Aufsatz 
Pflanzenhefte, ein Hilfsmittel für den Unterricht in der Botanik
Entstehung
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Denn, da die erziehlichen Wirkungen dieses Unterrichts in erste Linie gestellt werden sollten, so war das Heranziehen von Handwerksmeistern zu demselben ausgeschlossen. Die Lehrer, welche die Schüler in die wissenschaftlichen Lehrgegenstände ein- führen, sollen auch diesen Unterricht erteilen, und damit dem Schüler die Meinung benehmen, als ob der Handfertigkeitsunterricht etwa eine tiefere Stufe einnähme. Seit Ostern 1891 ist nun die Handfertigkeit in drei Klassen schulmäſsig betrieben worden, und da meines Wissens die Bockenheimer Realschule die erste ist, die diesen Versuch macht, so dürften die gemachten Erfahrungen vielleicht auch weitere Kreise interessieren.

Als Unterrichtslokal dient für Pappen und Kerbschnitt der Zeichensaal, dessen breite Tische sich in den meisten Fällen als passend erwiesen. Seitens der Stadt war eine so gute Beleuchtung eingerichtet worden, daſs der Unterricht während des Winters ohne Bedenken bei Licht erteilt werden konnte. Für die kleineren Schüler der Quinta und Quarta sind die Tische auch hoch genug, um die Arbeit stehend zu verrichten. Für die Schüler der Tertia war dies nicht angängig, und das ist als Mangel zu bezeichnen, denn die gebückte Körperhaltung soll möglichst vermieden werden. Von Ostern ab wird deshalb ein Nebenzimmer des Zeichensaales Tische in solcher Höhe erhalten, dals auch dieser UÜbelstand beseitigt ist. Das zweite Nebenzimmer des Saales war mit 4 Hobelbänken und 1 Drehbank ausgerüstet worden, sodaſs aus den Klassen Sekunda und Prima wenigstens mit zehn Schülern ein Versuch in Schreinerei und Dreherei gemacht werden konnte. Auch darin tritt zu Ostern Wandel ein, da von seiten der Stadt noch ein groſses Zimmer bewilligt worden ist, in welchem 12 Hobelbänke aufgestellt werden sollen, sodals von da an auch die Schreinerei als Klassen-Unterricht betrieben werden kann.

Die nötigen Mittel für die Beschaffung der gröſseren Werkzeuge brachte der Verein für Knabenhandarbeit in Bockenheim auf, dem von seiten des Staates, des Kreises und des Deutschen Vereins für Knabenhandarbeit Zuschüsse im Gesamt- betrage von M. 1000 zuflossen. Das rege Interesse, das die Bürgerschaft dieser Sache entgegenbrachte, zeigte sich unter anderem auch durch die reichen Geschenke, die zu diesem Zwecke der Schule zugewendet wurden. Es stifteten:

die Herren Gebr. Knodt einen Parallelschraubstock und einen groſsen Blech-

kasten mit Gips,

Herr Chr. Harth einen Tisch zum Schraubstock,

Kramer eine Drehbank, Hommel einen Holzbrandapparat, Hauff einen Satz Schnitzeisen für ärmere Schüler, Ratazzi Drahtgewebe für Spritzarbeit, Frischmann eine Anzahl Erlen- und Eichendiele für Kerbschnitt und Buchenscheite für die Dreherei.

Auſserdem, zum Gebrauche an der Realschule, Herr Helwig eine Schneidlade

und eine Gehrungsstoſslade mit 2 Einsätzen.

Die Werkzeuge für Pappen und Kerbschnitt stellten sich die einzelnen Schüler selbst. Der Preis des Werkzeugsatzes belief sich im ersteren auf M. 7.50, im letzteren auf M. 3.50. Ebenso mulste der Schüler das nötige Material selbst bezahlen; allein auch hier waren die Kosten äuſserst gering, für Pappen monatlich ungefähr 30 40 Pf., für Schnitzen etwas mehr. Die Einzelbeschaffung durch den Schüler brachte indessen viele Unbequemlichkeiten mit sich, sodaſs von Ostern an das Material im groſsen aus einer besonderen Kasse beschafft und an den Schüler nach Bedarf abgegeben werden