Aufsatz 
Pflanzenhefte, ein Hilfsmittel für den Unterricht in der Botanik
Entstehung
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soll, wofür dieser monatlich den festen Betrag von 50 Pf. an diese Kasse entrichten wird. Für Schreinerei und Dreherei war das Holz vom Verein gestellt worden, doch muſste jeder Schüler monatlich 50 Pf. bezahlen für Instandhaltung des Werkzeuges durch einen Schreiner, da die Schüler sich dazu auſser stande zeigten.

Der Unterricht wurde durch die Herren kostenlos erteilt, zum Teil als freiwillige Leistung über ihre Pflichtstunden. Von Ostern an wird es möglich werden, den ganzen Unterricht in die Zahl der Pflichtstunden einzureihen. Dieses Verfahren wird sich über- all als notwendig erweisen, wo der Handfertigkeitsunterricht als ein zwar wahlfreier, aber in die Schulverfassung gehöriger Lehrgegenstand eingeführt werden soll. Es wird sich dies um so leichter durchsetzen lassen, als die Regierung der Einführung der Handfertigkeit sehr geneigt gegenübersteht. Es ist deshalb auch zu hoffen, daſs in Zukunft die Zuschüsse des Staates dazu etwas ergiebiger ausfallen werden.

Die Unterrichtszeit betrug wöchentlich je zwei Stunden nacheinander. Während des Sommers war es möglich, diesen Unterricht auf die Schulmittage zu verlegen, während des Winters ging dies nur bei zwei Klassen und zwar im Anschlusse an je eine Schulstunde. Die anderen beiden Klassen mulsten einen ihrer freien Nach- mittage, Mittwoch oder Samstag, opfern. Die Verlegung in die Schulzeit hatte das Kgl. Provinzial-Schulkollegium dadurch ermöglicht, dafs es gestattete, an jenen Tagen vormittags eine fünfte Stunde zu geben. Es kam dadurch nur in etwas einem Wunsche nach, der in den Kreisen der Lehrer der gröſseren Städte seit langer Zeit gehegt wird, daſs nämlich der Unterricht auf die Vormittage allein beschränkt bleiben, die Nachmittage durchaus schulfrei sein sollen, wobei der Nachmittag aller- dings nicht um 12 Uhr beginnen könnte. Es wäre diese Einrichtung auch für unsere Schule sehr wünschenswert, da etwa ein Viertel unserer Schüler aus den benach- barten Orten kommt und in der Mittagszeit einen weiten Weg zurückzulegen hat, der meistens nicht, wie in den Städten, durch bequeme Verkehrsmittel erleichtert wird. Wenn auch dieser Wunsch sich während des Winters nicht völlig befriedigen lieſse, so würde doch die möglichste Berücksichtigung desselben während des Sommers schon eine fühlbare Erleichterung sein. Daſs eine derartige Einrichtung möglich ist, zeigen die Schulen in den gröſseren Städten Schwedens, in denen der Unterricht mit einer Frühstückspause von 1112 oder 121 Uhr bis 2 oder 3 Uhr durch- geführt und dann abgeschlossen wird. Allerdings ist dort auch die Zeit des Mittag- essens der in Betracht kommenden Gesellschaftsklassen allgemein 4 oder 5 Uhr. Es scheint diese Verlegung auch bei uns nur noch eine Frage der Zeit zu sein, da schon verschiedene grofse Geschäfte mit dem sogenanntenDurcharbeiten bis 4 oder 5 Uhr vorgegangen sind. Welchen Vorteil dadurch das Familienleben und mittelbar die Schule erhielte, ist mit wenigen Worten gar nicht zu sagen. Wenn der Vater wenigstens einige Stunden des Tages seinen Einfluſs auf den Knaben zur Geltung bringen könnte, statt daſs er in den jetzigen Verhältnissen, wie uns gegenüber oft geäufsert, denselben besonders im jugendlichen Alter, an den Werktagen nur im Schlafe zu sehen bekommt, so würde ein Ineinandergreifen von Schule und Haus wesentlich gefördert werden. Ist es uns doch keine allzu seltene Erscheinung, daſs wir auf die Erlangung einer Unterschrift seitens des Vaters oft tagelang warten müssen. Durch diese Einrichtung würde aber für den Handfertigkeits-Unterricht sofort die nötige Zeit gewonnen sein.

Die Beteiligung seitens der Schüler war eine auſserordentliche, soviel mir be- kannt, an keiner Schule Deutschlands bis jetzt erreichte. Es arbeiteten in den für den Unterricht ins Auge gefaſsten Klassen Quinta bis Prima: