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solchen Veranlassung Eure Studien unterbrechen, so würdet Ihr sie nie vollführen, Ihr würdet Euern Beruf sicherlich verfehlen. Der Jüngling, welcher politische Reden hält, Versammlungen besucht und betreibt, anstatt zu lernen, dem es ein leichtes ist seine Pflicht zu verletzen und seinen Lebenszweck zu verachten, kann diesen auch nicht erreichen zum Segen der Menschheit. Kopf und Herz ist ja mit andern Dingen erfüllt, als solchen, die ihm die Ruhe zum heiligen Berufe gewährten.
Erhebet Euch vielmehr, Ihr theuern Jünglinge, die Ihr nach Euerm eigenen und Euerer Brüder Wohlfahrt strebt, erhebet Euch in Euerer Stärke, mit dem festen Vor- satze und jenem kräftigen Willen, der ein grosser Theil jedes Sieges ist, lasset Euch nicht aus Euerer Bahn hinausschleudern. Widmet Euch Euern Studien ganz. Der Wille ist eine Macht. Wenn Ihr beharrlich wollt, so ist es unmöglich, dass Ihr nicht Grosses und Löbliches leistet. Beharrlich seyn ist deutsch.
Schulnachrichten.
Mit gebührendem Danke erwähnen wir der Geschenke, welche unserer Wittwen- und Waisenkasse geworden sind. Den 12 April von Herrn J. K. Quilling 1 fl. 30. — d. 19 d. von Herfr E. Wagner 2 fl. 42.— d. 20 d. von Herrn Moriz Getz 5 fl. 24 kr.— d. 25 d. von Herrn Schöffen Freiherrn von Günderrode 15 fl.— d. 27 d. von Herrn Unzer 7 fl.— d. 6 Mai von Herrn Commercienrath Fleck 5 fl. 24.— d. 8 d. von Herrn Bundesarchivar Leuthäusser 3 fl. 30.— und von Herrn Thomä 3 fl. 30.— d. 22 Jul. von Herrn G. Herling 3 fl.
Den 28. März wurde Herr Professor Röder wegen andauernder Kränklichkeit mit dem ganzen Gehalte seiner Stelle unter Anerkennung seiner vieljährigen(fast 19 jährigen) Leistung und unter Vorbehalt sich im Falle der Wiederherstellung nach dem Ermessen Eines Hochwürdigen Ev. Luth. Consistoriums am Gymnasium ver- wenden zu lassen in den Ruhestand versetzt. Vgl. Herbstprogramm 1830. Möge die ihm gewordene Ruhe zu seiner Gesundheit beitragen und nach seiner gewissen- haften Anstrengung ihm eine heitere Musse zu Theil werden!
An dossen Stelle wurde Herr Dr. Phil. Georg Lud wig Kriegk zum Professor der Geschichte ernannt. Dieser rühmlich boltaknte Gelehrte nnc ausgezeichnete Lehrer sagt über sein Leben folgendes:
„Ich bin am 28. Februar 1805 zu Darmstadt geboren. Hier besuchte ich bis zu meinem 18. Jahre nach einander die städtische Volksschule, eine lateinische Privat- schule und das Gymnasium. In dem letzteren bestand damals noch das alte Unter- richts- und Erziehungs-System, welches wenigstens den einen Vorzug hatte, dass


