Aufsatz 
Die Werke des Landbaues in den Werken und Tagen des Hesiodos : (V. 383-647.) / von A. Steitz
Entstehung
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ist, Nichts zu thun, sondern nur mit der idealen Welt der Heroen, mit Göttersöhnen, gottgeweihten Königen, Helden und Geronten, einer Art von specifischer Menschen- race, die es sich selbst geschaffen hat, mit solcher Consequenz, dass es das allgemeine Ehrenwort ν, obgleich es eigentlich einen Ursprung von Zeus aussagt, bis auf die untersten Glieder dieser Race ausdehnt. Auch das Volk existirt nur in der Bedeutung des grossen Haufens, der eben nur numerus ist, fruges consumere nati, und die quantitative Ausfüllung des Hintergrundes, auf dem sich die leuchtenden Gestalten der Heroen bewegen(Preller, Philol. VII S. 19).

Der Krieg allein ist es, worin sich die ganze Tüchtigkeit und Herrlichkeit der Edlen und Helden zeigen kann. Mag er auch wegen seiner Grausamkeit xνέαο wude genannt werden, ja mag sogar das allgemein menschliche Gefühl einmal durchbrechen in der Sehnsucht nach einem ruhigeren Glück( 107), so kann doch der Krieg weder dem Dichter noch denen, für die er eigentlich gesungen hat, ernstlich als ein grosses Uebel der Menschheit erscheinen. Aber nächst dem Heldenruhm ist das höchste irdische Glück ein heiteres, sorgenfreies Leben(s. Nägelsbach, homer. Theol. S. 308. 9), umgeben von Glanz und Ueberfluss. Fehlt es an den Mitteln dazu, so gewährt ein Kriegszug reiche Beute für kurze Anstrengung, hingegen der Ackerbau und der Han- del, welche lange Mühen küärglich lohnen, erscheinen als niedere Beschäftigungen (7 489. 90. 0 161 64).

Ueberhaupt aber sind dem Homer im Vergleich mit den Helden der Vorzeit die Menschen der Gegenwart unendlich klein Doch mit so hoher Bewunderung seine Seele an jener hängt die einstige Rückkehr einer ähnlichen Heldenzeit kann er nicht hoffen. Allein selbst seine Helden lassen oft schwere Klagen hören über die Vergänglichkeit des menschlichen Glücks und die Beschwerden des Lebens der 6νει αοο⁷ Gorof, denn auch die doya der Edlen steht noch in weitem Abstande von dem Glück der seligen Götter 0ε⁶ efa Caντν(vgl. Nägelsbach S. 319 ff. bes. 323).

Einen ganz andern Zweck verfolgt die didaktische Poesie Hesiods. Sie hat erst- ens durchaus die Verhältnisse des wirklichen täglichen Lebens vor Augen. Ferner, wenn auch die Art von Didaktik, welche im Alterthum seit der alexandrinischen Zeit und in ähnlichen Zeiten immer wieder bei den Völkern des Occidents und des

Orients aufkam und welche einer blasirten Generation fur Alltägliches oder Ab-