Aufsatz 
Zur Erklärung des Homer und Horaz / von Heinrich Stöpler
Entstehung
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Solche Gelage am hellen Tage, folches nichtige Treiben in der zur Arbeit beſtimmten

Zeit er lehien der Gefellfchaft verächtlich. Man lefe nur: Epist. 1, 5, 10 Cras nato Caesare festus Dat veniam somnumque dies...

Cic. pro Mur. 13 nemo enim fere saltat sobrius, nisi forte insanit, neque in solitudine neque in convivio moderato atque honesto: tempestivi convivii, amoeni loci, multarum: deliciarum comes est extrema saltatio. Cic. pro Arch. 13.

Ein Lebemann freilich findet das gar nicht verächtlich(non spernit).

Ebenſowenig achten die Kriegsluſtigen der ängſtlichen Bitten der Mütter, und fogar der jungen Gattin Wünſche machen keinen Eindruck auf den Jagdfreund.

Sehe ich recht, fo ſind auch hier wieder die Menfchen überhaupt neben einahder ge- ſtellt, und zwar je nachdem ſie das Leben einfeitig im Genufſfe fuchen, oder nur in Entbeh- rungen(sub Jove frigido) das Leben fetzen, oder gar auf das Leben überhaupt nicht viel geben (bellaque matribus detestata). Diefe Unterſcheidung iſt jedoch nur von untergeordneter Bedeu- tung; lie hat auf die Anordnung der Beiſpiele keinen Einfluß geübt, denn fonſt follte der Kriegs- luſtige nach dem Jagdfreunde ſtehen.

Vielmehr verräth ſich in diefer Anordnung das Beſtreben, den Gedanken, daß auch gan keine Vorſtellung Eindruck mache, dadurch auszudrücken, daß mit dem Urtheil derer, die den geringſten Einfluß haben konnten, begonnen, mit dem derjenigen Perſönlichkeit, von der man erwarten follte, ſie vermöge alles, geſchloffen wird. Khnlich

Sat. 2, 3, 38 Clamet amica Mater, honesta soror cum cognatis, pater, uxor: «IIic fossa est ingens, hic rupes maxima, serva!» Non magis audierit quam Fufius ebrius olim.

Hier kann ich mich nämlich Fritesches Interpunktion und Erklärung nicht anſchließen, ſo hoch ich auch deffen feines Urtheil fonſt ſchätze, und obwohl auch foeben wieder Dillenburger (Z. f. Gymn. 35, 346) für ſie eintritt.

I. Ich, fo ſchließt Horaz, bin ergriffen von einer leidenſchaftlichen Neigung zur Dicht- kunſt(dis miscent superis entſprechend dem obigen evehit ad deos). Vgl. Seite 14. I.

II. Ich habe nur Sinn für den Verkehr mit den Mufen, wenn anders er mir gewährt wird,(was er beifügt, um nicht unbeſcheiden zu erſcheinen), nicht für das, was die meiſten ſchätzen(secernunt populo entſpricht dem nunquam dimoveas, ut). Vgl. Seite 14. II.

III. Dabei unterwerfe ich mich jedoch deinem Urtheile, wie es auch ausfallen mag. Vgl. Seite 14. III. Denn offenbar iſt

Quodsi me lyricis vatibus inseris, Sublimi feriam sidera vertice. nur der guten Vorbedeutung wegen gelagt.

Die beiden erſten Verſe ſtehen als Einleitung außerhalb der Reſponſion.

Über Hor. Carm. 3, 8, 15.

Martiis caelebs quid agam Kalendis, Quid velint flores et acerra turis

Plena miraris positusque carbo in Cespite vivo,

Docte sermones utriusque linguae.