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Diefe Bedeutung findet ſich auch bei ννα. Es hatte z. B. eine von ſchwerem Kummer gedrückte edle Frau Gänſe in ihrem Hofeé ²²), an denen ſie ſich ſehr erfreute ²⁸); ſo mochte ſie, die ſchon vieles verloren hatte ²⁴), oft im einſamen Brüten die Furcht befallen ²⁵), daß einer der zahlreichen Raubvögel ²⁶) ſie einmal anfalle und erwürge. Oder wünſchte eine fo recht ſehn- füchtig ²*) die Rückkehr des Gemahls, fo mochte ſie wohl ſchon oft in Erinnerung ²⁸) an früheres Glück ſich lebhaft ausgemalt haben, ein wie feliges Leben ſie nach Erfüllung ihres Wunſches ²⁹) wieder zuſammen verleben wollten. Wiederholten ³⁰⁹) ſich diefe Gedanken und dieſe Bilder früheren ehelichen Glückes im Schlafe, fo mußte ſie den vermeintlichen Tod der Gänfe nach ihrem Erwachen wiederum für einen bloßen Seelenhauch», d. h. für ein leeres Spiel der Phantafie, ein àvοe halten. Sie follte aber einſt einen in Erfüllung gehenden Traum(5x½, 5 rot tst=XeOEvO? Forat) darin erkennen, um auf die kommenden Ereigniſſe vorbereitet zu ſein. Daher wird ihr noch im Schlafe gelagt:
1 547 05 ¼ 5vã, Sa 3¹) 250Xdv, 5 Tot tsrsXe5vO» 3²) Eatat.
¹2) x 536.
²³) x 537.
²4) x 512.
28) 516 ff. 2
²6) Vgl. E. Buchholz, Die homeriſchen Realien. I. 2. S. 130— 143. Bemerkenswerth iſt, daß, wo zahme Gänfe(Buchholz a. a. O. I. 2. S. 114) erwähnt werden, ſie immer von Raubvögeln angegriffen ſind.
27) Vgl. G. W. Nitzſch, Beiträge zur Geſchichte d. ep. Poeſie, S. 417.
28) 4 343.
2) 127. Vgl. L. Lange, Der homeriſche Gebrauch von Partikel ei, S. 59. Abh. der philologiſch- hiſtorifchen Klaſfe der Königl. Sächf. Gefellfchaft d. Wiſfenſch. Bd. VI.
30) b 88 Chds 1 ανιν εοε νακαι mαωααόάϊμεαννανεν sνενμοο aανεα. Vgl. W. Bäumlein, Unterfuch. über gr. Partikeln, S. 46, gegen welchen H. Düntzer, Homerifche Abhandlungen, S. 588, polemilirt.
31) UÜber obx 5?αε, ꝓν ömap kurz folgendes:
1. Der Ausdruck iſt formelhaft, fomit alt, und zicht ſich als ſprüchwörtliche Wendung durch die ganze griechifche Literatur. Eustath. 1876, 60 5 5⁸, b5X 5?a A' bag d5nn, vub u⁴οmάιες επινεαυι εεμιράναν μπι⁵νν.
dytietytat th bya, a* te brag. Vgl. außerdem die Lexika.
2. Was die Alten zur Etymologie, refp. zur Erklärung beibringen, ſcheint im Ganzen ohne Werth. Eustath. 1876, 60 x* †iνetat 5⁴ Hty u, de, o t? alpety, öxas and ir Srvo? u e Aetv, Ivεο‿ eley öα Bty övOb A*⁵ς 5 mκ εέ◻ινιοοι, ⁶ 0iovet önvaß, Svaß de and n od Bvo duν uvtasi ſu⁵ dau ανν ënvοο⁸ nat obr v bytötntt. Etymolog. M. öap, d*ενννι ευιςιει αάανμα ν b⁴ρ ενν, bt Hö?³&, a νꝓ bAobGt. önC5, 0s, ntaaia Aed-nc, bDX y 5vei,ꝓe. AMideuuν, odE BveO: Olov, Traß Pbn Sy⁴ε ◻ιννομενο Hesych. önap t, 2d' Say byaß. Ey ε₰½. 0o? Hays ⁶α‧ v&,&νεέςπ da: L*obTegay. Ades. Doch f. unten. 3
3. ö-ap ſteht wohl formell zu öx-voc ähnlich wie sopror zu somnu“s. Vgl. A. Göbel a. a. O. S. 19 und im Allgemeinen G. Curtius, Grundz. S. 289.
4. Durch die dem fpäteren Sprachgebrauch entſprechende Interpretation von bvsb als«Traum» kam man für das fonſt ungebräuchliche, aber einen gewiſfen Gegenſatz zu jenem bildende önap zur falfchen Bedeutung «Wirklichkeit». S. oben und Ameis-Hentze zu* 547 und Düntzer zur felben Stelle. Jener fagt: önap 0ν⁄v eine treffliche Wirklichkeit, eine leibhaftige Erſcheinungs. Düntzer bemerkt: Es iſt dies kein Traum, fondern glück- liche Wirklichkeit, und wird in Erfüllung gehen. 5vagn(vgl. 5veνεμοσ) ſcheint eigentlich das Wähnen(althochd. van), im Gegenfatz der Wirklichkeit, öwan, zu bezeichnen.» 9
5. Diefe Bedeutungsannahme wird widerlegt durch den Zufammenhang, befonders in der erſten Stelle * 547. Denn der Tod der Gänſe refp. der Freier iſt eben noch keine Wirklichkeity. Ferner paßt zu diefer Bedeutung gar nicht das 5 tot tstekespevo? Eatat, welches doch unzweifelhaft zu önap gehört.
6. Der Wendung ob Bvεο, a* öwap iſt es im Griechiſchen alſo ähnlich ergangen, wie im Deutſchen der fprüchwörtlichen Redensart«Kind und Kegel». Diefes Wort«Kegel» iſt kein lebendiges Sprachelement mehr.


