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Beifall gaben ſie all; auch hörte die thronende Gattin Mit nicht herbem Geſicht das andre von Jupiters Rede, Aber mit herbem den Schluß; denn es ärgerte ſie die Bezeichnung.
Mulkiber**) hatt' indeß, was irgend der Flamme verwüſtlich War, von hinnen gerafft, und nicht zu erkennen dem Auge Blieb des Herkules Bild; nichts mehr, was ähnlich der Mutter, Haftet an ihm; er behält nur Iunpiters göttliche Spuren.
So wie verjüngt mit dem Balg ablegend das Alter die Schlange Uppigen Lebens ſich freut und erglänzt von erneueten Schuppen: So mit dem edleren Theil der ſterblichen Glieder entkleidet
Lebt der Tirynthier**) fort in Fülle der Kraft und beginnet Größer zu werden und Scheu durch heilige Würde zn heiſchen. Raffend in hohlem Gewölk trug ihn der allmächtige Vater
Jetzt auf dem Viergeſpann empor zu den leuchtenden Sternen.
Anmerkungen.
1) Patri muri= Tiryns in Argolis, woher Amphitryon ſtammte, u. wo Herkules auf Geheiß des delphiſchen Orakels dem Euryſtheus dienſtbar wohnen mußte. Nach Apollodor begab ſich H. mit Deianira nach Trachis in Theſſalien.— 2) Deianira, T. des Oneus, Königs v. Kalydon in Ätolien. Den um ſie beſtandenen Wettkampf erzählt Achelous IX, 11 ff.— 3) Evenus, auch Lykormas genannt, Fluß in AÄtolien, an dem Kalydon lag: IX, 827 Calydonides Eveninae.— 4) Reſſus, ein Kentaur, der die Reiſenden um Lohn über den Fluß brachte.— 5) Alcides= Herkules von Alkaios, Vater des Amphi⸗ tryon und Sohn des Perſeus.— 6) Aonia= Böotien v. Aon, S. des Poſeidon, einem alten Landeskönige; Aonius h. Her⸗ kules wegen ſeiner Geburt in Theben.— 7) V. 111: Tradidit Aonius etc. iſt mit Recht von Jahn und Bach auf Grund der Handſchriften an dieſe Stelle geſetzt. Heinſ. ſtellte V. 112: Pallentemque metu ete. voran und ſchloß ihn zudem als un⸗ ächt ein. Zu beidem iſt kein Grund.— 8) Tibi dicimus abſol. und ohne Einfluß auf die Conſtruction iſt Ausdruck des Un⸗ willens und der drohenden Warnung. Bach.— 9) Irion, König der Lapithen oder Phlegyer, v. Zeus zum Tiſchgenoſſen genommen trachtete der Hera nach. Da bildete Zeus ein Nebelbild, der Hera ähnlich, mit dieſem zeugte Irion den Kentau⸗ ros, der dann mit magnetiſchen Stuten Umgang pflog, u. Stammvater der Roßkentauren wurde. Jacobi. Zur Strafe wurde er mit Händen und Füßen an das immer kreiſende Rad gefeſſelt. S. IV, 461; X, 42; XII, 505.— 10) H. hatte ſeine Pfeile in die Galle der lernäiſchen Schlange getaucht, wodurch die v. ihnen gebrachten Wunden unheilbar wurden; denn die Schlange war ſo giftig, daß ſchon ihr Hauch tödtete.— Nach der Sage bereiteten die Skythen aus Schlangengeifer und verfaultem Menſchenblute ein Gift, das durch die leiſeſte Berührung den Tod brachte. Lenz.— 11) Nach der gewöhnlichen Angabe empfing D. nur das Blut des Neſſus, das ihr ein Philtron oder ein Mittel ſein ſollte die Liebe des Gatten, wenn ſie erkaltete, wieder anzufachen.— 12) Kenaion Vorgebirge auf Euböa; davon Zeus α⅜ο bei Apollodor.— 13) Eury⸗ tos, König v. Ochalia auf Euböa, hatte ſeine Tochter dem verſprochen, der ihn und ſeine Söhne im Bogenſchießen übertreffen würde. Herkules ſiegte; die Jungfrau wurde ihm dennoch verweigert. Da eroberte H. die Stadt, erſchlug den Eurytos u. nahm Jole als Gefangene mit ſich.— 14) Daß dem auf den einen Fall(Amphitryoniaden loles ardore teneri) beſchränkten Gerüchte Eigenſchaften beigelegt werden, die für die Fama überhaupt gelten, das Allgemeine alſo mit dem Beſonderen ver⸗ mengt wird, iſt logiſch unrichtig.— 15) Nach dem gewöhnlichen Berichte ſchickte H. ſelbſt ſeinen Diener Lichas zur Deianira um ein weißes Feierkleid zu holen. Dieſes beſtrich D. mit dem Blute des Neſſus.— 16) Echidna wie im griechiſchen für Schlange überh.— 17) Das Wort beros gebraucht der Dichter nach dem Vorgange des Griech. zur Bezeichnung der göttlichen Abſtammung; die Beibehaltung des Ausdrucks im Deutſchen wird um ſo eher gerechtfertigt ſein, da ihn auch die lat. Sprache v. außen entlehnt hat.— 18) Marmor für Stein überhaupt wie VII, 790, auch wol V, 214; U, 312.— 19) Wie iſt die Angabe, daß ſich H. auf dem Ota befinde, mit V. 136: Cenaeo sacra parabat Vota Jovi zu reimen, da


