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hervorgerufene Energie bei der Ausführung der folgenden Arbeit, die er sich nicht- verderben will; der Wille, nicht einer augenblicklichen Ermüdung nachzugeben und flüchtig zu werden, wird nicht nur den anderen Unterrichtsfächern, sondern auch dem ganzen Menschen zugute kommen.
Der Handarbeitsunterricht ist aber auch besonders geeignet, dem Schüler einen der sprödesten Lehrgegenstände, die Geometrie, näher zu bringen. Er kann keinen Schritt thun, ohne fortwährend Sätze daraus zu ver- wenden, seine Anschauung wird belebt, die Vorstellungskraft gestärkt, kurz, die Geometrie nimmt konkrete Gestalt an; sie beweist, daſs sie einen Zweck im Leben hat, daſs sie nicht, wie der Schüler häufig glaubt, nur zur Quälerei des armen Jungen erfunden worden ist. Ich glaube, es gibt für den Schüler keinen eindring- licheren Beweis des Satzes, daſs im rechtwinkeligen Parallelepipedon alle Winkel rechte sein müssen, als wenn er die Teile eines Kastens nicht genau rechtwinkelig bestoſsen hat, und mit einem windschiefen Rahmen ankommt, auf den weder Boden noch Deckel paſst.
Endlich aber, und dies dürfte nicht die schlechteste Wirkung sein, erhält der Schüler die Möglichkeit und Lust während seiner freien häus-— lichen Zeit sich in nützlicher Weise zu beschäftigen und wird so von manchem Bösen abgehalten. Es dürfte von Interesse sein zu erfahren, was uns in dieser Beziehung aus Kassel berichtet wurde. Ein Vater äuſerte, als er seinen Sohn wieder für das neue Halbjahr anmeldete:„Wenn ich es auch nicht wollte, meine Frau will es. Früher war der Junge, wenn er nicht für die Schule zu arbeiten hatte und der Tageszeit oder des schlechten Wetters wegen nicht auf die Straſse konnte, für seine Mutter das Hauskreuz, dessen Lebendigkeit und Mutwille nicht- unterzubringen war. Jetzt ist er wie verwandelt: er versorgt die ganze Verwandt- schaft mit Kasten und Schalen.“ Aus Schlettstadt wird geschrieben:„Viele Schüler benutzten die erworbene Fertigkeit, um ihren Angehörigen eine Freude zu bereiten. Nun, ich denke, der Entschluſs dazu und die Ausführung desselben bethätigt auch die sittlichen Kräfte und ist mehr wert, als eine Erholung im Mülsiggange. Meine stille Freude erlebte ich auch oft, wenn ich beobachtete, wie der Helferdienst ausgeübt wurde. Dabei entwickelten manche Schüler gegenüber ihren Genossen einen solchen Eifer, eine Ausdauer, eine Freundlichkeit, dafs ich mich oft still bei Seite hielt, wenn auch der Sache wegen eine Bemerkung meinerseits notwendig gewesen wäre.“ Nun, ich hoffe, daſs derartige Kundgebungen auch bei uns nicht fehlen werden; soviel aber ist sicher, dafs in dem Schüler eine grofse Zahl von Fähigkeiten geweckt und gefördert werden, die aufserdem brach liegen.
Ich möchte aus allen diesen Gründen mir erlauben, der Erwägung anheim zu geben, ob an den Orten, wo so viel über Schülerverbindungen und Kneipereien ge- klagt wird, nicht durch Einführung der Knabenhandarbeit und Betreiben derselben in einer den Schüler fesselnden Weise diesen Ungehörigkeiten auf einfache Art ein Damm entgegengesetzt werden könnte.
Es wird schlieſslich nicht überflüssig sein, dem hie und da aufgetauchten Gedanken entgegenzutreten, als ob durch die Einführung des Hand- fertigkeitsunterrichts eine neue Belastung des ohnehin schon über- bürdeten Schülers herbeigeführt würde. Es ist hierbei zu beachten, dafs dieser Unterricht in erster Linie den Körper in Anspruch nimmt, namentlich ist dies bei der Schreinerei der Fall; aber auch nicht wenige Arbeiten beim Schnitzen und Pappen verlangen recht starke körperliche Anstrengung. Man darf getrost die Hand-


