Aufsatz 
Friedrich Karl von Savignys Sächsische Studienreise 1799 und 1800
Entstehung
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Friedrichs, dem einem mir vorliegenden Briefkonzept zufolgeder Umgang gerade mit Savigny ein tiefes Lebensbedürfnis geworden iſt. 1803 verließ dann zuerſt Savigny die Univerſität, und 1804 nahm auch⸗ Friedrich Creuzer, der 2 Jahre zuvor zum ordentlichen Profeſſor ernannt worden war, einen Ruf nach Heidelberg an, wo er ſein ganzes übriges Leben verbrachte(mit Ausnahme der Zeit vom Juli bis Oktober 1809, wo er ſich in Holland aufhielt, ſonderbarerweiſe ohne ſich zur förmlichen Übernahme der ſchon angenommenen Profeſſur in Leyden entſchließen zu können). Mit der Trennung hebt der Brief⸗ wechſel dann wieder an, doch brachte es die nähere Verwandtſchaft ihrer Studien mit ſich, daß fortab Savigny einen lebhafteren Verkehr mit Friedrich als mit Leonhard Creuzer unterhielt, während man bis zu dieſer Zeit zweifelhaft ſein kann, welchem von beiden er näher ſtehe.

20 Briefe hat Savigny auf jener Reiſe an die beiden Vettern abgeſandt, 5 an Friedrich, 3 an Leonhard allein, 12 an beide zuſammen; unter den letzten befinden ſich 2 von beſonders reichem Inhalt und von hervorragendem Wert, die er ſelbſt als ſeinTagebuch bezeichnet. In dem erſten dieſer beiden finde ich das Original, aus dem R. Haym in den Preuß. Jahrb. IX. 478 ff. eine Anzahl von Bruch⸗ ſtücken veröffentlicht hat und zwar ſolche, die ſich auf den Verkehr Savignys mit Berühmtheiten von Gotha, Weimar und Jena beziehen. Von da ſind dann Citate aus dem Briefe übergegangen in Hayms eigeneRomantiſche Schule(S. 596. 597. 765), in G. Waitz, Caroline I. 288, Peterſen, Henrik Steffens S. 97. u. a. Genaueres über dasTagebuch iſt indeſſen dem berühmten Verfaſſer derRoman⸗ tiſchen Schule und anderer unübertroffenen Monographien damals auch nicht bekannt geworden, wie ſeine einleitenden Worte zeigen. An wen der Brief gerichtet iſt, teilt Haym nicht mit(an einige Freunde); auch iſt er nicht, wie Haym angiebt, von Carlsbad geſchickt, ſondern von Leipzig; ferner iſt die Wiedergabe nicht immer vollſtändig und genau, und endlich fehlen die Kollegproben und die Anekdoten ¹⁶⁵).

Auch noch ein dritter Teil des Tagebuchs war den Freunden zugedacht, wie er ſchreibt, ſeine Ab faſſung jedoch ſo lange aufgeſchoben worden, daß ſie ſchließlich unterblieb. Einen gewiſſen Erſatz geben die übrigen Briefe von der Reiſe, von denen mehrere noch anziehende Notizen enthalten. Jene beiden werden vollſtändig, die anderen einſtweilen nur auszugsweiſe unten mitgeteilt werden ¹).

12 Briefe ſind vor der Reiſe ſchon geſchrieben(ein 13. iſt an Schwarz, ſ. o. S. 2, gerichtet) und enthalten ebenſo wie die 20 Reiſebriefe zum Teil philoſophiſche Erörterungen, in denen der ſtrebſame Marburger Freundeskreis ¹s),unſere Gemeinde, wie Savigny in einem Briefe ihn nennt, ſich gegenſeitig philoſophiſch ſchulen und fördern wollte.Schreibt mir bald, heißt es ebenda,und ut inter bonos

an Bang bei Stengel a. a. O. I. 42. 49. ¹⁰⁴) S. 479 oben muß es z. B. heißen:den er anbetet ſtattder ihn anbetet; S. 480 ſteht im Originalwie z. B. Hugos Eitelkeit ſtattwie z. B. Eitelkeit, ſowieEwald ſtattEvald. Der Auszug, den Haym bei der Spärlichkeit des Stoffs für Savignys Biogr. und aus Intereſſe für den Brieſſchreiber wie für die geſchilderten Verhältniſſe willkommen hieß, iſt wahrſcheinlich durch Prof. Röſtel in Marburg, der die betr. Papiere eine Zeitlang in Verwahrung hatte, Haym mitgeteilt worden. Um indeſſen den Zuſammenhang nicht zu zerreißen, muß ich auch die ſchon gedruckten Stellen hier nochmals geben. ¹¹) Die vorliegenden Reiſebriefe Savignys erinnern vielfach lebhaft an die prächtigen Briefe, die 3 Jahre vorher der jugendliche Schelling gleichfalls auf ſeiner ſächſiſchen Reiſe an ſeine Eltern richtete, und in denen er ihnen größtenteils dieſelben Orte und Perſönlichkeiten ſchildert wie Savigny.(Bei Plitt, Aus Sch.s Leben. I. 95 ff.) Auch von anderen in Savignys Briefen genannten Perſonen liegen Berichte über ſolche damals übliche Beſuchsreiſen vor, insbeſondere von Matthiſon(Erinnerungen Werke Bd. II. ff.), von der La Roche(in ihren Tagebüchern an ihre Töchter, ſ. Ludm. Aſſing, S. la Roche 1859), Paulus, die freilich in der Be⸗ arbeitung und Kürzung bei Reichlin⸗Meldegg(P. u. ſ. Zeit. I. 82 150) ihre Unmittelbarkeit eingebüßt haben, Merkel(ieetzt am beſten in der trefflichen Meondgraphie von J. Eckardt, Garlieb M. über Deutſchland zur Schiller⸗Goethe⸗ Zeit 1887), außerdem von Gries(Aus d. Leb. v. J. D. Gr. 1855), Fries(b. Henke, J. Fr. Fries 1867), Steffens (Was ich erlebte IV. Bd.) u. a. ²⁸) Es gehörten zu ihm außer Schwarz, der ſchon 1793Moraliſche Wiſſenſchaften in 2 Bden. hatte erſcheinen laſſen, noch Wachler(geb. 1767, Litterarhiſtoriker, †als Prof. in Breslau 1838), Hauff(Mathematiker und Chemiker, 1846 als Prof. emer. in Brüſſel); ſ. Cantor in d. Allg. D. Biogr. XI. 48), der gelehrte Arzt Conradi,(f† 1861