Aufsatz 
Die Werke des Landbaues in den Werken und Tagen des Hesiodos : (V. 383-647.) / von A. Steitz
Entstehung
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punkt von C. F. Ranke und von Vollbehr, die sich bemühen die ursprüngliche Einheit des Ganzen zu vertheidigen, so gut es eben gehen will. In der Mitte stehen die An- sichten von Twesten, Heyer und Hetzel, welche einen ursprünglichen Zusammenhang grösserer Partieen annehmen, aber keinen Zusammenhang bis zum Ende des Ganzen, so dass dieses doch nur ein loses Agglomerat mehrerer von einander zu trennender Gedichte wäre. Die von mir selbst in einer vor zehn Jahren erschienenen Abhandlung( Operum et Dierum compositione. Pars prior. Gotting. 1856) vertretene und seither nur= in unwesentlichen Punkten geäünderte Ansicht steht in sofern mehr auf der conser- vativen Seite, als ich an einen zwingenden Grund zu einer solchen Trennung nicht glaube, sondern annehme, dass nur Einschiebsel, zwei grössere die Episoden von Pandora und den Weltaltern und eine Menge von kleineren auszuscheiden sind, im Uebrigen alle Theile des Gedichtes nach dem Proömium bis zum Schluss der Werke der Schiffahrt in nothwendigem Zusammenhang stehen und auch die dann noch folgenden drei Abschnitte zwar keinen nothwendigen, aber doch einen mit dem Uebrigen vollkommen verträglichen letzten Haupttheil des Ganzen bilden, also auch zu ihrer Abscheidung kein genügender Grund vorliegt.

Ich muss mich hier mit diesen kurzen Andeutungen begnügen und verweise für das Einzelne auf die angeführte Schrift oder lieber auf die wohl bald erscheinende

Umarbeitung und Vollendung derselben.

Zur Orientirung über die anzuwendende kritische Methode bei den Fragen über Acchtheit und Zusammenhang sei für die nichtphilologischen Leser bemerkt, dass die Werke und Tage in der Gestalt und dem Umfang, wie sie uns vorliegen, ebenso schon den Alten spätestens von der Zeit des Pisistratus an vorgelegen haben, abge- sehen natürlich von Lesarten und etwa wenigen einzelnen Versen. Ueber die Weise, wie allmählich die störenden Einschiebsel in das Gedicht gekommen sind, habe ich a. a. O. gehandelt, bemerke aber hier, dass ich an der dort aufgestellten Scheidung in Interpolationen der Rhapsoden, Diaskeuasten und Leser nicht mehr festhalte, sondern fast alle Erweiterungen des ursprünglichen Textes den Rhapsoden zuzu- schreiben geneigt bin und zu dieser Meinung schon gekommen war, noch ehe ich Hetzels Ausführungen in demselben Sinn las. Die kritische Untersuchung also hat

von historischer Beglaubigung der einzelnen Theile und Verse Nichts zu erwarten, 1*