58
sie am gewöhnlichsten vom Koryphäos, doch nehmen nicht selten auch die Schauspieler daran Antheil.
b. Gänzlich verschieden hiervon in Bau und Ethos sind die Klaganapäste, die, wie der Name sagt, zu Klagge- sängen verwandt, bei Sophocles entweder abwechselnd von Chor und Schauspieler(als Kommos) oder als Wechselgesang (der Schauspieler) deπ ννς vorgetragen werden. Im ersten Fall sind die Systeme antistrophisch, im letzteren dπααε*ν- ndναιεςďᷣ eεωιοων õ(§. 46, 6).— Häufige Contractionen geben einen schweren Gang; die vorwiegende Reihe ist neben der catalectischen(§. 47, 17) die procatalectische(§. 47, 18) Tetrapodie, welche letztere nicht bloss auf den Schluss des Systems beschränkt bleibt. Beisp. El. 86 ff.
58.
3. Die Trochäen, im Gegensatz zu den vierzeitigen Tacten lebendiger, beweglicher, doch nicht ohne Kraft und Würde, sind von Sophocles nicht für sich zu Systemen ver- wandt worden.
59.
4. Die Jamben macht die anlautende Anacrusis erregter und energischer als die Trochäen; öftere Anwendung der inneren Catalexe gibt ihnen Kraft und Nachdruck, aber auch (namentlich in Verbindung mit öfteren Auflösungen des zoοονο 6diονμαος) das Gepräge leidenschaftlicher, gewaltsamer Erregung. Der zoονο doy wird vermieden. Sie treten theils in Chorliedern theils in Kommen auf. Beisp. Oed. Tyr. 190— 202 = 203— 215.
60.
5. Eine besondere Classe von Systemen erwächst aus der Vereinigung iambischer und trochäischer Reihen— Jambo-Trochäen(Cf.§. 49, 10). Zahlreiche Auflösungen verstärken noch den Charakter bewegter Leidenschaftlichkeit. Beisp. Oed. Col. 1724— 1736= 1737— 1750.
61. 6. Die ionischen Verse geben einen weichen oder klagenden Ton. Sophocles verwendet sie nur selten und ver-


