Aufsatz 
Ueber die ursprüngliche Bedeutung des Ares / Stoll
Entstehung
Einzelbild herunterladen

12

auf dem attischen Kolonos, 6) andrerseits den Beinamen einer Göttin, Pallas Onka, ge- bildet, sowie auch Apollon zu Thelpusa Oyxaloo und Dyæuνε heisst.*) Das Characte- ristische der betreffenden Orte scheint ein Hügel gewesen zu sein; denn das Onkeion in Arkadien lag auf einem Hügel, bei Theben haben wir am Ismenos an der Stelle, wo sich der Aresmythus bewegt und Onka ihren Tempel hat, den ismenischen Hügel, der erst seit der Besitznahme durch Apollon diesen Namen tragen sollte.*) Wir stehen nicht an, diesem Hügel für die vorapollinische Zeit den Namen Onkos zu vindiciren. Ferner ist der AOrios ein solcher Hügel; die Quelle Tilphusa aber entspringt am 5009 TAA†οιον.¹) Tritaia müssen wir hier ausser Betracht lassen, da wir seine Oertlichkeit nicht kennen. Ohne Bedenken aber ziehen wir auch hierher den attischen Hügel Kolonos, auf welchem, wie genugsam nachgewiesen ist,*²) sich die ganze Genossenschaft des thelpusischen clhitho- nischen Gottesdienstes zusammenfand. Auch fehlte hier das Ross Areion mit seinem Be- sitzer Adrastos nicht, obgleich die Sage, dass er hier erzeugt worden sei, nicht Platz greifen konnte, da schon ein anderes Ross, Skyphios, hier entstanden sein sollte.*³) Ferner finden wir an den genannten Orten eine Quelle, bei Theben die Aresquelle und am Tilphossion die Quelle Tilphossa; am Onkeion in Arkadien muss auch eine Quelle gewesen sein, da Polybios ²⁴) eine Quelle Tilphusa in Arkadien nennt. Auf oder am Areopag zu Athen sprang zwar keine Quelle; wir dürfen aber unbedenklich in den Kreis des am Areshügel haftenden Mythus und Cultus dié in der Nähe, an der südwestlichen Seite der Burg befindliche Quelle des Asklepios ziehen, da an dieser Ares den Halirrho- thios erschlagen haben soll.*) Diese alte Aresquelle wurdeé später dem Asklepios geweiht, weil Mineralquellen als diesem Gotte heilig angeschen wurden; sie war nämlich, wie alles Wasser um die athenische Burg, mit Salz gemischt.*6) Wir erwähnen noch die in der Nähe des Kolonos springende Quelle der Demeter. Eoxloos oder XAG».*) Wenn diese sich auch nicht unmittelbar auf oder an dem Kolonos befand, so gehörte sie doch zu dem Bezirke des koloneischen Cultus; denn Demeter Eöxloos, aus deren Quell der versöhnte Oidipus sein letztes Bad erhielt, steht als eine versöhnte Demeter der dem Kolonos ange- hörigen Erinys entgegen, ein Gegensatz, den wir auch anderwärts treffen(s.§. 4. 18.). Eine weitere Eigenthümlichkeit dieser Orte war eine Höhle oder ein Abgrund (1⁴υιάαφ, der einen Zusammenhang mit der Unterwelt bot, wie auf dem Kolonos der Iaνοο*ς 666&, durch welchen Theseus und Peirithoos in die Unterwelt stiegen und Oidipus von Hermes und Kora hinabgeleitet wurde.*³) Ein solcher Abgrund fand sich auch im

.6s) Soph. Oed. Col. 59.

6) Antimach. fr. 26. Paus. 8, 25, 6.

20⁰) Paus. 9, 10, 5.

72) Paus. 9, 33, 1. t 4

*) Müller Eumenid. p. 170 ff. Hermann de sacr. Col. 8 ) Paus. 1, 30, 4. Hermann 1. I. p. 9 f. N 3, Polyb. 4, 43.

7⁵) Paus. 1, 21, 7 1 *) Leake Topographie von Athen p. 227 fl. 1 ) Soph. Oed. Col. 1600. t I 16) Soph. Oed. Col. 1590 ff. 1548. d