Aufsatz 
Die ethische Weltanschauung des jungen Schiller
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Die Krone der Tugend ist die Liebe(Nächſtenliebe)

nach der Rede:Gehört allzuviel Güte.....? S. 8, Z. 18. Dieſer Satz Schillers führt uns zur zweiten Unterabteilung unſeres Kapitels über die Ethik der Jugendabhandlungen: Die Liebe im beſondern.

b. Die Ciebe im beſonderen.

Definitionen der Ciebe.

Liebe iſt nichts anders als die Verwechslung meiner ſelbſt mit dem Weſen des Nebenmenſchen. Philoſophie der Phyſiologie. S. 20 Zz. 2627.

Die Begierde nach fremder Glückſeligkeit nennen wir Wohlwollen, Liebe.Theoſ. des Julius, S. 122, Z. 6 8.

Liebe iſt eine Anziehung des Vortrefflichen, gegründet auf einen augenblicklichen Tauſch der Per⸗ ſönlichkeit, eine Verwechslung der Weſen.Theoſ. des Julius, S. 122, 1720.

Um Schillers Anſicht über das Weſen, den Kreis und die Wirkungen der Liebe kennen zu lernen, vergleiche man auch dieFreundſchaftsode.

Kreis der Ciebe(Hetätigungskreis).

Die Sphäre der Geiſter iſt ihr unendlicher Kreis, aber wenn..... ſo kann ſie doch in einer kleinen tätig ſein, und durch dieſe kleine rückwärts in die große, in die unendliche. Man vergleiche auch das GedichtDie Freundſchaft.

Bweck, Wirkungen und folgen der allgemeinen Liebe.

Nach derPhiloſophie der Phyſiologie hat die allgemeine Liebe die Beſtimmung, die Vollkommen⸗ heit des Nebenmenſchen zu fördern.

Durch die Liebe ſind ſatur, ſſienſchen und Engel geſchaffen.

Gehört allzuviel Güte..? S. 8. 20,Beuge dich nieder, Natur, beuge dich nieder, o Menſch, beuge dich, Seraph, am Thron, durch die Liebe ſeid ihr hervorgegangen, durch die Liebe blühet ihr...

Ciebe und Hravitation. Ciebe iſt das Hand des Buſammenhangs aller Heiſter unter ſich und ihres Buſommenhangs mit der Gottheit.

AusTugend in ihren Folgen betrachtet. Nicht geringer als die allwirkende Kraft in der Körperwelt, die Welten um Welten wendet, iſt in der Geiſterwelt das Band der allgemeinen Liebe.Sphären in ein⸗ ander rollt die Liebe, Weltſyſteme dauern nur durch ſie(ausPhantaſie an Laura). In dem Gedichte Die Freundſchaft heißt es:Geiſterreich und Körperweltgewühle, Wälzet eines Rades Schwung zum Ziele Wo zum Meere Bäche fliehn.Theoſophie des Julius, S. 127, 17 22.Die Anziehung der Elemente brachte die körperliche Form der Natur zuſtande. Die Anziehung der Geiſter, ins Unendliche vervielfältigt und fortgeſetzt, müßte endlich Gott hervorbringen. Eine ſolche Anziehung iſt die Liebe. Teilweiſe vergleiche man die glänzenden Kapitel derTheoſophie des Julius über Liebe und Aufopferung. Vergl. 13, 1320.

Liebe iſt alſo eine Art Gravitation für die Geiſterwelt.

Liebe iſt es, die Seelen an Seelen feſſelt, 13, 5. Liebe iſt es, die den unendlichen Schöpfer zum endlichen Schöpfer herunterneigt, das endliche Geſchöpf hinaufhebt zum unendlichen Schöpfer. Liebe iſt es, die aus der grenzenloſen Geiſterwelt eine einzige Familie und ſo viele Myriaden Geiſter zu ſoviel Söhnen eines allliebenden Vaters macht. Schiller ſteht hier der chriſtlichen Auffaſſung ſehr nahe, der gemäß die Gläubigen Kinder Gottes ſind:Liebe iſt das große Band des Zuſammenhangs denkender Menſchen.