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Daß Amphitryons Sohn für Jole liebend entbrannt ſei ¹⁰).
Ach, die Liebende glaubt, und geſchreckt von der Kunde der Untreu
Läßt ſie zuerſt den Thränen den Lauf und verweinet in heißen
Zähren, die Arme, den Schmerz; bald drauf:„Was weinen wir?— ſprach ſie— Freuen ja würde ſich nur ob unſerer Thränen die Buhle.
Auf denn, ſchleunig zum Werk, da ſie naht, und etwas erſonnen,
Eh' es zu ſpät, und in unſer Gemach einziehet die Andre!
Jammern, ſchweigen— was thun? Nach Kalydon kehren? verweilen?
Ob ich verlaſſe das Haus? ob, wenn nichts weiter, ihr wehre?
Wie, wenn ich eingedenk dir Schweſter zu ſein, Meleagros,
Schreite zu kräftiger That, und wie großes vermöge gelittne
Schmach und weiblicher Schmerz, durch den Mord der Buhle beweiſe?“ Vielfach ſchwanket ihr Geiſt im Entſchluß. Als beſtes erwählt ſie
Jenem zu ſenden das Kleid mit dem neſſiſchen Blute befeuchtet“?*),
Daß es erneuete Kraft der geminderten Liebe verleihe.
Selber das eigene Leid reicht jene dem argloſen Lichas
Unkund, was ſie gereicht, und gebeut ihm, die Armſte, mit ſanftem
Wort, daß er bringe dem Mann das Geſchenk. Nichts ahnend empfängt es Jener und legt um die Schulter das Gift der Echidna*⁸) von Lerna.
Weihrauch warf zum Beginn mit Gebet in die Flamme der Herosn) Und goß lauteren Wein auf den Marmoraltar*⁸) aus der Schale. Sieh, da erwarmt der Jauche Gewalt, und gelöſt von der Flamme Breitet ſie weit ſich umher eindringend in Herkules Glieder. Männlich hielt er zurück, ſo lang er vermochte, die Klage;
Doch wie dem Leiden erlag die Geduld, da ſtürzt' er den Altar
Um und erfüllete rings den waldigen Ota mit Wehruf**).
Schleunig bemühet er ſich das tödtliche Kleid zu zerreißen:
Wo er es zieht, zieht jenes die Haut und— gräßlich zu ſagen— Klebt an die Glieder ſich feſt umſonſt von den Händen gezerret
Oder entblöſt das zerriſſene Fleiſch und die mächtigen Knochen. Selbſt das Blut ziſcht auf ‧), wie wenn in den kühlenden Löſchtrog“t) Glühendes Eiſen man taucht, und kocht von dem brennenden Gifte. Und kein Maß: voll Gier verſchlingen den Buſen die Flammen; Dunkeler Schweiß fließt rings am Leibe herab, und die Sehnen Knacken vom Brande verſengt, und geſchmolzen vom heimlichen Gifte Eitert das Mark. Da ſtreckt er empor zu den Sternen die Hände:
„Weide, Saturnia, dich— ſo rief er— an unſerem Elend*²), Weide dich, ſieh von der Höh, Grauſame, die ſchrecklichen Qualen, Labe das harte Gemüt; wenn des Mitleids aber der Feind auch


