Aufsatz 
Friedrich Karl von Savignys Sächsische Studienreise 1799 und 1800
Entstehung
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Am 24. Mai unternahmen ſämtliche Klaſſen einzeln unter der Führung ihrer Ordinarien Ausflüge.

Am Nachmittag des 3. Juni wurde der Unterricht wegen großer Hitze ausgeſetzt.

Am 8. Juni hatten der Direktor und die Oberlehrer Profeſſor Dr. Weber, Dr. Zuſchlag und Dr. Kius die Ehre, zur Audienz vor Se. Königliche Hoheit den Prinzen Heinrich von Preußen befohlen zu werden.

Am 15. Juni wurde eine Trauerandacht zum Gedächtniſſe Sr. hochſeligen Majeſtät des Kaiſers und Königs Friedrich gehalten.

Die Sommerferien dauerten vom 7. Juli bis zum 3. Auguſt. In den erſten Tagen derſelben unternahm der Geſangverein der Primaner unter der Führung des Direktors und des ordentlichen Lehrers Dr. Brede einen dreitägigen Ausflug in den Harz. In Wernigerode hatte ſich der Verein einer überaus freundlichen Aufnahme vonſeiten der Familie Sr. Erlaucht des regierenden Grafen zu erfreuen.

Vom 12. bis zum 16. und am 24. Auguſt unterzogen ſich Fritz Jucho und Julius Benner aus Frankfurt a. M. und Johann Siebert aus Mainz mit Erfolg als Extraneer einer Reifeprüfung. Die mündliche Prüfung fand unter dem Vorſitze des Provinzial⸗Schulrates Herrn Geheimen Regierungs⸗ rates Dr. Lahmeyer ſtatt.

Am 28. Auguſt beſuchte der Königliche Provinzial⸗Schulrat Geheimer Regierungsrat Dr. Lah⸗ meyer das Gymnaſium und wohnte dem Unterrichte in mehreren Klaſſen bei.

Zur Feier des Sedanfeſtes am 2. September fand vormittags in der Aula ein Schulakt ſtatt mit vaterländiſchen Geſängen und mit einem Vortrage des ordentlichen Lehrers Paulus über Deutſch⸗ lands Vorkehrungen zur Sicherung der Grenzen des Vaterlandes.

Der Königliche Provinzial⸗Schulrat Herr Geheimer Regierungsrath Dr. Lahmeyer wohnte der Feier bei. Nachmittags unternahm die Anſtalt unter Beteiligung von zahlreichen Angehörigen einen Ausflug der Lehrer und Schüler in den Habichtswald.

Das Sommerhalbjahr wurde am 28. September mit einer Andacht geſchloſſen.

An dieſem Tage ſchied auf ſeinen Antrag der Oberlehrer Riedel von dem Friedrichs-Gym⸗ naſium, welchem er über 33 Jahre lang mit gewiſſenhaftem Fleiße und treueſter Hingebung gedient hatte. Se. Majeſtät der Kaiſer und König zeichnete denſelben durch Allergnädigſte Verleihung des Roten Adlerordens IV. Kl. aus.

Zu gleicher Zeit verließ der Kandidat Dr. Eskuche nach Ableiſtung ſeines pädagogiſchen Probe⸗ jahres die Anſtalt.

Infolge der Penſionierung des Oberlehrers Riedel rückten die Oberlehrer Dr. Zuſchlag und Dr. Kius je in die nächſthöhere Oberlehrerſtelle auf, und wurde der ordentliche Lehrer Oberlehrer Stoll zum etatsmäßigen Oberlehrer befördert. Die übrigen ordentlichen Lehrer ſtiegen gleichzeitig ſämtlich um je eine Gehaltsſtufe des Beſoldungsetats auf. In die letzte ordentliche Lehrerſtelle wurde der wiſſen⸗ ſchaftliche Hülfslehrer Julius Piſtor berufen.

Julius Piſtor, geboren zu Karlshafen am 17. Dezember 1857, ev. Konf., vorgebildet auf den Gymnaſien zu Hersfeld und Corbach, ſtudierte in Marburg Geſchichte, Geographie und klaſſiſche Philologie, beſtand daſelbſt am 29. Februar 1884 die Lehramtsprüfung, leiſtete ſein Probejahr an der Realſchule zu Caſſel, war hierauf bis Michaelis

1887 Lehrer an der Stoyſchen Erziehungsanſtalt in Jena und von da ab Hülfslehrer am Gymnaſium zu Hersfeld, zuletzt an demjenigen zu Wiesbaden.

Durch Patent Sr. Exzellenz des Herrn Miniſters der geiſtlichen Angelegenheiten vom 5. Ok⸗ tober 1889 wurde dem Oberlehrer Dr. Zuſchlag das PrädikatProfeſſor verliehen.

Das Winterhalbjahr begann am 14. Oktober.

Am 18. Oktober wurde eine Trauerfeier zum Gedächtniſſe Sr. Majeſtät des hochſeligen Kaiſers

und Königs Friedrich gehalten. 8