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populos exercet, benevolentiam quoque familiae suae erga Catholicos hereditate accepisse videtur.¹) Wahrlich ein ehrendes Zeugnis für die Toleranz der Hohenzollern. In derselben Zeit schrieb Benedikt an das Kapitel in Breslau, dass der König, obgleich er nicht zu unserer Gemeinschaft gehört, uns Katholiken weder hasst noch verfolgt und mit solcher Gerechtig- keit und Klugheit begabt ist, dass wir mit Recht alles Gute durchi hn und von ihm erwarten. ²)
So geboten Gründe der Politik und das Interesse des Glaubens dem Papste, den Willen des Königs zu erfüllen. Dennoch gab der Papst erst nach langen Verhandlungen nach, um seine Gesinnungsänderung vor der Welt zu erklären und für die Katholiken Schlesiens für seine Nachgiebigkeit Zugeständnisse zu erlangen. Beide Gründe gereichen ihm von seinem Standpunkte aus nur zum Lobe. ³)
In der Instruktion, die Friedrich Coltrolini erteilte, war auch auf die Unterstützung, die durch Frankreich in Aussicht gestellt war, hingewiesen. Kardinal Rochefoucauld, welcher die Sache Frankreichs in Rom vertrat, versprach auch mit Eifer für die Ernennung von Schaff- gotsch einzutreten. Dennoch blieb die Haltung des französischen Staatssekretärs Marquis de Puyzieulx zunächst eine kühle. Auf Wansch Friedrichs wurde indessen nach den Berichten der preussischen Unterhändler Rochefoucauld von neuem angewiesen, für Schaffgotsch einzu- treten. 4) Der sächsisch-polnische Hof trat seiner damaligen Politik entsprechend offiziell für Schaffgotsch ein, aber die Unterstützung war eine so laue und so ungeschickte, dass man die Absicht merkte, die Sache hinzuziehen. Der Beichtvater des polnischen Königs erklärte dem päbstlichen Nuntius in Dresden, dass man dort kein Interesse an der Sache habe. Man be- traute in Rom mit der Angelegenheit nicht den sächsischen Gesandten Grafen Lagnasco, sondern den Protektor Polens, Kardinal Annibal Albani, einen erklärten Feind von Sinzendorf und Schaffgotsch. Dieser Kardinal, ein Intrigant ersten Ranges, widerriet dringend dem Papste die Ernennung von Schaffgotsch.5) Dennoch bewirkten die Bemühungen des preussischen Gesandten in Dresden, v. Klinggraeffen, dass der König von Polen in einem Briefe um die Er- nennung des Bischofs bat. Albani wurde mit Übergabe dieses Briefes betraut und fügte ein Billet bei, dass der König denselben nur unter dem Drucke der besonderen augenblicklichen Verhältnisse geschrieben habe.
Am schwierigsten war die Haltung des Wiener Hofes, der deswegen nicht ohne Einfluss auf den Verlauf der Sache war, weil einzelne Teile der Diöcese Breslau in österreichischem Staatsgebiete lagen. Am 9. Oktober 1747 erhielt Schaffgotsch den Auftrag, dem Wiener Hofe seine Meldung einzureichen. Der König selbst teilte dem Wiener Gesandten Grafen Podewils mit, dass Schaffgotsch die Verwaltung quoad saecularia auch für das österreichische Gebiet seiner Diöcese antrete.⸗) Während man in Wien noch deliberierte, setzte sich der neue Bischof
1) XIII, 77. Vergl. Ph. Zorn, Lehrbuch des Kirchenrechts, Stuttgart, 1888, Abschnitt Toleranz in Preussen, 177 ff und E. Zeller, Friedrich der Grosse als Philosoph, Berlin, 1886, S. 150.
2) Schreiben des Papstes an das Kapitel vom 4. November 1747, I, 313..
3) Uber die Widersprüche im Auftreten des Papstes, vergl. O. Meyer, Die Propaganda, ihre
Provinzen und ihr Recht, Teil 2, Göttingen, 1853, 8. 345 und ebenda Anmerkung 2. Wenn übrigens Meyer über Korruption der Zustände in den höhern kirchlichen Regionen spricht, so scheint der Papst in diesem Falle gegen die Bestechungsversuche, welche Bastiani im Auttrage von Schaffgotsch machen sollto, eingeschritten zu sein. Vergl. den Brief des Papstes, 13. Juli 1748, Theiner Dok. 83. . 4) Cf. Coltrolini, Bericht 18. November 1747, XIIJ, 75, XIII, 82. Bericht Bastianis, XIII, 99: Uber die Lauheit des französischen Hofes, namentlich über Ausserungen von Puyzieulx, des französischen Staatssekretärs der auswärtigen Angelegenheiten. Friedrich der Grosse bat wiederholt um Erneuerung der Befürwortung von Schaffgotsch durch Valory und seinen Gesandten in Paris Chambrier. Vergl. Politische Korrespondenz, V, S. 547 und XIII, 106..
5) Bericht von Bastiani, XIII. 99, 23. Dezember 1747, XIII, 133, 27. Januar 1748. Bericht von Coltrolini, XIII, 137, 3. Februar 1748. Vergl. Politische Korrespondenz, VI, S. 18 und S. 41. Instruktion an Klinggraeffen u. XIII, 153. Bericht von Coltrolini, 9. März 1748..
6) Bericht des Wiener Gesandten Otto von Podewils, 4. Oktober 1747, XIII, 18. 4. Oktober, XIII, 38. Erlass an Podewils, 14. Oktober, XIII, 37. Bericht von Muenchow, 18. Oktober, XIII, 46.
Bericht von Podewils, 21. Oktober, XIII, 150. 2*


