Aufsatz 
Friedrich der Grosse und Graf Schaffgotsch, Fürstbischof von Breslau / von Paul Stettiner
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Songez, que tous les regards sout tournés sur vous et conduisez-vous de manière à ne me point faire rougir de mon ouvrage ni regretter au pape... ses bontés pour vous. ¹)

So dürfte jeder Zweifel, dass Friedrich über den sittlichen Defekt seines Schützlings sich zu leicht hinweggesetzt habe, gehoben sein.

Schaffgotsch, der bereits Domherr in Breslau und in Halberstadt war, erhielt auf Wunsch von Sinzendorf die Abtei des Stiftes zur heiligen Jungfrau auf dem Sande in Breslau. Durch Gewaltakt erzwang Friedrich diese Wahl, der der Papst wider Erwarten nach einigem Zögern zustimmte. Nach langen Verhandlungen, die Schaffgotsch wiederholt abzukürzen bat, erfolgte am 4. März 1744 die Ausfertigung des Patentes,²) durch welches derselbezu einem Fürsten, wirklichen Koadjutoren des Bischthums zu Breslow und immediaten Nachfolger des dasigen dermaligen Bischofens ernannt und denomiert wurde; dergestalt dass derselbe auf dem Fall des Ablebens obbesagten gegenwärtigen Cardinals von Sinzendorf Lbd. alsogleich und ohne Einschreitung einer anderweitigen Wahl, fernerer Ceremonie oder sonst(unter was Vor- wand immer es sei) erdepklichen Aufschubs ipso facto Bischof sein solle.

Der König überhäufte den Koadjutor mit mannigfachen Beweisen von Gunst. Er erhielt 2000 Gulden aus dem Sct. Claren-Kloster zu Breslau und wurde Propst in Neisse.) Als man die Korrespondenz seines Kanzlers Sala de Grossa mit dem sächsischen Gesandten am Berliner Hofe aufdeckte, versicherte er den König, der keinen Argwohn hegte, seiner ausserordentlichen Abneigung gegen die, qui se laissent débaucher et employer contre les intérêts de V. M. que je préfèrerai toute ma vie aux miens. ¹)

Im Frühling 1746 erkrankte Schaffgotsch bedenklich und genas erst Ende des Jahres. Nach dieser Krankheit nahm er die Miene des bussfertigen Sünders wenigstens nach aussen an.5) Der Kardinal Sinzendorf glaubte an eine Besserung. Er schreibt an den König über Schaffgotsch:) Il m'a effectivement aussi paru depuis quelque temps plus réservé dans sa conduite. Il comprend que l'éclat n'est pas une partie essentielle du plaisir et que l'on ne se divertit pas mieux, lorsque l'on fait rire les laquais, qui servent à table, par les propos, que lon y tient. II n'a qu'à garder le fond de gaieté, dont la nature l'a pourvu; celle-ci accom- pagnõée d'une fécondité d'imagination prodigieuse, rendra son commerce toujours agréable. Uber einige dunkle Punkte scheint der Kardinal milde hinweggesehen zu haben, denn auch in dieser Zeit war das Leben des Koadjutors für einen katholischen Geistlichen nicht ohne Flecken.)

Die Stellung von Schaffgotsch zu einen Teile der Katholiken wurde im Laufe der Jahre eine bessere. Freilich von den zahllosen Begünstigungen, die die Geistlichkeit durch seine Vermittelung erlangt haben soll, berichten die Akten nicht. Nur um die Ermässigung der Steuern, die der Klerus zu zahlen hatte, war er wiederholt eingekommen, und als eine solche wirklich eintrat, mag man sie dem Verdienste von Schaffgotsch zugeschrieben haben. Für sein eigenes Kloster erlangte er trotz mehrfacher Bitten keine Herabsetzung derselben.) Ausserlich in

1) Kabinetschreiben, März 1748, XIII, 162.

2) Patent X, 527.

3) Kabinettsbefehl an Podewils, Juli 1744, X, 587. Schreiben Schaffgotsch, Juli 1744, X, 589.

4) Schreiben von Schaffgotsch, Mai 1745, X, 647. Er ernannte an Stelle des früheren Kanzlers jetzt den preussischen Hofrat Joseyh von Mutius X, 749. Schaffgotsch bewarb sich später um die Stelle eines Präsidenten im Oberamt zu Breslau, zog dann aber, als ihm das Präsidium selbst nicht zuerkannt wurde, auch seine Bewerbung um einen Sitz in diesem Regierungskollegium zurück. Cf. X. 788, 792. Schreiben von Schaffgotsch, Januar 1747.

5) Vergl. Moehrs S. 38.

6) Januar 1747, X, 787.

7) Theiner a. a. O. I, 341. Bericht des Papstes in der Kongregation Punkt 4. Die Zeugnisse der Geistlichen bei der später stattfindenden Untersuchung haben dagegen keine Beweiskraft. Eine Reihe derselben v. Frankenberg, v. Keller, v. Brunetti datieren im Januar 1748, die Besserung erst nach einigen Monaten, einige seit vielen Monaten. Theiner I, 329.

8) X, 383. Schreiben von Schaffgotsch X, 366 an Münchow, Juli 1743. Antwort August h. a. X, 401; Dez. X, 470.

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