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Perpetuo faſſe ich als Adverb. Zu undique decerptam fronti praeponere olivam möchte ich die Frage anregen, ob nicht das fronti auf intactae Palladis zu beziehen iſt. Ahmlich von einem Liede zu Ehren allerdings eines Sterblichen, des Lamia:
Carm. 1, 26, 6 O quae fontibus integris Gaudes, apricos necte flores, 3 Necte meo Lamiae coronam, Pimplei dulcis.
Denn die Göttin, nicht ſich will er ehren; ſo fordert der Zuſammenhang und damit ſtimmt das Folgende: plurimus etc.,«wer am meiſten auf die Ehre der Juno bedacht iſt». Die Gabe des ölbaumes verband Athen und die Athene, ihn priefen die Dichter, wenn ſie Athene und Athen preiſen wollten. Vgl. Soph. Oed. Colon. 694 ff. Dieſfer Stoff(olivam), wenn auch ziemlich erſchöpft(undique decerptam), mußte dennoch zu immer neuen Lobliedern auf Athen und Athene herhalten. Ich denke, es Fe ſo einer Veränderung von et undique in indeque nicht bedürfen, was auch Scheibe, N. Jahrb. f. Ph. u. P. 79, 139 und Otto Keller, Rh. Muf. 19, 217 abweiſen; indeffen mit andrer Pogründung.
Mich, fährt der Dichter fort, hat Lacedämon und Lariſſa entzückt, aber keines von beiden ſo fehr als Tibur mit ſeiner Grotte, ſeinem Haine und feinen Wallern. Was nun Tibur anbe- trifft, ſo finden wir ganz allgemein bei den Alten, befonders oft bei Martialis die dem Notus iatif he Lage und das hierdurch veranlaßte feuchte und kühle Wetter indirekt(Epigr.
71) und direkt(Epigr. 4, 75 und 4, 62) hervorgehoben. Mart. 5, 71 Humida qua gelidas summittit Trebula valles Et viridis cancri mensibus alget ager, Rura Cleonaeo numquam temerata leone Et domus Acolio semper amica Noto Te, Faustine, vocant: longas his exige messes Collibus; hibernum jam tibi Tibur erit. Mart. 4, 60, 5 ff. Nullo fata loco possis excludere: cum mors Venerit, in medio Tibure Sardinia est. Mart. 4, 62 Tibur in Herculeum migravit nigra Lycoris, Omnia dum fieri candida credit ibi. Mart. 4, 75, 9 ff. Herculeos colles gelida vos vincite bruma, Nunc Tiburtinis cedite frigoribus.
Wenn alſo Horaz im Folgenden vom Notus und dem Regen, den er bringt, ſpricht, ſcheint dies nicht, frage ich, in Beziehung auf Tibur, reſpektive feine Vorliebe für den Aufenthalt in Tibur geſagt? Und ſteht der L Satz Albus ut obscuro u. I. w. nicht fo mit dem Vorhergehenden in der engſten Gedankenverbindung? Dieſe Beziehung, die dem ortskundigen Römer vermuth- lich ſofort klar war, können wir in der Paraphrafe der Stelle durch eine Einſchiebung anſchaulich machen: Wie(uns in Tibur) der Notus nun oft die Wolken verſcheucht und nicht immer Regen bringt, ſo laſfe du dir die Kümmernille und Sorgen im Leben durch die erlöfende Wirkung des Weins zerſtreuen. Es iſt einerlei, ob du im Lager, wie jetzt, dich aufhältſt, oder ob du in Tibur, wohin es dich zieht, dich befinden wirſt, denn(das iſt der Sinn der folgenden Erzählung) der Sinn des Menſchen, nicht der Ort, wo er weilt, iſt es, der glücklich macht.»


