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Dies würde, was Gott verhüten wolle, die nachteiligsten Folgen nach sich ziehen. Will sonach Seine Heiligkeit ihm ein Beneficium erteilen, so könnte Sie ihm die alleinige Probstei in Neisse geben, was der Diöcese wenigstens keinen grossen Nachteil bringen würde.“¹²) Auch verleumdete er Bastiani unaufhörlich beim Papste selbst. ²)
Dagegen schrieb dieser Heuchler an Treue dem Könige, dass er Bastiani in Ansehung der königlichen Gunst, die dieser geniesse, stets Beweise seiner Freundschaft zukommen lassen werde.³) Bereits am 16. März hatte der Bischof seinem Banquier in Rom Marquis Belloni den Auftrag gegeben, dem Abbé keinen Pfennig mehr zu zahlen, damit dieser zurückkomme.4) Der König war über den eigenmächtigen Schritt höchst unwillig. Schaffgotsch wusste sich zu entschuldigen. Er hätte keine Ahnung gehabt, dass Friedrich noch besondere Aufträge gegeben. Er hätte es vollkommen dem Belieben Bastianis überlassen, ob er zurückkehren wolle oder nicht. Ja er hätte ihm sogar später den Auftrag gegeben, noch bis Ostern dort zu bleiben. Jetzt werde er seinen Banquier beauftragen, Bastiani weiter Gelder anzuweisen. Erst durch wiederholte Berichte aus Rom wurde der König darüber aufgeklärt, dass alle diese Versiche- rungen unwahr und heuchlerisch wären.⁰) Er hatte vielmehr seinen Banquier an jedem Post- tage daran erivnert, an Bastiani nichts weiter auszuzahlen, und alle Ränke und Kabalen gegen diesen bestmöglich unterstützt.”)) Da erwachte in dem Könige zum ersten Mal Misstrauen gegen. seinen Bischof.
Schon am 7. April hatte Schaffgotsch den König gebeten, die Verhandlungen mit der Kurie nur durch ihn zu führen. Friedrich dürfe überzeugt sein, dass er nicht den geringsten Schritt unternehmen werde, ohne sich vorher von den Absichten des Königs zu unterrichten.¹) Auf diesen verwünscht gescheiten Gedanken ging der König wenigstens für die drei Punkte, mit denen er Bastiani betraut hatte, nicht ein. Wie Schaffgotsch die Wünsche des Königs bezüglich der Besetzung der Beneficien kreuzte, hintertrieb er auch die Genehmigung des Ernennungsrechtes des Königs, welches das wichtigste Ziel der damaligen Kirchenpolitik war. Wir lassen dahingestellt, ob in dem Papste der Argwohn gegen Bastianis Autorisation über diese Verhandlungen nicht erst durch die schmählichen Verleumdungen hervorgerufen ist, welche vom Breslauer Bischofssitze ausgingen. Der Papst fragte Schaffgotsch über das Nominations- recht und die Stellung des Königs dazu an. Schaffgotsch nannte das Gesuch eine Erfindung dieses Betrügers. Weder er noch Münchow wüssten von diesen Verhandlungen.³) Dies be- richtete er mit dreister Stirne am 8. Juni, während er bereits seit dem 8. April Kenntnis von diesen Verhandlungen hatte.“) In der That erreichten die Umtriebe ihren Zweck. Bastiani selbst sah sich den vielen Verdächtigungen gegenüber wehrlos. Hochgestellte Beamte der Kurie versicherten ihm, dass Schaffgotsch und sein Anhang zu den Schwierigkeiten, die die
1) Theiner I, 360..
2) Schreiben an den Papst 8. April 1748. Theiner II, 12.
3) XIII, 165 Schreiben an den König 31. März 1748.
4) Theiner I, 360.
9 Kabinetschreiben vom 2. April 1748 XIII, 167; cfr. XIII, 166. Schreiben von Schaffgotsch 10. April XIII, 177. 3.
6) Bericht Bastianis vom 18. Mai XIII, 198. Kabinetsbefehl an Münchow XIII, 206. Die Antwort bei Preuss, Urkundenbuch V, 111 muss so abgefasst worden sein, dass Schaffgotsch wenigstens darin Glauben fand, dass er Bastiani nicht verleumdet hätte. Vergl. Kabinetschreiben an Schaffgotsch vom 18. Juni 1748 XIII, 210, Je veux bien croire, que vous n'y avez aucune parte.
7) XIII, 172..
8) Brief des Pabstes vom 11. Mai 1748. Dok. 80. Theiner II, 320...
9) Theiner I, 25. Dass Schaffgotsch die Verhandlungen sehr genau kannte, geht aus seinem Briefe an Münchow XIII 173, 8. April 1748, hervor. Er hatte danach Einsicht in das Schreiben Bastianis vom 9. März 1748 XIII, 154 delaleen. In diesem werden alle diese Angelegenheiten ausführlich erörtert.
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