Aufsatz 
Pflanzenhefte, ein Hilfsmittel für den Unterricht in der Botanik
Entstehung
Einzelbild herunterladen

17

arbeitsstunde in dieser Beziehung als eineTurnstunde mit dem Werkzeug bezeichnen. Wer einmal an den aufgeschürzten Armen des Schülers das Spiel der Muskeln beobachtet und die fortgesetzte Anderung der Körperhaltung und Gliederlage ver- folgt hat, wird mir recht geben müssen. Aber auch hinsichtlich der verwendeten Organe und Nervenzentren findet keine Mehrbelastung statt, da eben ganz andere dabei zur Thätigkeit gelangen. Es sind in erster Linie die Sinne wirksam, vor allem das Auge. Bei der Bucharbeit kommt das Auge gar nicht als Farbe Form Lage Entfernung bestimmendes Organ zur Anwendung, die Aufnahme der Buchstaben- eindrücke vollzieht sich halb unwillkürlich, da die ganze Gehirnthätigkeit auf das Erfassen des Inhaltes gerichtet ist. Dann aber verlangt das Zusammengehen von Hand und Auge ganz andere Muskel-, Nerven- und Verstandesthätigkeiten, ja nur die Handhabung des Werkzeuges und die Körperstellung ganz andere Muskeln als die sitzende Haltung beim Lesen oder Schreiben.

Die bei der reinen Lernarbeit verwendeten Gehirnpartieen gelangen völlig zur Ausspannung, vollständig neue zur Thätigkeit und dadurch wird nicht neue Belastung, sondern Entlastung herbeigeführt und neue geistige Frische für das Buch gesammelt. Möge man deshalb gerade an den höheren Schulen, wo derartige Abwechslung not- wendiger ist, und wo durch die Lebensverhältnisse der Gesellschaftsklassen diese weniger geboten wird, der Jugend die segensreichen Einwirkungen der Handarbeit verschaffen.

Stelz.