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dass es der gute Anstand erfordere, dass er an den grossen Feiertagen in Breslau selbst an- wesend sei.¹) Jedenfalls spielte er dem Könige gegenüber den Freigeist. Sire, je suis prôter serment à V. M. que les principes de ma thôologie sont tout à fait conformes à la façon de penser de V. M. Et pourvu qu'Elle me permette de pouvoir sauver les dehors dans toutes ces occasions, j'indiquerai toujours le premier toutes les voies les plus courtes et les plus süres, pour parvenir aux buts que V. M. se propose. ²) Dem Papste gegenüber gefiel sich Schaffgotsch in der Rolle des bussfertigen Eremiten. In das Leben des Bischofs gewährt einen Einblick die Schilderung, welche Friedrich selbst seiner Schwester, der Markgräfin von Bayreuth, im Dezember 1755 macht:„Notre évéque est aussi espiègle qu'il a 6té à Rome et capable d'enfumer le sacré collège et le pape méême; mais je le prie beaucoup de s'’assujettir ces heureuses dispositions aux dehors de ''hypocrisie et de cacher sa gaité sous masquediscret et plein de formalités.“³) Im Jahre 1758 wollte er bei Annäherung der Osterreicher seine epikureische Lebensweise ändern und entfernte die anstössigen Personen seiner Umgebung, aber auch später hören wir noch von diskreten Affairen, die man am besten durch Schweigen andeutet. ¹)
Es ist selbstverständlich, dass der Bischof, nachdem ihm der Sturz eines Ministers ge- lungen, dem Könige sich wieder vollständig nahe fühlte. Er hielt sich Monate lang am Hofe auf, und noch im Jahre 1756 liess Friedrich drei Zimmer für den Bischof im Schlosse zu Potsdam einrichten.5) Kein Konflikt kam in den letzten Jahren vor Ausbruch des siebenjährigen Krieges mehr vor. Er fügte sich allen Anordnungen des Königs ohne Widerspruch. Ruhig vollzog sich die Ausdehnung des Ediktes über den Eintritt in den geistlichen Stand auf den Adel.¹) Der Bischof selbst beantragte, die Erziehung der Kinder in auswärtigen Klöstern zu verbieten.7) Als ein Kapuziner einen Schlesier zur IIbersiedelung nach Olmütz zur Erleichterung der gebeimen Korrespondenz überredet hatte, reichte Schaffgotsch, der dem Papste gegenüber so oft für den Klerus eingetreten war, einen Entwurf zur Verminderung der Mönche ein.8) Auch erbat Schaffgotsch die Absetzung seines bischöflichen Generalvikars, des Baron von Brunetti, weil dieser dem Könige nicht ergeben wäre. Der König befahl auch die Absetzung desselben.) Schaffgotsch ernannte an Brunettis Stelle seinen Bruder zum bischöflichen Generalvikar.
III. Das Verhalten des Bischofs vom Ausbruche des Krieges an.
So war bei Beginn des grossen Krieges das Verhältnis des Königs zum Bischofe ein ausgezeichnetes. Als er auf die geringe Teilnahme der Katholiken bei dem Dankfeste nach dem Lowositzer Sieg aufmerksam gemacht war, schrieb er dem Minister Schlabrendorff, dass „es niemand mehr als ihm nahe gehe und schmerzlich falle, den so offenbaren üblen Willen der Katholiken in ihrem gewissenlosen Betragen zu entnehmen.“ Er beklagte seinen geringen
1) Kabinetschreiben vom 6. März 1751, XIII, 362.
2) Schreiben von Schaffgotsch an Friedrich, 27. April 1755, XIII, 649.
3) Oeuvres de Frédéric le Grand, 27, 1, 284.
4) Schlabrendorffs Ber. v. 7. September 1758, XVIII, S. 11, Anm. 2. Vergl. Fechner über seinen Zwist mit Wallisch a. a. O. S. 167.
5) Preuss, Friedrich der Grosse, II, 114.
6) XIII, 720; XIII, 702, 704, 705, 714. Ende 1755 Teilnahme der schlesischen Provinzialen an den Wahlen der Ordensgeneräle, XIII, 716. Der Entwurf des Bischofs für das Verbot des Schmuggels für den katholischen Klerus.
7) Februar 1756, XIII, 730; cf. 731.
8) Schreiben an Schaffgotsch XIII, 730. Schreiben von Schaffgotsch, 25. Februar 1756; cf. Ant- wort XIII, 736. Die Denkschrift vom 22. April 1756 XIII, 759. Schreiben von Benedikt XIV. an Schaff- gotsch, XIII, 763, 8. Mai 1756..
9) Bericht von Schlabrendorff, XIII, 772, 773 cf. 776, 777, 778. Kabinetschreiben an Schaffgotsch, August 1756, XIII, 778.„Il dépendra uniquement de votre choix à qui vous voudrez confier cette place.“


