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bei einigermassen begabten Schülern die selbstthätige Entwickelung gefördert, sowie die Frische und Regsamkeit des Sinnes erhalten wurde. Ostern 1823 bezog ich die Universität Heidelberg, auf welcher ich zwei Jahre lang blieb. Ich studirte daselbst Philologie bei Creuzer und Bähr, Geschichte bei Schlosser, Aristotelische Philosophie bei Lewald, Pädagogik bei Schwarz, Geologie bei von Leonhard, und hatte dabei das Glück in stetem Privatverkehr mit Schlosser und mit dem alten Voss mich des Rathes und der Leitung dieser beiden Männer zu erfreuen. Ostern 1825 zwangen mich die Gesetze meines Heimathlandes die Universität Giessen zu besuchen. Da jedoch damals auf dieser Lehranstalt weder ein Professor der Philologie sich befand, noch ein einziges historisches Collegium gelesen ward, so verliess ich dieselbe schon nach einem halben Jahre wieder, um eine mir angebotene Hauslehrerstelle in Frank- furt zu übernehmen. Hier beschäftigte ich mich neun Jahre lang mit der Erziehung zweier Knaben, und verwendete die Zeit, welche mein Beruf mir übrig liess, zu historischen, geographischen und ethnographischen Privatstudien. Ausserdem be- stimmten mich Rücksichten der Freundschaft einige Zeit an einer Privatlehranstalt Unterricht zu ertheilen, wie ich dies aus gleichem Grunde schon einmal während meiner Universitäts-Zeit gethan hatte. Diese Schulthätigkeit gab auch Anlass, dass ich schon 1829 zwei Bücher zum Gebrauch beim deutschen Sprachunterricht heraus- gab, während andererseits meine fortgesetzten gelehrten Studien mich zur Veröffent- lichung mehrerer historischen und geographischen Schriften führten, von welchen die bei Gelegenheit meiner Doctor-Promotion zu Marburg verfasste dissertatio geo- graphica de Maliensibus die erste war. Von 1834 an, Wo die Erziehung meiner Zöglinge vollendet war, verwendete ich meine Zeit theils zur Fortsetzung wissen- schaftlicher Studien, theils zu Privatunterricht, theils Zur Mitwirkung an den dahier bestehenden Vereinen für Erdkunde, für Naturgeschichte, für Physik und Chemie und für Frankfurt's Geschichte und Kunst, theils endlich zu geographischen, ethno- graphischen und geschichtlichen Vorlesungen. Ostern 1847 beehrte mich Ein Hochw. E. L. Consistorium mit dem Auftrage den historischen Unterricht in den obern Clas- sen des Gymnasiums vicariando zu ertheilen. Nachdem ich dies ein Jahr lang gethan hatte, wurde ich durch Hochverehrl. Rathschluss vom 28 März 1848 als Professor der Geschichte unter die ordentlichen Lehrer des Gymnasiums aufge- nommen.“—
Seine bis jetzt erschienenen Schriften sind folgende:
1) Deutsches Lesebuch. Eine Sammlung von Musterstücken in Prosa und Poesie, mit den nöthigen Erläuterungen für Kinder von 10— 13 Jahren, zwei Theile. Frankfurt a. M. 1829.(Zweite Aufl. 1834).
2) Belehrende Darstellungen für das höhere Jugendalter, Frankfurt a. M. 1831.
3) De Maliensibus dissertatio geographica, Francof. ad M. 1833.
4) Das thessalische Tempe in geographischer und antiquarischer Hinsicht darge- stellt, Leipzig 1835.
5) Das Land Otuquis in Bolivia nach einem Originalberichte des Hrn. M. Bach mit Beziehung auf allgemeine südamerik. Verhältnisse beschrieben, Frkf. a. M. 1838.
6) Physisch-geographische Beschreibung der Umgegend von Frankfurt am Main oder der Ebene des unteren Mains und des anstossenden Taunus, Frkf. a. M. 1839.


