Aufsatz 
Zur Erklärung des Homer und Horaz / von Heinrich Stöpler
Entstehung
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Erſchien ihr dagegen das andere Bild recht lebhaft im Schlafe, fo mußte ſie, da der Menſch gern glaubt, was er wünſcht, es zwar bei der Unwahrſcheinlichkeit ³³) eines erſten Wiederfehens in folcher Lage nicht für Wirklichkeit, aber in der erſten Freude doch für önap d. h. einen«wirk- lichen Traum» ³⁴) zu halten ³⁸⁵) lieber geneigt fein als für ein bloßes Spiel der Phantaſie, à⸗νν, als welches es ihr nach früheren Erlebniffen dann am hellen Tag erſchien, daher ſagt ſie von ihrem Gemüthszuſtande im Schlafe

90 20 A S5,? 27 T²ε⁵, Srsl b SpA Se, Egevear,' Sr, n.

Der Begriff«auch» ³⁰³) bezeichnet aber im Deutfchen zweitens den dem Munde ent- ſtrömenden Athem und die dadurch vermittelte Rede in bald mehr ſinnlicher, bald mehr geiſtiger Wirklfamkeit auf andere.

Dieſe Bedeutung findet ſich beim griechiſchen Worte b?ap ebenfalls, mit der einzigen Beſchränkung, daß auf andre wirklam nur das syxꝭ der Gottheit⁰) gedacht wird, die dadurch nach der urfprünglichen Anſchauung mit den Menſchen in eine gewiſſe ſinnliche, unmittel- bare ³⁷) Communication tritt, eine Art von Unterredung führt. Von diefer urſprünglichen Auf- faffung giebt es noch ſichere Spuren. Im 1. Geſange der Ilias heißt es, das νap ſtamme Es bildet mit«Kind» einen Gegenfatz. Vgl. Weigand, Deutfches Wörterbuch unter«Kegel». Auch wir fühlen beim Gebrauche diefer ſprüchwörtlichen Redensart etwas Gegenfätzliches und verbinden fo mit«Kegel» einen auf jenem Gefühle beruhenden, jedoch in ziemlich vager Weiſe gedachten Begriff, der aber der wahren Bedeutung des Wortes(f. Weigand a. a. O.) gewiß nicht entſpricht.

²²) Es bezeichnet alfo die Wendung 5 rot tetskesevo? karar in gewiffem Sinne das fachliche Gegentheil von dem, was man ſpäter 0 νοοο vetoꝓ nannte. Vgl. Buttmann, Lexilogus I, S. 176. Man beachte

B 5 7ds bt alνα οmμ☚έμ‿ μριιω mπSdåvsto Booxbn e aA Arpeinh ATaAH⁵ ενονιν◻ο˙ο 5v219. neben B 35 dναα ρμ̈νπιναπσοσ ,νιάνιεεαετονtbν Ʒe' 25105 1⁴εν ◻ρονιοναν μάνν ενμ bd Tseeedat eXsy.

3a) ELine derartige, vom Träumenden am Traumbilde ſchon im Traume geübte Kritik findet ſich im Traum der Penelope. 2 810 ff.

) Ein«wirklicher, eigentlicher Traum) iſt aber das dem bvap entgegengefetzte öna deshalb, weil diefem zvap in feiner Bildung durchaus die Bezeichnung für etwas bei dem Traume» als wefentlich erſcheinendes fehlt, nämlich für den Schlaf.

3s) Die Freude ſchon über einen Traum hat nichts auffallendes und ſinguläres. Von derfelben Penelope heißt es: 3 840 Hi*ο d oi Nrop läyden

G ot Evaα,νds bvOO d5 o vOChc oA.

Indeſfen würde der Zuſammenhang an unfrer Stelle an ſich der fpäteren Auffaffung dér beiden Worte 5 α% baaß als Traum Wirklichkeit» nicht widerſtreben, was vielleicht auf einen ſpäten Urfprung des ganzen Paffus b 82 90 deutet. Andere Gründe gegen diefe acht Verſe hat ſchon J. Bekker, Homeriſche Blätter, S. 125, vor- gebracht. Was er gegen die Bezeichnung der vsipara als zause bemerkt, mag zwar nicht ſtichhaltig fein, wie Kammer, Einheit der Odyſfee, S. 654 A. zeigt, aber damit iſt jene Anſicht noch nicht widerlegt.

36a) Im Sinne von sdas Hauchen».

36 b) Urſprünglich, wie es ſcheint, des Zeus. Vgl. Anm. 38. Später auch der Athene. Vgl. Anm. 40.

³7) Diefe den Griechen nach ihrer Gottesauffaffung naheliegende Vorſtellung findet ſich auch im alten Teſtamente. So heißt es 1. Mof. 20, 3: Aber Gott kam zu Abimelech des Nachts im Traum und ſprach zu ihm). Khnlich:

«Mir iſt es, wenn ich dort zum Werk mich rüſte, Als ob des Weltgeiſts Stimme zu mir dringen,

Und mich fein Odem nah durchfchauern müßte.» Geibel.