Aufsatz 
Kritisches zu Ovids Metamorphosen nebst Proben einer Übersetzung des Werkes / von ... Suchier
Entstehung
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In quo desinimus, quot sacri currimus amnes,

Huc ades atque audi placidus, Neplune, precantem. Huic ego, quam porto, nocui. Si mitis et aequus, Cui quondam tellus clausa est feritate paterna (Debuit illius misereri, ignoscere nobis)

Da, Neptune, locum; vel sit locus ipsa, licebit: Hune quoque complectar.*

Gedankengang: Höre mich, Meeresbeherrſcher! Sie, die ich trage, ward unglücklich durch meine Schuld. Darum, wenn du billig ſein willſt(od. Sis mitis zu ſchreiben?), nimm ſie, der das Land ver⸗ ſchloſſen iſt, im Meere auf.

V. 606 u. 607 finden ſich im frankfurter cod. nicht, 608 u. 609 am Rande. Voß erklärt daher dieſe 4 V. für unächt. Die Darſtellung würde aber ohne dieſelben ſehr nüchtern ſein und von der gewöhn⸗ lichen Weiſe des Dichters, der die einzelnen Umſtände der Verwandlung ausführlich anzugeben liebt, ſehr abweichen. Dagegen ſind V. 610 u. 611 v. Gierig nach Heinſ. Vorgange angezweifelt wegen der Wie⸗ derholung des Gedankens und einzelner Wörter(dum, terra, natantes). Wollte man dieſelben aber beide ſtreichen, ſo würde ein befriedigender Schluß vermißt, denn vorher war nur das Erharten des Körpers und die beginnende Verwandlung in Erde erwähnt. Ovids Darſtellungsweiſe verlangt eine kurze Angabe des Endergebniſſes, und dazu iſt V. 611 ganz geeignet. Weniger ſicher iſt die Achtheit des vorletzten V., worin nicht bloß die unnöthige Wiederholung, ſondern hauptſächlich der Ausdruck Dum loquor Anſtoß erregt. Bach übergeht denſelben mit Stillſchweigen, Bothe erklärt ihn von der Außerung der Verwunde⸗ rung oder des Mitleids. Sollte dazu das bloße Wort loquor ausreichen? Man erwartet wol einen Ausdruck, der Schrecken, Staunen oder dergl. im allgemeinen bedeutet, aber am wenigſten das bloße Sprechen. Der einzige paſſende Sinn, den man hinein legen könnte, wäre:in nicht längerer Zeit, als während ich es ſage; ſo ſchnell, wie ich es erzähle, geſchah auch die Verwandlung. Ob ſich aber dieſe Bedeutung nachweiſen läßt, bleibe dahin geſtellt.

IX, 74: Crescentemque malo domui domitamque peremi.

So ſeit Heinſ. aus 2 codd., ohne daß jedoch weder ihn noch ſeine Nachfolger die Lesart peremi vollſtändig befriedigt hätte. Die codd bieten eine auffallende Verſchiedenheit: subegi, reduxi(auch mit der Gloſſead nihilum oderinterfeci), redegi, revinxi, resolvi, repressi, reliqui, recessi. Pla⸗ nudes überſetzt 2.ι⁴οιεα. Heinſ. vermuthet perussi od. praeussi, Fuß revulsi; Bach zieht resolvi vor; erſteres aber iſt unzeitig, da das Brennen dem Bändigen vorausging, auch nicht durch Herkules ſelbſt ge⸗ ſchah; die anderen beiden Verbeſſerungen zu matt und zu wenig bezeichnend. So viel iſt wol außer Zweifel, daß nur ein mit re anfangendes Wort das urſprüngliche ſein kann. Auch dürfte kaum zu be⸗ ſtreiten ſein, daß nur ein eigentliches Kraftwort ſtatthaft iſt, welches dem domui domitamque erſt den rechten Nachdruck gibt und im Munde des rühmenden Herkules ein gewiſſes Frohlocken ausdruͤckt. Erwägt man, daß der Kampf eigentlich erſt dadurch beendigt wurde, daß H. das abgeſchlagene unſterbliche Haupt der Hyder unter einem Felsſtück begrub ¹³), ſo kann nicht wol ein anderer Ausdruck am Orte ſein, als der ein Feſthalten, Begraben oder Zermalmen bezeichnet. Dafür ſpricht auch das uτα⁴ουιεμα des Planudes.

* 2 1 1 2* 7 1 ·* 14) APollod. II, 5, 2: α ⁴μ⁴ααον ερααςνν) drτσχότumQcłeᵉrdνεe, 2 αονεαeν αενιιννε μαιτιασυν