Aufsatz 
Die Werke des Landbaues in den Werken und Tagen des Hesiodos : (V. 383-647.) / von A. Steitz
Entstehung
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den und auch das Selbstgefühl des Volkes durch Handels- und Gewerbthätigkeit gestie- gen war, dieses doch fast überall nur bei Einem aus der Zahl der Edlen Hülfe und Schutz suchte und so der Tyrannis den Weg bahnte. Als ein ganz anderes erscheint das Volk zur Zeit des Theognis und dieser vergleicht den früheren Zustand dessel- ben(53) 1. ο h dνιι,

01 b te diaαeꝓ dαν treduoue,

a³ν αειρνρι πάαιε νοσνσαι σο*ς ανρν xαeνετειεον,

7⁵ ον οπσν ε⁴αοι τνρν ενιεᷣμοωντιο πέ᷑ιεο⁸.

Obgleich aber Hesiod den Glanz und die Macht des Adels unbestritten lässt, so nimmt doch, wie es scheint, das Volk an den grossen Erinnerungen der Heroenzeit kein lebhaftes Interesse. Den Ruhm glücklicher Kriege theilte es in zu geringem Grade, um noch nach Jahrhunderten darauf stolz zu sein, hingegen muss der Krieg an sich dem Landvolk geradezu als das grösste Uebel erscheinen. Desshalb wird er denn auch mit der Processucht unter die Plagen der Menschheit gerechnet(14) und bei der Schilderung des höchsten Glückes steht voran(228)

telrn' drd ναοοοιοα˙σσο, o& wor' aurolg doyadεον πsεινον ενααάεᷣεœα dοrł Zeug.

So ist auch ganz natürlich denen, an welche der Dichter seine Lehren richtet, wenig daran gelegen, ob die Vorzeit eine grössere und edlere war als die Gegenwart, vielmehr genügt es ihnen, dass sie in dieser zufrieden leben können. Denn so oft die Ungerechtigkeit des Adels sie auch bedrücken mag, als unvermeidliches Uebel er- scheint sie doch nicht, sondern die Hoffnung auf Gerechtigkeit bleibt(225 fl). Wenn dann die Edlen den Staat fromm und gerecht regieren und durch göttlichen Segen reicher Ertrag die Arbeit belohnt, wenn ferner der Landmann durch Thätigkeit und Sparsamkeit zu Wohlstand gelangt und in Eintracht mit den Seinigen und den Nach- barn lebt, so fehlt nichts mehr zu seinem Glück. Wozu also andere Klagen als eben die über die Ungerechtigkeit der Richter und die Gefahren, welche dadurch von Seiten der erzürnten Götter auch dem Volke drohen? Mit welchem Rechte können diese Klagen, einetrübe, an die Scholle gefesselte Reflexion genannt werden? Ueber-

haupt eine Reflexion liegt zwar jeder didaktischen Poesie zu Grunde, aber wie