— 1—
Würdig— denn Feind bin ich dir— die gräßlich gemarterte Seele Nimm die verhaßte hinweg, die nur zu Leiden geboren.
Tod iſt mir ein Geſchenk: ſo ziemt Stiefmüttern zu ſchenken.
Darum hab' ich Buſiris*) erlegt, der den Tempel geſchaͤndet
Mit der Fremdlinge Blut, und dem grauſen Antäns*¹) der Mutter Hilfe geraubt? Darum hat mich des iberiſchen Hirten**)
Dreihaupt weder geſchreckt, noch auch des Kerberus Dreihaupt ²*)? Bogt ihr dem rieſigen Stier nicht nieder die Hörner, ihr Häͤnde**)? Elis zeuget von euch*), von euch die ſtymphaliſchen Wellen**)
Und der partheniſche Wald ²⁵). Fern holete euere Stärke
Von thermodontiſchem Gold das Gehenk mit erhabenem Bildwerk¹) Und, die gehütet umſonſt der ſchlafloſe Drache, die Apfel**).
Stand nicht hielten vor mir die Kentauren im Kampf**²), und der Eber Nicht, der verheert die arkadiſche Flur**). Nichts half es der Hyder, Daß im Verluſte ſie wuchs und gewann ſtets doppelte Kräfte*¹). Feiſt auch ſah ich von menſchlichem Blut die thrakiſchen Roſſe
Und die Krippen gefüllt mit Fetzen verſtümmelter Leichen,
Sah's und ſtürzte ſie um und erſchlug ſo Roſſe wie Eigner**). Mein Arm ſtreckte gewürgt in den Staub das nemeiſche Unthier**); Ich trug untergeſtemmt den Olymp²). Müd' iſt des befehlens Jupiters grauſames Weib*⁵³); ich bin nicht müde der Arbeit.
Nun naht neuer Verderb, dem weder vermag zu begegnen Männlicher Mut noch Wehr und Geſchoß*⁴). In den innerſten Lungen Irret gefräßiger Brand und zehrt durch alle die Glieder.
Aber geſund iſt Euryſtheus, und doch an waltende Götter
Glauben ſie noch.“ Er ſprach's und ſchritt einher auf dem hohen Ota vom Feuer verſehrt, wie wenn ein Tiger“¹) den Jagdſpieß Trägt feſt haftend im Leib, und der That Urheber gefloh’n iſt.
Oft ſtößt Seufzer er aus, oft ſtöhnt und knirſcht er im Schmerze**); Wieder verſichet er oft das ganze Gewand zu zerreißen
Und wirft Stämme zur Erd' und läßt an dem Berge die Wut aus, Oder er ſtrecket empor zum Himmel des Vaters die Arme.
Siehe, den Lichas gewahrt er, der zitternd ſich barg in der hohlen Felskluft, und wie der Schmerz ihm die Wut auf's höchſte geſteigert: „Du haſt, Lichas, gebracht— ſo ſprach er— die tödtliche Gabe?
Du willſt ſo mir bereiten den Mord?“ Blaß zittert und bebet
Jener und ſtammelt in Angſt der Schuld entlaſtende Worte.
Doch wie er ſprach und dem Knie mit den Händen gedachte zu nahen*9), Packt ihn der Held und wirft ihn kräftiger noch wie ein Feldſtück“¹)
In die euböiſche Flut zu drei vier Malen gewirbelt. 5


