ² †loeuy(nähren), so dass also der Beiname des Ares auf die Pruchtbarkeit der Erde Bezug hätte. Später hat Welcker ²⁹³⁹) seine Ansicht ge- ändert und den Oyçetzdo als Kriegsares erklürt, der die Menschen dahin mäht, von Seoiseu, welches ein dichterischer Ausdruck für das Morden des Axes ist.**) Auch Oyod sei von

³⁰) Paus. 8, 44, 6. 81) Paus. 8, 48, 3. 88) Paus. 3, 19, 7. u. 8. ³⁰) Welcker Anhang zu Schwencks Andeutungen p. 309. Aum. ef. nid. p. 299. Gerhard Mythol. p. 369. möchte dieser Erklärung Welckers beistimmen. 27 Welcker Aeschyl. Trilog. p. 545. ²¹) Er vergleicht unter andern Aeschyl. Eumen. 653. Aoy rdν dodrois Seodtoyra Sorods dνοσι⁷.