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Auctorität; 2) der vortreffliche Wein der Inſel, wodurch der dortige Aufenthalt des Bakchus erklärt wird; 3) die Lage bei Aſien, woher Akötes ſtammte(V. 583: Patria Maeonia est, d. i. Lydien), und wo die Tyrrhener ihren Hauptſitz hatten; 4) die Angabe Apollodors, daß Bakchus von Ikaria nach Naros fah⸗ ren wollte, die Schiffer aber nach Aſien ſegelten*). Der Ausdruck: dextris adducor litora remis, auf den es zunächſt ankommt, heißt wörtlich: von den Rudern der rechten Seite werde ich zum Strande ge⸗ trieben, und dieſes iſt nichts Anderes als: ich nähere mich dem Strande mit der linken Seite; denn wenn nur auf einer Seite gerudert wird, geht das Schiff nach der anderen. Die Sache erklärt ſich dann fol⸗ gender Maßen: Die tyrrheniſchen Schiffer kommen von Norden her, ſegeln an der Weſtküſte von Chios hin und landen an deſſen ſüdlichem Ende, wo ſie übernachten; das Schiff iſt nach Aſien hingekehrt, und Naxos liegt rechts. Akötes ſteuert auf Naros zu, die Schiffer aber wenden ſich wieder links nach Lydien hin um dort den Knaben als Sclaven zu verkaufen, und dieſes iſt die Küſte, bei deren Anblick Bakchus ſagt: non haec mihi litora promisistis.
IV, 766: Cultusque habitusque locorum Quaerit Abantiades; quaerenti protinus unus Narrat Lyncides moresque habitusque virorum.
So die meiſten codd. und die Ausgaben. Locorum und virorum wechſeln an beiden Stellen in den codd., mehrere haben 766 für habitusque genusque, andere 768 moresque animosque virorum(wie Bothe will), beides offenbar nur aus dem Streben die Wiederholung von habitus zu vermeiden. Daß die Stelle in der vorliegenden Geſtalt ſchwerlich von Ovid herrühren kann, iſt längſt von den Kritikern erkannt. Denn außer der Verbindung unus Lyncides iſt beſonders die Art von Wiederholung, welche die Worte moresque habitusque virorum enthalten, kaum zu dulden. Mir ſcheint die ganze Verderbniß nur von einem Mißverſtändniſſe des Namens Lyncides herzurühren, welches nicht minder die Gelehrten an einer gründlichen Heilung der Gebrechen hinderte. Der auch V, 99 u. 185 genannte Lyncides iſt nemlich nicht, wie man bisher annahm, einer der Kephenen, ſondern Perſeus ſelbſt. Darauf führt nicht bloß die patronymiſche Endung, ſondern hauptſächlich eine genauere Betrachtung der letzterwähnten Stelle, wo Ampyr den großen Lynkiden angreift, aber beim Angriffe in Stein verwandelt wird(vgl. dazu V, 157: Circueunt unum Phineus et mille secuti Phinea). Lynkide aber heißt Perſeus von einem ſeiner Vorfahren Lynkeus, den Pauſanias II, 16, 1 u. Apollodor II, 2, 1 in der Reihenfolge der argiviſchen Könige nennen: Danaus, Lynkeus, Abas, Akriſius, deſſen Tochter Dange war. IV, 772 geht der Dichter ſogar noch weiter zurück und nennt den Helden Agenorides von Agenor dem Oheime des Danaus. Die Stelle möchte nun alſo zu verbeſſern ſein:
Quaerenti protinus unus Narrat Lyncidae cultusque habitusque locorum.
Daraus wurde zunächſt Narrat Lyncides, und da quaerenti zu vereinzelt und zu undeutlich erſchei⸗
9) Die ganz ähnliche Erzählung Apollodors III, 3, 3 lautet: Box1⁶⁴ειεκνοο dε αeO πέι wαͥxσᷣlas els Nεςο αeνο 11G.ε, TενννυmMτ?νοινς ⁶‿ιιςσεαςσσνο ουνυένο ε, uτον ενναέηνιινοι, Ndoy ν πάυπιιέα⁴εοσν vrreεt„οντο dε εiς AolceναCęνέναμιτιονη⁶οσνα ⁶ 1eι⁴αέινε⁷στν να τς νκαιραας 2rτoiνασένν ισέηις, 10 0s ουηαοο επηςσε 2εαμςςον εάι Sοε α³‿νννd dē,&‿ναœάες νενmνκ⁴ναμνο, αάπ ς̈ dα‿eτνε uyo α εmνυονιο dεεᷣτνεs. Es ſcheint faſt, daß Ovid dieſe Stelle vor Augen hatte u. nur dem Verſe zu Liebe Ikaria in Chios änderte.


